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Der Israelit · 1892-10-27 · Heft 85 (27.10.1892) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 85 (27.10.1892)
Date
1892-10-27
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Ärthodo^e Müderuhu mÄ ■OM O 5 E 3 O Mr 11. 27. Okt. 1892.] SFO3 j} sWU« Emm bpi >h» Festgedicht zur Einweihung der neuerbauien Synagoge der Aetigionsgesessschaft in Straßburg i. E. Sein Wort, das einst geschaffen Die Welt, der Völker Schaar, Der Ewige sah's mit Schmerzen So Seines Geistes baar. „Wenn Ich ein Volk doch hätte, Von Meinem Geist durchweht, Das nahe Meinem Herzen, Das mich so ganz versteht." Da nahte hoffnungsfreudig Der Thora Lichtgestalt, Im weiten Engelskreise Ihr Wort so lieblich schallt. „O, Ewiger, laß mich gehen, Ich wähl ein Volk Dir aus, Mit ihm will ich dann gründen Ein echtes Gotteshaus!" Da ging die holde Thora, Des Glaubens treues Bild, Zur Erde suchend nieder. Von Gottes Geist umhüllt. Sie sah der Völker Schaaren In reicher, großer Zahl, Doch Keiner von den allen Nach ihres Herzens Wahl. Nicht den mächtigen Sohn der Freiheit, In der Pracht der Königshallen, Nicht den hohen Geistesträger, Noch den stolzen Kriegsvasallen. Einen armen, müden Sklaven, Der gehetzt, gejagt, getreten, Sah sie in der Wüstenöde, Und sie fühlt ihr Herz erbeben. Und sie naht dem armen Pilger, Reicht ihm ihre Königshand, Und im öden Wüstensande Schloß sie das geweihte Band. Und der Ort, er wird zum Zelte, Drin die Gottesmacht nun thront, Eine mächt'ge Feuersäule, Flammenspendend in ihm wohnt. Und der Sklave trägt die Fackel Allen Völkern kühn voraus, Und das Zelt wird bald zum Tempel, Wird zum festen Davidshaus. Jede Hütte, jede Wohnung, Wird ein Tempelheiligthum, Priester Er, der Herr des Hauses, Sie verkündend Gottes Ruhm. Und aus fremdem Land der Seher Ruft bewundernd ohne Hehl: Schön sind Deine Zelte, Jakob, Deine Wohnung Israel! Sprach sie nicht, die hehre Thora Auch zu uns, der kleinen Schaar: Auf, es ist nicht Zeit zum Schlafen, Kämpfen gilt es jetzt fürwahr!

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