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Der Israelit · 1892-11-28 · Heft 94 (28.11.1892) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 94 (28.11.1892)
Date
1892-11-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1796 Ein erster Arbeiter, der tüchtiger Setzer und im Stande ist, das ganze Geschäft zu leiten, bekommt etwa Frs. 17 wöchentlich, ein guter Setzer Frs. 10, die übrigen aber nur Frs. 8, 6, 4 und noch weniger per Woche. Da von solchem Verdienst beiden hiesigen hohen Lebensmittelpretsen Niemand leben kann, so wandern viele Arbeiter nach Amerika aus. Auch leben hier viele Arbeitslose; ausländische Gehülfen werden hier nicht beschäftigt. Fachveretne gibt es nicht in Jerusalem. Die tägliche Arbeitszeit dauert ca. 10. Stunden. Da hier keine Nachfrage nach lithographischen Erzeugnissen besteht, so giebt es auch keine Steindruckereien. Soweit mir bekannt, sind die hiesigen Buchdruckereien die einzigen in ganz Palästina und findet man solche erst wieder in Syrien und dem Norden von Kleinasien. > vermischtes, Berlin, 23. Nov. Wie weit die Frechheit der Judenfresser geht, das ergiebt sich aus in einem in gestriger Nummer der „Staatsbürgerzeitnng" enthaltenen Artikel, der die Ueberschrift ,zum Prozeß Oberwinder" tragt. „Das Schlagwort vom Blutritual", behauptet diese edelste aller Zeitungen, sei von den Juden selbst in das Volk geworfen worden, um die Richter zu einer Befangenheit, zu einem Widerstreben zu bringen, das nur „in diesem künstlichen Mannöver seine Erklärung findet." Welche Summe von Gemeinheit in diesen wenigen Worten! Es giebt wirklich keine racenreinen Arier mehr! Der französische Antisemit Drurnont ist weit und breit bekannt, und alle antisemitischen Kinder jubeln laut auf, wenn dieser Name genannt wird. Daß besagter Drumont in seiner freien Zeit ein gar gewaltiger Deutschenfresser ist, das verschlägt unseren antisemitischen'Patrioten nicht das Mindeste. Der Chauvinismus des antisemitischen Herrn Drumont ist aber um so lächerlicher, als der Großvater des Mannes — ein Deutscher war. Doch das ist noch lange nicht Alles. Dem reiht sich ebenbürtig die Thatsache an, daß dieser selbe Ahnherr des Begründers des französischen Antisemitismus in Stuttgart das ehrsame Gewerbe eines „Schochet" (Schächters) ausübte, also — Jude war. Dieser Biedermann hatte offenbar damals schon eine Ahnung von der künftigen antisemitischen Größe seines noch ungeborenen Enkels — er hielt es daher für seine Pflicht, sich mit der jüdischen Gemeinde in Stuttgart zu veruneinigen. Er that dies so erfolgreich, daß er wegen Unehrenhaftigkeit aus dem Gemeindeverband ausgestoßen wurde. Hieraus ging der wackere Mann nach London, wo er aus Aerger sich taufen ließ. Eine feine Familie! Privat-Telegramm des „Israelit". Paris. Baron Hirsch verwundete sich gestern ans der Jagd in St. Germain an der linken Hand und unter dem Arm in Folge des Explodirens eines Gewehrlauses. Er wurde nach Paris transportirt. (Es ist zu bedauern, daß einem Manne von dem Herzen und dem Edelmuthe des Herrn Baron v. Hirsch nicht eine echtjüdische Erziehung zu Theil geworden. Er würde sich dann an solchen unjüdischen und gefährlichen Vergnügungen nicht betheiligen. Redact. des „Israelit.") Woche« - Kalender. Freitag, 2. Dezember, 13. Kislew. Sabbat-Anfang 3 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 3. Dezember, 14. Kislew. Sabbat-Ausgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) Sonntag, 4. Dezember, 15. Kislew. tlprE In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg) ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. _MT a n { f i fl m, "W>_ Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. 6919 Neueste Photographie vom verstorbenen Landrainer Dr. Buchholz per Stück 1 Mark. H. Schröder, Photograph, E m de u. Sichere Existenz bietet sich durch Uebernahme eines alten LiquerfabrikationSgeschäfteS und Cigarrengroßhandlung. Eventl. Einheirathen nicht auögefchlossen- Osserten unter X. 6925 befördert die Cxped. d. Bl.

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