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Der Israelit · 1892-09-15 · Heft 74 (15.9.1892) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 74 (15.9.1892)
Date
1892-09-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1422 Hirsch an Herrn Baumeister Lohr und von diesem an Herrn KreiSrath von Löw: derselbe begleitete die Ueberreichung an Herrn Rabbiner Dr. Selver mit den Worten: er möge die Thüre zu dem Gotteshause öffnen, welches unserm gemeinsamen Gott geweiht werden solle. Unter Hinweis auf die über dem Eingang angebrachte hebr. Inschrift, welche er in's Deutsche übersetzte: Oeffnet euch, ihr Thore, daß einziehe ein Volk, das Gerechtigkeit suchet und die Treue wahret, öffnete Herr Rabbiner Dr. Selver die Thüre zur Synagoge, welche jedoch die Festtheilnehmer nicht zu fassen vermochte und Viele daher in der geöffneten Vorhalle weilen mußten. Nun begann der Fest-Gottesdienst, für welchen ein besonderes Programm entworfen war, das in schönster Weise durchgeführt wurde. Die einleitenden Gesänge des Chores unter Mitwirkung des stimmlich gut begabten Vorbeters, das Anzünden des ewigen Lichtes unter Weihespruch, das Einstellen der Torah-Rollen unter des „Ono Adonai"- Gesanges, der darauffolgende Chor, nahmen die Aufmerksamkeit der Zuhörer gefangen, in noch höhern Grade, die sich daran schließende Festpredigt des Herrn Rabbiner Dr. Selver; ausgehend von den Worten der Torah 2 Buch Moses Kap. 25 Vers 8 „Und sie sollen mir ein Heiligthum machen, daß ich wohne in ihrer Mitte" beleuchtete derselbe in durchdachter formvollendeter Weise die Bedeutung und den Werth isr. Bethäuser in ihrer Vergangenheit und zu allen Zeiten, sowohl für Israel als auch für die ganze Welt, als erste und älteste Hüterin des einheitlichen Gottesglaubens und der Worte Gottes, wie sie uns durch Moses überliefert, einer ewigen Quelle gleich, den Segen der Opferwilligkeit, wie sich dieses durch den Bau dieses Gotteshauses bewahrheite; und so erflehe auch er Segen, den Männern und den Frauen und allen denen, die durch ihre Opfer und Wirken den Bau ermöglicht. Nach Absingen eines Chorliedes folgte alsdann das Weihegebet über die einzelnen Theile der Synagoge, welchem Herr Dr. Salfeld, in warmer ergreifender Weise Ausdruck verlieh; der Schluß der erhebenden Feier bildete der allgemeine Segen für Kaiser und Großherzog sowie die Behörden und der dreifache Segen für die versammelte Gemeinde. Zur Vervollständigung dieses Berichtes wollen wir noch anführen, daß die Synagoge in maurischem Styl erbaut, sowohl der äußern Form wegen, als auch durch ihre innere geschmackvolle und gediegene Ausstattung dem Erbauer zur höchsten Ehre gereicht und als Zierde der Stadt Großgerau angesehen werden kann; Ehre auch den um Herbeischaffung der Mittel sich verdient gemachten Vorstehern Herren H. Marxsohn und B. Hirsch. Berlin. Ueber eine Aeußerung des Kaisers gegen den Antisemitismus bei Gelegenheit der Ernennung des Oberstlieutenants v. Moßner von den Leibhusaren zum Flügeladjutanten hatte die „Israel. Wochenschr." berichtet. Nach der Berliner „Börsenzeitung beruht diese Erzählung nicht auf Wahrheit. „Seine Majestät kennen den Oberstlieutenant von Moßner — damals Lieutenant Moßner im 7. Husaren-Regiement — aus der Bonner Zeit, mögen ihn von daher gerne, machten ihn zum etatsmäßigen und dann zum Kommandeur des Garde- Husaren-Regiements. In der Garde erwartete man die Ernennuung zum Flügeladjutanten schon im vorigen Jahr, aus einem besonderen Grunde unterblieb sie damals." Briefkasten der Redaktion. N. H., Lehrer in Co. In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist, ist zuerst festzustellen, wann nach der Ortszeit Sonnenaufgang resp. -Untergang stattfindet, alsdann ist die durch die Einführung der M. E.. Z. entstandene Differenz hinzuzuzählen und hiernach ’NSO W">W rc. festzustellen. Ob die in den Frankfurter oder Mainzersüddeutschen Kalendern angegebene Ortszeit (M. E. Z. ist in denselben noch nicht berücksichtigt) übereinstimmend mit der Ihrigen ist, ist uns nicht bekannt, doch können Sie dies am dortigen Platze leicht erfahren. Die Uhrdifferenz zwischen den großen Eentren Europas ersehen Sie aus nachfolgender Weltuhr. mst Zur Enthebung von dem Versenden von Neujahrskarten haben die Folgenden eine Spende für die Armen des heiligen Landes gegeben und wünschen auf diesem Wege allen Freunden, Verwandten und Bekannten eine rrnts nöTim mTD Der Betrag der hierfür eingegangenen Spenden gelangt im Jnseratentheil zur Veröffentlichung: I. Muszkat u. Frau in Cöln a. Rh., Lehrer Moritz Neuberger in Philippsburg, E. Eisenmann u. Familie in Marktbreit a. M., Lehrer S. Bamberger in Würzburg, Frau Rabbiner Ehren reich mit Töchtern, Präparandenlehrer L. G. Ehrenreich mit Frau Gitta geb. Berlinger, Sa muel Eldod mit Frau, Ortsrabbiner M. P. H. Wechsler mit Familie, sämmtlich in Höchberg (Bayern), M. L. Bamberger und Frau in Bad-Kissingen, Rabbiner Dr. Seckel Bamberger und Frau in Schwersenz.

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