Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 83 (20.10.1892)
- Date
- 1892-10-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1584 nicht auf länger als auf einen Monat jedes Mal. 3. Gehörig ernannten Agenten und Angestellten jüdischer Kaufleute erster Gilde anderer Städte zu gestatten, nicht weniger als 4 Mal und solchen Angestellten von jüdischen Kaufleuten zweiter Gilde nicht weniger als 2 Mal im Jahr nach Moskan zu kommen. Wie der „Standard" mittheilt, befindet sich an der Spitze der Petenten Schukin, der Direktor der Danilowskischen Fabrik. Von den Unterzeichnern vor 10 Jahren fehlen dagegen Protopopow und Alexjew — ersterer ist nämlich mittlerweile offizieller Vertreter der Kaufmannschaft Moskau und letzterer Bürgermeister von Moskau geworden. Nach Verlauf von 3 Monaten ist den Petenten mitgetheilt worden, daß die Paragraphen 2 und 3 „im Sinne behalten werden sollen", falls es zur Revision der Judengesetze komme, und Paragraph 1 sei bereits Gesetz. Das ist richtig und haben auch die Petenten betont, allein sie haben zugleich hervorgehoben, daß die Polizei die diesbezügliche Bestimmung in so willkürlicher Weise auslege und anwende, daß der betreffende Gesetzesparagraph alle Bedeutung verloren habe. Türkei. Jaffa. Das Vorstandseomitä der isr. Gemeinde versendet seinen 3. Rechenschaftsbericht, aus dem wir ersehen, daß die materielle Lage dieser Gemeinde eine sehr schwierige ist. Die Gemeinde hat sich in dem letzten Jahrzehnt um das siebenfache vermehrt, viele der ausgewanderten russischen Glaubensgenossen haben sich daselbst niedergelassen und dadurch die Noth und das Elend in dieser Stadt vergrößert. Das Vorstandscomite ist bemüht diesem Nothstande möglichst zu steuern; das neue errichtete Hospital ist eine wahre Wohlthat für die zahlreichen Kranken geworden; in dringenden Fällen gewährt das Eomits Gelddarlehen, es versieht die Hungrigen und Schwachen mit Mazzoth und Wein u. s. w. Allein seine ihm zur Verfügung stehenden Mitteln sind beschränkt und hat es, um den unabweislichen Bedürfnissen zu genügen, eine Schuld von 15871 Piaster aufnehmen müssen. Es bedarf daher gewiß nur dieses Hinweises, unsere geehrten Leser auf die Unterstützungsbedürftigkeit dieser Gemeinde aufmerksam zu machen und sie zu ersuchen, ihr Wohlwollen für dieselbe durch reichliche Gaben zu documentiren. Persien. Teheran, im August. w man nty o wnua-wa. Unsere Freude, daß wir diesmal von der Cholera gänzlich verschont bleiben werden, war leider eine voreilige; als die Seuche heuer das erste Mal, im Mat, in Persien erschien, da ging sie wohl an unserer Stadt ruhig vorüber. Nicht aber so, als sie im Juli wieder auftrat, denn da nistete sie sich sogleich in unserer Stadt ein und verbreitete sich dann von hier aus über den nördlichen und westlichen Theil unseres Königreiches. Furchtbar wüthete sie auch in dem hiesigen Judenviertel, wo sie in den engen und finstern Häusern daselbst, die in Folge derArmuth, die hier herrswt, stets überfüllt sind, eine gute Unterkunft fand. Da sich im Judenviertel hier weder ein europäischer Arzt, noch eine nach europäischer Art eingerichtete Apotheke, noch ein Spital befinden, so waren wir nur auf den Beistand unserer einheimischen Aerzte angewiesen, deren karges Wissen, das sie ohnedies nur aus den Büchern oder aus ihrer Praxis bei andern einheimischen Aerzten erworben, einer Epidemie gegenüber ganz machtlos dasteht. Die Seuche konnte sich an manchem Tage zwölf bis zwanzig Opfer aus dem Jndenviertel holen und in manchem Hause lagen Todte und Kranke in einem Zimmer mehrere Stunden beisammen, da es an Bahren fehlte, um die Leichen schnell hinwegschaffen zu können. Jetzt hat die Krankheit zwar etwas nachgelassen; sie rafft aber noch immer fünf bis zehn Opfer aus dem Judenviertel hinweg. Die meisten Geschäfte in diesem Viertel sind schon Wochen lang gesperrt, da ihre Eigenthümcr entweder gestorben sind, oder es für überflüssig oder gar für lebensgefährlich halten, jetzt bei dieser traurigen Zeit im Laden zu stehen und mit den verschiedensten Menschen daselbst in Berührung kommen zu müssen. Aehnliche traurige Berichte liegen auch ans anderen jüdischen Gemeinden Persiens, so aus Hamadan, Nehawend, Chosrew-Abad, Täbris 2c. vor, wo die Seuche leider noch immer wüthet und noch immer ihre Opfer fordert. (Ein Freund unseres Blattes in Konstantinopel theilt uns eben mit, daß Sultan Abdul Hamid, der erschüttert ist von dem großen Elende, das jetzt in Persien herrscht, auf seine Kosten fünf Aerzte und drei Apotheker mit einer großen Menge von Medicamenten und Desinfectionsmitteln nach Teheran geschickt hat, damit sie dort den Armen Hilfe bringen sollen. Dieser Wohlthätigkeitsakt des Sultans ist um so höher anzurechnen, als die Türkei ihre Aerzte und Apotheker jetzt für sich selbst benöthigt. D. Red.) -£» Vermischtes. < Der in Görz verstorbene Gutsbesitzer Dr. Levi, einer der bedeutendsten Weinproduzenten Oesterreichs, welcher vor Jahren seine einzige Tochter in Folge Diphteritis verloren, hat, wie man aus Triest telegraphirt, testamentarisch ein Legat von 30,000 fl. für denjenigen Arzt ausgesetzt, welcher ein Heilmittel oder eine Behandlungsweise zur erfolgreichen Bekämpfung der Diphteritis entdeckt.