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Der Israelit · 1892-09-12 · Heft 73 (12.9.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 73 (12.9.1892)
Date
1892-09-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1405 That zu geben. Und so hat es denn dem Vorstand in Rücksicht auf die Gesundheit den Rath ertheilt, an den kommenden Festtagen den Gottesdienst abzukürzen. Die Idee war so großartig, daß der Vorstand sofort beschloß: Am m beginnt der Gotttesdienst um halb 10 und endigt um 12 Uhr; nu hj fällt die Predigt fort; Beginn des Gottesdienstes am 2"' um halb 10 Uhr; Nachmittags treten 2 Stunden Pause ein, während welcher alle das Gotteshaus zu verlassen haben. Wir begnügen uns mit der Constatirung dieser Thatsache. Jedes erläuternde Wort würde die h. Sanktion (!) abschwächen. Stratzburg, 28. August. Die Reichsstatthalterschaft hat angeordnet, daß die Drumont'sche „karole Libre“, bevor sie in Metz, Straßburg rc. zur Ausgabe gelangt, erst die Censur zu passiren hat. Man hat also endlich von amtlicher Stelle eingesehen, daß dies Blatt eine öffentliche Gefahr darstellt, welcher auf dem Wege polizeilicher Prophylaxis entgegengetreten werden muß. > Vermischtes. < Schrirrrrir, 5. September. Heute wurde Herr Rabbiner Dr. Bamberger '"3, seither in Schwersenz, wiederholt mit großer Majorität zum hiesigen Rabbiner gewählt. Die erste Wahl ist wegen eines bei derselben vorgekommenen Formfehlers von der Regierung nicht bestätigt worden. — Bei der jüngsten Enthüllung des Denkmals für den Dichter Hosfmann von Fallersleben auf Helgoland trug Emil Rittershaus ein Gedicht vor, welche das Hoffmann'sche, von den Antisemiten mißbrauchte Lied „Deutschland, Deutschland über alles" zu verherrlichen suchte. Darin heißt es: „Einigkeit und Recht und Freiheit — auf den festen Säulen steht Jenes Deutschland, das besungen einst begeistert der Poet. — Einigkeit — auf diesen Felsen muß es fest gegrün-- det sein! Weg die Großmannsucht der Kleinen, weg den Hader der Partei'n. Weg der schnöde Streit der Klassen, weg des Zankes häßlich Bild, Wenn es unsrer aller Mutter, Deutschland über Aller gilt! Und das Recht, daS heil'ge hohe! Weh dem Frevler, der es beugt, Und den Rassenhaß entfesselt, der nur Blut und Unheil zeugt, Dessen Zunge von dem Gifte allerschlimmfter Schlangen trieft! Fest zum Rechte, daS uns heilig, das beschworen und verbrieft, Und es werde nie vergessen, daß uns deutscher Bruder heißt, Wer im Leben und im Sterben deutsch sich zeigt in Herz und Geist!" Wien, 7. September. Erzherzog Eugen, der Bruder der Königin-Regentin von Spanien, der als hoher Militär eben an den Herbstmanövern bei Fünfkirchen theilnimmt, hat im Dorfe Ozowa bei dem dortigen jüdischen Gutsbesitzer Moriz Bifchitz Wohnung genommen und zwei Tage dort verweilt. Der Erzherzog zog jeden Tag Herrn Bifchitz zur Tafel, an der auch zahlreiche hohe Offiziere und die Suite des hohen Herrn theilnahmen. Herr Bifchitz hat sich aber für diese hohe Ehre dafür revanchirt, daß er mehrere Bataillone und deren Offiziere auf seine Kosten bewirthete. Erzherzog Eugen blieb ihm jedoch für diese schöne patriotische That den Dank nicht schuldig. In Avignon starb der Rabbiner Herr Benjamin Mosse, der sich als Schriftsteller und Herausgeber der Monatsschrift: „La Familie de Jacob“ einen Namen erworben hat. Sein litterarischer Nachlaß ist sehr bedeutend. Zur Enthebung von dem Versenden von Neujahrskarten haben die Folgenden eine Spende für die Armen des heiligen Landes gegeben und wünschen auf diesem Wege allen Freunden, Verwandten und Bekannten eine rrnta noTim nrrm Der Betrag der hierfür eingegangenen Spenden gelangt im Jnseratentheil zur Veröffentlichung: BezirkSrabb- Dr. L ö w e n ste in in Mosbach u. Frau, S. Eisenmann, Lehrer in Pfungstadt und Frau, Adolf Lehmann in Stettin, Familie Abr. Lewy und I. Rosenthal in Wronke, Abr. Mannheimer, Lehrer in Harburg, Schwaben, JakobMannheimer, Lehrer,Wittelshofen, I. Lehmann, Darmstadt, S. Buttenwieser, Lehrer, Rimpar, I. Lautmann, Altenstädt a. I. Rabb. L. Härter in Berlin. H. Lehmann in Stettin Rabbiner Lob Wißmann in Schwabach. Auflösung des Mrers-Aatysets in Mr. 70: :tvn nrniN1? L'QIIP vnvnwi Dy »pro -wn .'V '“>1 ,'J '2 ,'n Richtige Lösungen sandten ein: Michel Levy in Trier, S. Coblenz, Cantor in Prenzlau, Berth. Löwenstein (Talmud-Thora) in Hamburg, MarcuS Cohn in Rawitsch, N. N. in Frankfurt a. M., Akiba Frey, Rabb.- Cand. in Duna-Szerdahely, Michael Zeisel in Pest, Akiwe Schreiber in Sereih, A. N. Kranzdorff in Göteborg, Schweden. Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloost und erhielt der Gewinner Herr MarcuS Cohn in Rawitsch Ein Werk auS nuferem Verlag franco zugesandt. Wochen - Kalender. Freitag, 16. September, 24. Elul. Sabbat-Anfang 5 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 17. September 25. Elul. D’33 3. Sabbat-AuSgang 6 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr.) Sonntag, 18. September, 26. Elul. J’D’DttfD. In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg), ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betteffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen.

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