Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 89 (10.11.1892)
- Date
- 1892-11-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1694 und mochte auä) ihm einst ein solcher Nachruf der Liebe und Achtung folgen, wie seinem Vorgänger, Herrn Dr. Guttmann. Ein hübsch gesungener Chor beschloß die feierliche Einführung. Herr Pastor D. von Bodelschwingh in Bielefeld hat in einer in der „N. Wests. Volksztg." veröffentlichten Erklärung sich gegen den Radau- Antisemitismus gewandt. Aber hinter diesem Protest steckt ein viel größerer Antisemitismus, insofern Herr v. B. unter Semitismus Alles versteht, was „unter Wegwerfung jeglichen Glaubens und jeglicher Moral auf dem Boden des nacktesten Materialismus stehend, die Emanzipation des Fleisches predigt, Alles beschmutzt, was einem Christen — ja was jedem edlen Menschen heilig sein muß." Hierin liegt ein ganz ungeheurer Denkfehler, wenn nicht etwas Schlimmeres. Wie kommt Herr Pastor v. Bodelschwingh dazu. Alles, was Juden und Christen gleich gemein erscheint, als Semitismus zu bezeichnen. Er spricht in demselben Artikel davon, „daß leider eine ganze Menge von Christen in das schmachvolle Lager des sogenannten Semitismus übergegangen" sind. Wer hat denn diesen grobmaterialistischen Geist sogenannt? Es ist unerhört, eine schlimme Seite unseres zeitgenössischen Lebens mit dem Namen „Semittsmus" zu taufen, lediglich um damit eine bequeme Argumentation und einen noch bequemeren Sündenbock zu haben. Italien. Rom, 3. November. In der italienischen Verfassung, einer Copie der alten sardinischen vom Jahre 1848 ist die katholische Religion die Staatsreligion, während die andern Religionen nur als geduldete bezeichnet sind. Kein italienischer Minister hat sich bisher um diese Bestimmung gekümmert, denn in Italien sind Protestanten und die Juden mit den Katholiken ganz gleich gestellt. Nichtsdestoweniger beantragt jetzt der Senator Luigi Zini in seinem soeben veröffentlichten Buche »Revisione dello Statuto“, daß der erwähnte Paragraph der Verfassung abgeschafft und dafür erklärt werden möge, daß alle Consessionen gleichgestellt sind und sie daher alle die gleichen Rechte haben. Der Antrag des Senators findet im Lande allgemeine Zustimmung. Pianino§ mit Legato-Tyfteur — Epochemachende Neuheit liefert zu civilen Preisen und bequemen Zahlungsbedingungen die (6293 Pianoforte-Fabrik von Hevm. Loos, Siegen i. W. WT Ä n J f t fl f it. l|t Für bett folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 8.Lll. LÖ WENTHALSilberwaaren Frankfurt a. 91., Zeil 23, 867) Sür ein junges Mädchen aus respectabler, frommer Familie, welches eine sofortige Mitgift von 20,000 Mark erhält, und außerdem später noch mindestens dieselbe Summe zu erwarten hat, wird ein junger, gebildeter Mann, der entweder ein bereits bestehendes, gut rentirendes Geschäft besitzt oder ein Beamter, der ein gutes Einkommen hat und gleichzeitig religiös ist, zur Verheirathung gesucht. Offerten unter Chiffre B. 6466 an die Exp. d. Bl. erbeten. Israel. Cultusgegenstände« (Tsie Religionslehrer-, Eantor u. Schäch- ** terstelle dahier ist zu besetzen. Gehalt Mk. 550, Nebeneinkommen Mk. 300 nebst freier Wohnung und Heizung. Bewerber wollen Offerten und Zeugnisse einsenden. Erfelden a. Rhein, 7. Nov. 1893. b. Darmstadt Der Vorstand 6444) M. SternfelS I. Cgin: einen Freund, tüchtiger gebildeter ö Kaufmann, aus sehr achtbarer Familie, orthodox, suche Gelegenheit, wo derselbe sich in ein Geschäft verheirathen kann. Vermittlung ausgeschlossen. Directe gefl. Offerten unter Chiffre 6507 an die Exp. d. Bl. erbeten. Cgiic ein junges, hübsches Mädchen, häus- O lich erzogen, mit 10,000 M. Mitgift, wird paffende Partie gesucht. Offerten 8ub C. L. 6451 an die Exp. d. Bl. erbeten. Ä; Jsr., 16 Jahre alt, m. schöner Handschrift sucht per sofort Stelle als Comptoirardeiter n. besch. Anspr. Gefl. Off. unter O, A. 9954 au Rudolf Rosse in Frankfurt a. M. (6495 Aür meinen Sohn, der seit 1 Jahr in ö einem Wollwaarengeschäft noch thätig ist, suche ich anderweitiges Unterkommen, weil der Chef das ganze Jahr ans der Reise thätig ist. Der junge Mensch ist mit der Federgut vertraut, schreibt eine schöne Handschrift und ist auch praktisch tüchtig. Ich reslectire auf ein Geschäft, welches Sonnabends streng geschlossen ist u. wo der Lehrling mit voller Beköstigung untergebracht werden kann. Gefl. Offerten befördert unter Nr. 6446 die Exped. d. Bl. /Lin junger Mann, 18 Jahre alt, in Comptoiru Kellerarbeiten bewandert, sucht Stelle in einer Weinhandlung, wo Samstags geschloffen. Offerten unter K. R. 6456 an die Exp. d. Bl. erbeten.