Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1892)
- Date
- 1892-12-12
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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1892 hinzu die aufregenden Arbeiten, die er als Mitglied den Angelegenheiten des preußischen Landtags und des deutschen Reichstages gewidmet hatte, dann kann man ein Gefühl des Schmerzes nicht unterdrücken, wenn man sich noch der traurigen Vorgänge bei seiner Beerdigung erinnert. Nun veröffentlicht die „Deutsche Revue" ein Schreiben des Großherzogs von Baden, welches eine eigenthümliche Illustration zu jenen Vorgängen gibt. Das prächtige Schreiben lautet: Werthgeschätzter Herr! Ich hoffe von Ihnen nicht für unbescheiden erachtet zu werden dafür, daß ich, ohne mit Ihnen persönlich bekannt zu sein, die Bitte an Sie richte, mir ein Stündchen Unterredung zu schenken. Die großen vaterländischen Interessen sind es, die meine Bitte wohl in Ihren Augen rechtfertigen werden. Sollten Sie meiner Bitte entsprechen können und wollen, so bitte ich Sie, morgen Vormittag halb 12 Uhr zu mir kommen zu wollen. Ihr ergebener (gez.) Friedrich, Großherzog von Baden. Berlin, Niederländisches Palais, 2. April 1877. Worms. In voriger Woche fand hier Stadt- Mükdnetenwahl statt. Dem Siadtverordncten- LsLegium gehörten bis jetzt vier Juden an. Die zwei jüdischen Mitglieder, die auszuschetden hatten, die Herren Albert Goldschmidt und D. Lohnstein, wurden wiedergewählt. Ihre Namen figurtrten auf dem Zettel der Nationalliberalen und der Freisinnigen. Kurz vor Beginn der Wahl erschien ein Zettel, auf welchem die Namen der jüdischen Mitglieder gestrichen waren. Wie wenig Anklang jedoch derselbe bei dem wählenden Publikum gefunden hatte, beweist die Thatsache, daß dieselben mit die meisten Stimmen auf sich vereinigt hatten. vermischtes. Frankfurt a. M, 5. Dezember. Gelegentlich des Kommerses, den der Kurhefsen-Verein am Freitag Abend im Zoologischen Garten für die Theiinehmer an der Heflenfeier veranstaltete, wandte sich der Vorsitzende des Horter'schen Gesangvereins, ein Herr von Hagen, in einer Ansprache gegen die städtischen Behörden wegen deren Nicht-- betheiligung an der Feier und sprach sich weiterhin dahin aus, daß man von dem „demokratischen Judenthum" unserer Stadt das Feiern patriotischer Feste nicht erwarten könne. Diese Aeußerung war Veranlaffung, daß die Vorsitzenden der hiesigen Kriegervereine und der Vorsitzende des Hefsen- Nafsauischen Kriegerverbandes am Samstag zu einer Versitzung zusammentraten, die zu dem Beschluß führte, daß die Kriegerveine an der weiteren Feier sich nicht beiheiligen sollten. Man ging dabei von der Ansicht aus, daß die Kriegervereine sich von jeder politischen Agitation, namentlich auch von jeder mit antisemitischer Tendenz, fern zu halten hätten._ Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. jpfensionat u. höh. Töchterschule ■ von Frau Schauer in Mainz. In dieser Anstalt finden junge Mädchen zu jeder Zeit Aufnahme. Wegen Prospecte und weiterer Auskunft wende man sich gefäll. an obige Adresse. (2312 j. Mädchen aus achtb. Fam. sucht Stelle als Haushälterin in kl. Haushalt od. zur Pflege u. Gesellschaft einer Dame. Prima Zeugnisse. Offerten unter J. L. 7210 befördert die Expedition dieses Blattes. (Tste hiesige Cantor- und Schächterstelle ist vom 1. Juli 1893 bei einem JahreSgehalt von 1000 bis 1200 Mark und freier Wohnung zu besetzen. Reflectanten wollen sich bis zum 15. Januar melden. Reisekosten werden nur dem Gewählten erstattet. Der Corporations-Vorsteher: 7209) Schreyer, Zerkow. In meinem Handarbeit- und Haushaltnngspensionate, welches sich in schönster und gesundester Lage befindet, werden zu jeder Zeit junge Mädchen ausgenommen. Gründliche Ausbildung im Kochen, Backen, Einmachen, Bügeln, Maschinennähen, Zuschneiden und Anfertigen von Herren- und Damenwäsche, sowie in allen Handarbeiten. Anleitung in der Buchführung u. s. w. Auch schulpflichtige Kinder finden liebevolle Aufnahme. Näheres durch Prospekte. 3204) Sibilla Levi, Rhelnbach, Rheinprovinz. AZir verkaufen, so weit der Vorrath reicht, einige Rott: „Gerettet," mit beschmutztem Titelblatt, 70 Pf. B e r e n d: „Berirrt," etwas defect, 20 Pf. Beide Merkchen zusammen bezogen 80 Pf. incl. Porto. Joh. Mirth'sche Hosbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz. Schlachtmesser (trexi) in allen Grützen von feinster Qualität hat stets auf Lager 0. Grunewald, Messerfabrikant, Königsberg i. Pr., Münzftraße Nr. 10/11. 720) (Spezielle Preislisten gratis und franko.)