Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1892)
- Date
- 1892-09-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1369 tischen Gemeinde zu ihren gleich- und vollberechtigten Bürgern zählt. Zum Schluffe möchte ich unter Hinweisung auf die Worte des Herrn Landrabbiners den Wunsch aussprechen, daß der Friede zwischen den verschiedenen Confessionen und Religionsgesellschaften, dessen wir uns bisher erfreut haben, unserer Stadt immerdar erhalten bleiben möge!" Hierauf sprach Herr Lehrer Philip ein hebräisches Gebet anschließend an Psalm 150: „Einst wird dem Herrn ein Tempel sein der weite Erdenrund, Einst schließt die ganze Menschheit einen Bruderbund, Und Gotterkenntniß bedeckt dann die Erde, wie Wasser den Meeresgrund!" Alsdann wandte sich Herr M. Heinemann im Namen der Synagogengemeinde mit Dankesworten an die in Wind und Regen Ausharrenden und schloß hiermit die schöne Feier, die gewiß bei Allen, die ihr beigewohnt, tiefen seelischen Eindruck machte. Die Theilnehmer verließen den festlich geschmückten Bauplatz, während die Musik den Psalm wiederholte: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre!" Oesterr.-Ung ar. Monarchie. Serajewo, 18. August. Der Geburtstag des edlen und hochherzigen Kaisers Franz Joses, der seit vierzehn Jahren auch Herrscher von Bosnien und der Herzegowina ist, wurde heute auch hier festlich begangen und fand aus diesem Anlasse sowohl in der hiesigen sephardischen als auch in der deutsch-ungarischen Synagoge ein feierlicher Gottesdienst statt, dem zahlreiche Andächtige anwohnten. Die Juden in den beiden occupirten türkischen Provinzen haben aber auch volle Ursache, um Kaiser Franz Josef und seinem tüchtigen Reichsfinanzminister Baron Kallay, der auch die genannten beiden Provinzen verwaltet, dankbar zu sein, für die ihnen erwiesenen zahlreichen Wohlthaten. Zwar standen sich auch unter der türkischen Herrschaft die Juden Bosniens nicht schlecht — in der Herzegowina wohnten damals noch keine Juden —, denn sie waren mit den übrigen Bewohnern des Landes gleichgestellt, aber die türkische Beamtenwirthschaft, dann die Unsicherheit und die fortwährenden Revolten, die im Lande herrschten, hinderten sehr deren materielles und geistiges Gedeihen. Heute dagegen, wo Bosnien und die Herzegowina zu den best verwalteten Ländern Europas gehören, können sich auch die Juden in diesen beiden Provinzen besser entfalten und auch ihre materielle und geistige Lage glücklicher uud erfreulicher gestalten. So haben wir jetzt hier zwei Gemeinden, die uralte sephardische und die kaum noch 13jährige deutsch-ungarische Gemeinde, die sich aus den hier eingewanderten österreichischen und ungarischen Juden bildete, und haben beide Gemeinden ihre eigenen Institutionen und ihre eigenen Synagogen und Schulen- Sogar in der Hauptstadt der Herzegowina, in Mostar, gibt es heute schon eine schöne Judengemeinde mit einem Gotteshause, und da die öffentliche Sicherheit nichts zu wünschen übrig läßt, so siedeln sich langsam auch in den andern Städten des Landes Juden an. Auch bei den neugebauten Eisenbahnlinien wurden Juden als Beamte angestellt und von den nun hier existirenden nach europäischer Art eingerichteten Hotels verdanken die meisten den Juden ihr Entstehen. Der ehemalige Rabbiner Buchwald hat hier eine deutsche Buchhandlung gegründet, und die Juden hier lassen schon ihre Kinder in der deutschen Sprache unterrichten, welche nun die Amtssprache in den occupirten Provinzen ist. Wochen - Kalender. Freitag, 9. September, 17. Elul. Sabbat-Anfang 5 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 10. September 18. Elul. xnn '0. Sabbat-Ausgang 7 Uhr 10 Min. (Mainzer Uhr.) W Anzeigen. -W> w Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Aefucht für einen größeren Haushalt ein alleres, isr. Fräulein, welches die bürgerliche Küche und den Haushalt versteht. Eintritt zum 15. Oktober cr. S. Winter, 5448) Gelse nkirchen. /Lin braver Junge kann sofort in die Lehre treten bei I. Oberdörfer, Metzger, 5451) Landau, Pfalz. ^egen Verheirathung unserer jetzigen ' suchen wir per Oktober eine durchaus persecte Köchin gegen hohes Gehalt. Geschwister Alsberg, 5458) Bochum, i. W. 3u einer älteren, kränklichen Frau wird ein anständiges u. tüchtiges Mädchen, oelches selbstständig arbeiten kann, gegen inten Gehalt zum baldigen Eintritt ges. Offerten beliebe man unter Nr. 5446 in die Exped. dss. Bl. zu richten. OXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXO ein Mädchen von 19 Jahren, O welche das Kleidermachen u. Zu- ) schneiden erlernte u. in der Haus- Haltung bewandert ist, wird unt. bescheidenen Anspr. passende Stellung ) in einem Hause gesucht, wo Sams- X tags u. Feiertags geschlossen. < Offerten unter Nr. 5462 befördert 3 die Exped. dss. Bl. crrryyyyyyyyy^rrrryyy^ro /frepr. isr. Lehrerin für Ungarn sucht \5/ die Schulagentur A. Fuchs, Leipzig, Brüderstr. 6 I. (5456