Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1892-09-26 · Heft 77 (26.9.1892) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 77 (26.9.1892)
Date
1892-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448218-2448291--34928-2482890
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXm. Jahrgang. M 77. Der Israelit. Tin §entrat-Hrgan für das orthodore Iudenihum. Begründet von Dr. Lehmann tu Ma»«;. Montag, den 26. S e P t. 5653 (1892). Da mit dem 1. Oktober 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel Cm Iom Kippur-Gedanke von Liepmann Philipp Prins. Frankfurt a. M., 25. September. Nach mancherlei Vorbereitungen ist endlich der große Tag, der msa dv uns nahe gerückt. Mit einem Hochgefühl betreten wir unsere hellerleuchteten Synagogen, diese ehrwürdigen Gott n-a geweihten Hallen, wo wir zuerst bis spät in die Nacht und dann wieder vom frühen Morgen bis zum Ende des NTun nr, des furchtbaren Tages, zu verbleiben gedenken, wo wir glauben und hoffen, daß das beglückende Wort 'mho „Ich habe verziehen", auch uns gegolten. Haben wir doch nicht immer gelebt nach den Vorschriften Gottes und ist es doch unsere ernsteste Absicht, unsere Vergehen zu sühnen. — Der -nsa ov reißt die Schranke nieder, die uns von unserem Gott nwa trennt. Von diesem Glauben sind wir so überzeugt, sind wir so durchdrungen, daß wir es wagen, inbrünstig und aus ganzem Herzen zu beten: „Du Vater, der Du doch nur den Segen und das Glück Deiner Kinder willst, wir haben so manche Wünsche, die wir für gut halten, bringe dieselben in Erfüllung!" Doch unsere heutige Betrachtung ist nicht dem, was wir beten gewidmet, sondern einem Gebet-Fragment, das in dem Jerusalemitischen Talmud aufbewahrt, nicht in unseren Ritus ausgenommen ist und zwar fehlt es an dem Platze, wo in unseren d’bvd *pio das Gebet des Hohenpriesters sich befindet. Wir meinen das wie folgt lautende Fragment: Nb nn ova mb nsh vbw pm ’rv bv üipö^> ivmb Nnn mb wby nss’ cni hnth ru»a mn ova n!? pivn rrw nbw yxho psn \t — min uvnon nn» jnon nasr bni mm naiera Mb (Jerus. mov V, 2.) .mso bv inona „Es sei wohlgefällig vor Dir, o Herr, daß nicht über uns hereinbrechen möge ein Galuth (eine Verbannung): nicht an diesem Tage und nicht in diesem Jahre; wenn aber ein Galuth über uns Hereinbrechen wird, so möge unser Galuth sein an einem Orte der Thora. Es möge wohlgefällig sein vor Dir o Herr, daß nicht über uns hereinbrechen möge ein Mangel: nicht an diesem Tage und nicht in diesem Jahre. Sollte aber ein Mangel über uns kommen, so möge unser Mangel sein, in dem Mangel an Mizwoth." So betete der bis \ro, der Hohepriester, nach dieser Tradition, wenn er an dem Versöhnungstag das Allerheiligste verließ, und es ist leicht einzusehen, daß dieses schwer verständliche Gebet der Erläuteterung bedarf. Man wußte es, daß der zweite Tempel nicht eine Stätte für die Ewigkeit war. An den Bau dieses Tempels war die Hagaische Prophezeiung geknüpft: (Hagai II, 6). s’n bjjd nns ny nwa» 't idk na '2 „So spricht der Herr Zebaoth, nur kurze Zeit werdet Ihr Euch mit diesem Tempel freuen." (Siehe Eommentatoren nmao Sanhedrin 97 b.) Wer weiß, so fürchtete man, wie rasch der Völker Geist sich wieder gegen das Land kehren wird, wo wir jetzt mit freudigem Herzen Gott dienen. Wer weiß, wann es in Gottes rra Rath bestimmt ist, daß Israel das Land der Väter verlassen muß, wo es jetzt sich heimisch und glücklich fühlt. Wenn dieses Verhängniß über Israel beschlossen, so betete der Hohepriester — siehe, o Gott, so viele unserer Brüder befinden stch in der Diaspora, und haben in jenen Ländern, wo sie stch niedergelassen, das Erbe Israels treu gepflegt — bestimme dann, daß die bnttf mtw, welche stch jetzt auf heiligem Boden befindet, für den Fall, daß sie wieder vertrieben wird, — wandern möge nach den Ländern, wo die nrnpn mm gelehrt und gepflegt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.