Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1892)
- Date
- 1892-11-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1775 isr. Gemeinde beschlossen, daß Freitag um 91j2 Uhr ein feierlicher Gottesdienst für Se. Kgl. Hoheit den Großherzog stattfinden werde. Seither wurde dieses Fest stets am vorhergehenden oder darauffolgenden rate» gefeiert. Darmftadt. Der antisemitische Wahlverein hatte in der ersten Woche dieses Monats eine öffentliche Versammlung in Bessungen anberaumt, worin Herr Reuther aus Marburg das Programm der Antisemiten entwickelte. Nach Herrn Reuther kamen 5 Redner zum Worte, welche das auf Uebertreibung, Unwahrheit und Uukenntniß der Verhältnisse beruhende Programm in einer so klaren und trefflichen Weise beleuchteten, daß der Antisemitismus auf dieser Versammlung wohl Anhänger verloren haben dürfte, anstatt solche zu gewinnen. Aus Baden. Ein Beweis, wie unbegründet der Vorwurf der Antisemiten ist, daß sich die Juden gerne von anstrengenden, mit Gefahr verbundenen Arbeiten zurückziehen, ist, daß von dem Großherzoge die folgenden Herren das Ehrenzeichen für 25jährige Dienste als Feuerwehrleute erhalten haben: Bernhard Katz ans Bruchsal, Jsak Stein, Kaufmann und Samuel Stein, Handelsmann aus Messelhausen bei Tauberbischofsheim. Vermischtes. 0 Frankfurt a M Der kürzlich erschienene Bericht des „Deutsch Israel. Kinderheims zu Diez (Sitz der CentralverwaltUNg hier) bezeugt das Gedeihen und glückliche Emporblühen dieser WohUhätigkeitsanstalt, deren segenvolle Thätigkeit armen und verlassenen Kindern aus ganz Deutschland zu Theil wird. Die provisorischen Räume, welche die Anstalt bisher inne hatte, gestatteten leider nicht eine solche Ausdehnung der Thätigkeit. wie sie im Sinne der Begründer lag, der beschränkte Platz erlaubte nur die Ausnahme einer mäßigen Zahl von Zöglingen. Es wird dies mit G. H. im nächsten Jahre besser werden, da die Anstalt alsdann ein eignes Heim bezieht, das nach den Erfordernissen der Neuzeit erbaut ist. Große lustige Räume den hygienischen Anforderungen entsprechend werde« die Kinder aufnehmen: dem Handfertigkeitsunterrichte wird innerhalb der Anstalt durch die für denselben vorgesehenen Säle größere Beachtung als bisher zugewandt werden können; ein großer Garten wird nicht nur als Spiel- und Turnplatz Verwendung finden, er wird auch reichlichen Raum für Beschäftigung der Kinder mit Gartenarbeit bieten Der Bau w rd >n einigen Tagen unter Dach kommen, und es ist sichere Aussicht vorhanden, daß das Haus im Sommer nächsten Jahres wird bezogen werden können. Statt wie bisher 17—19 Zöglinge, wird die Anstalt im Stande sein 50 aufzunehmen; daß die notwendigen größeren Mittel dann auch nicht fehlcir werden, ist bei dem Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen nicht zu bezweifeln, um so weniger, da ja die Anstalt keine provinzielle, sondern für die Waisen ganz Deutschlands bestimmt ist. Die bisherige Purimspende zeigte ja, daß für diese Anstalt großes Interesse in Deutschland ist, und bei den weiter gesteckten Zielen werden auch die Gaben, die bisher recht erfreulich waren, wachsen. Daß für die Kosten des Baues sich auch noch Wohlthäter mit größeren Summen zum ewigen Ehrengedächtniß einstellen werden, ist ebenfalls nicht zu bezweifeln. Schließlich sei noch, um Jrrthümer zu verhüten, bemerkt, daß das deutsche Reichswaisenhaus, welches der bisherige Hausvater Herr Lomnitz, der mit dem 1. Januar k. I. aus der Anstalt ausscheidet, zu gründen beabsichtigt, und für welches in Zeitungsannoncen die Ausnahme von Waisenmädchen ausgeschrieben ist, zu dem seit mehreren Jahren bestehenden Kinderheim gar keine Beziehung hat. Frankfurt a. M. Der Israelitische Hülssverein (Verein zur Beschränkung des Wanderbettels) hat das erste Jahrzehnt seiner Thätigkeit zurückgelegt. In dieser Zeit wurden zur Beförderung armer Durchreisender M. 70.526 ausgegeben, wovon M. 10,506 auf das Jahr 1891-92 fallen, die sich auf 2607 Personen vertheilen. Die Zahl der Petenten war 2897. Außerdem wurden für Unterstützungen, Miethen, Badereisen, Wegschaffung ganzer Familien, Vorschüssen rc. an Hiesige M. 14,635 ausgegeben. An Mitgliederbeiträgen gingen ein von 450 Mitgliedern M. 10.395, anGeschenken M. 10,008. Schubin, 20. Nov. Gestern Sonnabend am beging das Marcus Marc u s'sche Ehepaar im Kreise der Verwandten und Bekannten das Fest der silbernen Hochzeit. Der Verlauf des Festes war ein äußerst würdiger. Nachdem zunächst die Freunde und Bekannten dem Jubelpaar ihre Glückwünsche dargebracht hatten, erschien die Stadtvertretung, der der Jubilar seit mehreren Jahren angehört, mit dem Bürgermeister und Stadtvcrordneten-Vorsteher an der Spitze und beglückwünschte das Jubelpaar zu dem seltenen Feste. Sodann erschien die Gemeindevertretung, deren erster Vorsteher der Jubilar seit 20 Jahren, in eorpore. Der Repräsentanten-Vorsteher Herr Louis Rynavczewki hielt im Auftrag der Gemeindevertretung eine festliche Ansprache an das Jubelpaar, in der er die Verdienste des Jubilars um die Gemeinde hervorhob und namentlich betonte, daß es dem Jubilar zu verdanken sei, wenn die Gemeinde heute noch, trotz der neologen Strömung ganz so gesevestreu wie früher sei. Ganz besonderen Dank sprach er dem Jubilar noch dafür aus, daß derselbe seit vielen Jahren schon an den hohen Feiertagen als „Bal-Tefilla" eintrat. Im Namen der Gemeindevertretung übergab der Redner Herrn M. einen kunstvoll gearbeiteten Pokal als Zeichen der Anerkennung und Erinnerung an diesen Tag. Außerdem gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, daß es der Gemeinde vergönnt sein möge, bei Gelegenheit des 25jährtgen Vorsteher-Jubiläums ihre Dankbarkeit und Verehrung in noch ganz anderer Weise Ausdruck geben zu können. Druckfehler-Berichtigung. In dem Nekrolog Nr. 6698 — für I. M. Iaphcl imden sich folgende Druckfehler: Zeile l. ftatt C“!N must es heißen BIN *J3ö, Zeile 13 von unten statt: N atnrb eispiel muß es heißen Naturschauspiel.