Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 69 (29.8.1892)
- Date
- 1892-08-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1320 int Verlage von Abraham Spire (Spcier). Dieses Blatt scheint aber die Franzd'sirung nur wenig gefördert zu haben, denn im Jahre 1820 sah sich die französische Regierung veranlaßt, den Ober-Rabbiner von Metz, den ausgezeichneten Talmudisten Aaron Worms seiner Stellung zu entheben, auf Grund des Artikels 20 der Verordnung vom 17. März 1808, wonach vom Jahre 1820 ab kein Rabbiner in Frankreich wählbar war, ohne der französischen Sprache mächtig zu sein. Auch heute noch spricht die ziemlich zahlreiche einheimische jüdische Bevölkerung von Metz deutsch, von den älteren Leuten etliche ausschließlich. In der bedeutenden Metzer Bibliothek fehlt die erwähnte Zeitschrift, gleichwie so manche andere auf das Deutschthum bezug habende wichtige Urkunde." Frankreich. Paris. In Nr. 215 vom 2. August d. I. brachte der „Figaro" einen Artikel über die Judcnsrage in Rußland. Darin heißt es u. a.: „In Frankreich ist der Israelit durch die Sprache, die er in seiner Familie spricht, durch seine Erziehung, durch seine Sitten ein echter Franzose, und oft sogar ein eifriger und aufrichtiger Patriot. In Rußland sprechen alle Juden — ich sage alle ohne Ausnahme — unter sich einen völlig bestimmten deutschen Dialekt; es ist der, der noch täglich in einem Theil Westphalens und der Pfalz angewendet wird. Einem Jrrthum entgegen, der allgemein verbreitet ist, kann man versichern, daß ihre Sprache nicht mehr hebräische Worte enthält, als das moderne Französische deren arabische zählt . . . (? Red. d. Jsr.) Im gewöhnlichen Leben sprechen sie unter sich nur deutsch." Der Artikel, unterzeichnet mit Sviatoslaf de Baschmakoff, legt unzweifelhaft dar, daß in Rußland Inden- Hetze und Deutschenhetze mit einander Hand in Hand gehen, ja daß die sprachliche Zugehörigkeit der Inden zu Deutschland ein Gegenstand der Verfolgung ist. Merkwürdige Sprünge des Antisemitismus. In Rußland werden die Juden verfolgt, weil sie Deutsche sind, in Deutschland, weil sie gar nicht Deutsche sein sollen, und dem jüdischen Franzosen wirft der deutsche Antisemitismus vor, er sei chauvinistisch und deutschfeindlich l Woche» - Kalender. Freitag, 2. September, 10. Elul. Sabbat-Anfang 6 Uhr 10 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 3. September II. Elul. Nifn ’D. Sabbat-Ausgang 7 Uhr 25 Min. (Mainzer Uhr.) In denjenigen Staaten, in welchen mittelenropäische Zeit eingesührt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg), ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. Nachträglich eingelaufene Auflösungen des Aäthsets in Ar. 65. Richtige Lösungen sandten ein: Studiosus Gymnasii Moguntini in Mainz, N. Goldschmidt in Vacha, Simon Eichstetter, Lehrer in Schwetzingen, Simon Weiger in Krzywcze, A. N. Kcanzdoxfs in Göteborg (Schweden), Leop. Engelberg in Töesö, N. Perlmann in London E., Jacob Schweb in Nagy-JgmLnd (Ungarn), S. Eoblenz, Cantor in Prenzlan, Leon Fader in Siroka. Heir B. B sendet nachfolgende freie Uebersctznng des Räthsels: Geschützt und geborgen durch Gottes Hände Gab liebend Er mich seinen Kindern als Spende. Den Mann, der mich hütet nach altem Rechte, Betrachtet Gott als ob ein Opfer er brächte. Bon der Arbeit Last will ich Ruhe gewähren Und trockne der Annen, des Trauernden Zähren. Nimmst Du die Mitte aus mir heraus, Bin ein Zweig von Adams Haus Stellst aber ohne Kopf Du mich hin Der Liebling von Vater und Mutter ich bin. WT lu j e i fl e rr. -WU Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. tellegesuch. j <7^ch suche für nieine 18jährige Tochter | CSiir eine Waise, I6>/2 Jahre alt, suche (\3 zur Erlernung der Haushaltung Stelle. Q Stellung für Küche und Haushalt bei rn einem besseren Hause. Auf Verlangen bin ich bereit, eine Vergütung zu gewähren. mäßigen Ansprüchen. Ein isr. Mädchen aus guter Familie, welches sowohl in der Küche als auch in der Haushaltung, sowie in weiblichen Handarbeiten sehr erfahren, wünscht in einer besseren Farn ilie Stelle. Es wird mehr auf familiäre Behandlung als auf hohen Lohn gesehen. Reflektirende wollen Gesuche unter H. 1580 an MitdolfWwsse Nürnberg, rbeten. S. Samuel, 5290) Hüls bei Crefeld. zur Stütze der Hausfrau. (>ich suche per sofort ein streng religiöses Mädchen im Aller v. 16—18 Jahren H. Wähler, 5283) Erlangen. ein tüchtiges, properes Mädchen, gegen hohen Lohn, welches falle häuslichen Arbeiten verrichten und der Küche mit vvrstehen kann. Gest. Offerten unter Nr. 4908 an die Exped. d. Bl. Jacob Urias, 5279) Hattingen a. d. R. um Eilikauf von Esrogim bin ich in Triest. Ich bitte meinen verehrten Kunden mir ihre Aufträge rechtzeitig zu ertheilen, direkt nach Triest an meine Adresse „alte Börse" oder nach hier. Wolf TopilowSky, 5266) Eöln o. Rh. Kommerz. Auskünfte (gewöhnl. und rekommandirte). Nachweis solid. Agent, u. Bezugsqu. ertheilt streng reell I. Berliner, Glatz. (5258 (5287