Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1892)
- Date
- 1892-12-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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1863 dann ermöglicht werden, interessante Resultate zu erzielen. Auf diesem Wege wird es in späterer Zeit vielleicht einmal möglich sein, die Schätze der althebräischen Tempelmusik, die theils innerhalS des gregorianischen Gesangs, theils in den synagogalen Gesängen verborgen ruhen, an's Licht zu schaffen und dem Ohre der Nachwelt die heiligen Töne wieder erstehen zu lassen, die alle Welt für verklungen ansieht. Zeitnrrgsnachrichterr und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 7. Dezbr. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Der Minister des Innern gab dem Landrath des Friedeberger Kreises wegen der Unterzeichnung des Wahlaufrufs für Ahlwardt seine ernste Mißbilligung zu erkennen. Berlin, 9. Dezember. Die Post meldet: Der Reichs- und Staatsanz. berichtet: Der Minister des Innern hat dem Landrath des Friedeberger Kreises wegen der Unterzeichnung eines Wahlaufrufs für den Rektor Ahlwardt seine erste Mißbilligung zu erkennen gegeben. Der Wahlaufruf halte folgenden Wortlaut: Die Unterzeichneten Konservativen stehen nicht auf dem Boden der antisemitischen Partei, auch können sie die Form der antisemitischen Agitation sich nicht eigen machen. Noch viel weniger aber können sie die Grundsätze der deutsch - freisinnigen Partei billigen, welche den Lcbensbedingungen der Landwirthschaft, des Handwerks und der Arbeiter entgcgen und der Bevölkerung unseres Wahlkreises schädlich sind. Deßhalb bitten wir alle Parteigenossen, Rektor Ahlwardt zu wählen, zumal da eine Wahlenthaltung den Sieg des freisinnigen Kandidaten herbeiführen könnte." Landsberg, 7. Dez. Gesammt-Resultat der Wahl in Friedeberg-Arnswalde: Ahlwardt 11,207, Drawe 3306 Stimmen. O e st e r r. -Ungar. Ai o n a r ch i e. Wien, 8. Dez. Wegen der antisemitischen Hetzreden in öffentlichen Versammlungen hat die österreichische vereinigte deutsche Linke am Dienstag eine Interpellation im Abgeorduetenhause ckngebracht. Bei der jüngsten Versammlung des Abgeordneten Schneider brach die ausgehetzte Menge in die Rufe aus: „Hängt die Juden, schlagt sie tot, ins Wasser mit ihnen!" Prinz Liechtenstein forderte in einer von 2000 Menschen besuchten Versammlung ans, den Inden die Kundschaft zu entziehen und nur bei Christen zu kaufen. Die anwesenden Regierungsvertreter schritten nicht ein. Die Interpellanten fragen, wie die Regierung ein solches Vorgehen ihrer Organe rechtfertigen könne und was sie zu thun - gedenke, um den immer heftiger austretenden antisemitischen Verhetzungen zu begegnen. > Vermischtes. 4 Frankfurt a. M. Der hiesige englische Generalkonsul Sir Charles Oppenheimer, welcher neulich von der Königin Victoria in Windsor empfangen worden ist und bei dieser Gelegenheit die Ritterwürde erhalten hat, i't nun auch zum Generalkonsul für das Großherzogthum Hessen und die Provinz Hessen-Rassau ernannt worden. Frankfurt <*. M. Die Stiftung für gebrechliche und verwahrloste israelitische Kinder hat im Jahre 1801/92 im Ganzeil entweder völlige Pflege und Erziehung oder einen Beitrag zu Obhut und Verpflegung geliefert. Die Summe der Einnahmen betrug M3888,53 (darunter M. 4430.73 Geschenke und M. 1268 Jahresbeiträge), der Ausgaben M. 4433.73. Wien. Dieser Tage überbrachte der dänische Gesandte in Wien, Graf Lövenörn, dem Herrenhausmitgliede Freiherrn von Königswarterdas Eommandcurkrcnz des Danebrog-Ordens mit einem Handschreiben des Königs von Dänemark, in welchem aus die Verdienste, die sich derselbe in seiner Stellung als dänischer Geiicral-Eonsiil erworben hatte, hingewiesen wird. Briefkasten -er Redaetion. V E. in Berlin. Beobachten Sie doch einmal in den Morgenstunden die Ofsiziersbnrschen, die außer ihrem Frühstückskorb auch meistens die Tagt. Rundschau für ihre Herren mit sich führen. Daß dies edle Organ fehl in Antisemitismus macht, wundert uns nicht, das Geschäft bringt's mal so mit sich. R. in Frankfurt a. M. Wollen Sie srenndl. in der gleichen Nummer, in der die Statuten der Alliance Jsr. abgedrnckt sind, auch unsere Roli; „Main;" in der zweiten Beilage beachten, so werden Sie finden, daß wir Ihrem Wunsche znvorgekommen sind. Wochen - Kalender. Mittwoch, l4. Dezember, 25. Kislew. rDUn. Freitag, 16. Dezember, 27. Kislew. Sabbat-Anfang 3 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 17. Dezember, 28. Kislew. n*2D y p 0 Sabbat-Ansgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) Montag, 19. Dezember, 30. Kislew. n"“n 'N Dl\ Dienstag, 20. Dezember, 1. Tebeth. n"“n '3 QV Mittwoch, 21. Dezember, 2. Tebeth. *]ns Der ^emm>nb tritt Montag Morgend 315/0 Min. nach 6 Uhr ein. In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg) ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen.