Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 79-80 (4.10.1892)
- Date
- 1892-10-04
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448218-2448293--34994-2482958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1531 Wenn Euch Euer Leben lieb und Iheuer ist, setzet Euren Fuß nicht in diese unglückliche Gasse, die heute noch getränkt wird von dem unschuldigen Blute vieler unserer unglücklichen Brüder. Meidet so schnell als möglich die Stätte, in der man in wenigen Stunden nichts hören wird, als das Jammern und Stöhnen der Sterbenden, nichts sehen wird, als das verzweifelte Händeringen der in den Tod Gejagten!" „Traurig ist allerdings die Botschaft, die Du uns bringest", antworteten die Fremden, „aber sie ist uns nicht neu, wir hörten in der Ferne von dem Unglücke, das den Wormser Juden bevorsteht und so sind wir hierher gekommen, um sie von demselben zu retten. Wir wollen uns als die Thäter bekennen." In der „Gasse" verbreitete sich schnell die Nachricht von der Ankunst und Absicht der beiden Männer. Man brachte sie auf den Richtplatz und als sie hier der harrenden Menge ihre Absicht knndgegeben hatten, vollzog man an ihnen unter den entsetzlichsten Schmerzen die Todesstrafe. Sie hauchten ihre reinen Seelen aus und retteten dadurch eine ganze Gemeinde von einem schrecklichen Tode. „Wer die zwei Gäste gewesen," schließt das M. N. Buch, „weiß man bis auf den heutigen Tag nicht. Es ist möglich, daß der Allgütige zwei Engel in Gestalt von Menschen geschickt hat, um das unsägliche Elend von der Gemeinde abzuwenden." So das Maaseh« Nissim Buch. Heute aber brennt noch die jüdische Gemeinde aus Dankbarkeit das ganze Jahr hindurch zwei Lichter für die unbekannten O'kunx »jv. Damit auch die Erinnerung an eine solche edle That in hiesiger Gemeinde stets wach erhalten werde, vernehmen wir alljährlich am nos bv sowohl in hebräischer, als auch in deutscher Sprache das „Memern" für die „beiden Unbekannten." Israel! Mit Gott zieh' ruhig Deines Lebens Straße Und scheuche Deine Sorgen fort, Wenn auch der Feind in seinem blinden Hasse Den Pöbel ruft zum Glaubensmord. Gen Himmel blicke, wo ein Vater waltet, Den Du von Anbeginu geweiht, Dein Stern hat stets zum Guten sich gestaltet, Wenn treu Du standst in schwerer Zeit, Ein Schutz und Wehr ist Dir Dein Thoraglauben Ein Thurm in Kampf und Wetternacht Mag tückevoll der Feind auch Alles rauben, Nicht raubt er Dir des Glaubens Macht. Vertrau' auf Gott, die schweren Wolken weichen, Die schwarz umlagern Deine Schwell' Die Wahrheit siegt und schwingt ihr Flammenzeichen: Es tagt auch Dir, mein Israel! Lauterburg, Oktober 92. Benzion. WM" Anzeigen. "WW Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Die Silbevtvnave»r- Issbeik Lazarus Posen Wi in Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: 12z Oiajlm, Tasg, Kronen, ('lianukafrlampen, Besomimbitchgen, Sederblegens fände, Pokale, Wei nhnmpen etc. etc. und versendet ihre neuen, gehr vergriiggerten Mugferlieffe nebgt Preig-Couranten gratis und franko I (189 Verkaufs - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Unter den Linden 5, Hotel Bristol. Heidelberg. Pensionat für Israel. Töchter von (5236 Sauna Meumann vormals Frau Dr. Rctkeudorf. Wissenschaftliche, häusliche u. gesellschaftliche Ausbildung. Prima Referenzen u. Prospekte durch die Vorsteherin. -^München Restaurant A. Schwarz, Westenriedenstr. 7/1 Wiener Küche. (1856 Mäßige Preise. Gute Bedienung.