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Der Israelit · 1892-08-22 · Heft 67 (22.8.1892) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 67 (22.8.1892)
Date
1892-08-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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wonach die zahlreichen jüdischen Wohlthätigkeitsvereine der Kontrole des Staates sich werden unterwerfen müssen. Wiewohl in jedem geregelten Staat eine solche Verordnung die allgemeinen Sympathien für sich haben dürfte, ist sie im antisemitischen Rußland ein weiterer harter Schlag für die russische Judenheit. Den alten Traditionen gemäß giebt cs unter den russischen Juden verschiedene Gesellschaften (Chcwroth genannt), welche theils wohlthätige, theils spezifisch jüdische Zwecke haben, wie die Verbreitung des jüdischen Wissens, die Unterstützung jüdischer Lehranstalten 2c. Eine Unterwerfung aller dieser Vereine unter die Staatskontrolle würde nicht nur die Existenz vieler aufhören lassen, sondern auch die Thätigkeit der übrigen wesentlich hemmen. Das russische Staatswesen ist so geartet, daß, wo die Regierung nur cingreift, jede gute Sache nothwendigcr Weise zu einer Einnahmequelle der Beamten und der Willkür der letzteren preisgegeben wird. Man sucht daher auf jedem Gebiete in Rußland der sogenannten Ueberwachung der Regierung zu entgehen. Auch die christliche Bevölkerung hat nicht angcmeldete Wohlthatigkeitsvereine in eben solchem Maße aufzuweisen wie die jüdische, um gar nicht von Klubs, Lesehallen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Verbänden?c. zu sprechen, welche in den von Juden gar nicht bewohnten Gouvernements in großer Zahl im Geheimen exist ixen. Den höheren Regierungskreisen ist diese Thatsache im Allgemeinen bekannt, indessen da es sich um ganz harmlose Vereinigungen handelt, so zieht sie Schweigen in dieser Hinsicht vor. Als bester Beweis dafür, wie die russische Regierung mit jüdischen Geldern umgeht und jüdische Gemeindeangelegenheiten regelt, kann die sogenannte „Fleischsteuer" dienen. In Rußland exiftirt eine besondere Steuer auf koscher geschlachtetes Fleisch, welches Geld als Eigenthum der jüdischen Gemeinde für jüdische Gemeindezwecke verwendet wird. Die Negierung aber hat seit einer Reihe von Jahren dieses jüdische Gemeindegeld zu einer besonderen Einnahmequelle des Reiches gemacht, indem sie die von den Gemeinden beschlossenen Ausgaben nicht ganz bewilligt und somit jedes Jahr einen Rest dieser Steuer für sich behält. Gegenwärtig wird die Höhe dieser „Fleischsteuerreste" auf etwa 40 Millionen Rubel geschätzt, welche Summe mit jedem Jahre wächst. Mit diesem jüdischen Gemeindegeld würde jetzt der russischen Judenheit viel geholfen werden können, allein die russische Negierung will, trotz ihrer Zustimmung zur Auswanderung der Juden, dieses Gemeindegeld „unberührt" sehen. Petersburg, 6. Ang. Der Generalbevollmächtigte des Barons Hirsch, Hr. Fajuberg, bereist augenblicklich die jüdischen Colonien um Kischineff und im Gouvernement Cherson. Aus diesen Gegenden wollen sich 300 jüdische Familien als Ackerbauern aus den vom Baron Hirsch gekauften Ländereien niederlassen. Erst am 16. August begibt sich Hr. Fajnberg nach St. Petersburg, über den Plan, ein jüdisches Central-Auswanderungs Comit« zu errichten, endgültig entschieden werden wird. Zur Enthebung von dem Versenden von Neujahrskarten haben die Folgenden eine Spende für die Armen des heiligen Landes gegeben und wünschen auf diesem Wege allen Freunden, Verwandten und Bekannten eine nmts n»mm nrrß Der Betrag der hierfür eingegangenen Spenden gelangt im Jnseratentheil zur Veröffentlichung: Frau Dr. Lehmann, Mainz, Rabb. Dr. Bondi, Mainz, Hugo Bond i, Frankfurt a. M., Li pp. Ph. Prins und Frau, Frankfurt a. M., Oscar Lehmann und Frau, Mainz, Fl. Metzger, Weisenau, Hermann Adler, Rüsselsheim, S. L. Gersmann, Mainz,Jonas Esch Wege, Rüsselsheim, Bertram Bondi und Frau, Mainz, Leo Cahn, Kastei, Jonas Bondi, Mainz, Joseph Kahn, Mainz, Moses Marx, Mainz, L. H. Lippmann, Mainz, Hugo Bondi, Mainz, Heinrich Hertz, Mainz, M. Schatz, Lehrer, Rüsselsheim, Dr. Jonas Lehmann, Mainz. Auflösung des Aäthsets in Ar. 65: na _ - nattf — .. T — Richtige Lösungen sandten ein: Elias und Hermann Hausmann in Nenzenheim, S. M. Bachrach in Elmshorn, A. S. Reich, Lehrer in Loslau (Ober- Schlesien), Heinrich Glaser, Eantor in Bremgarten (Aargan), I. Jungmann in Schildberg (Posen), A. Davidsohn, Cnltilsbeamter in Rastenburg (Ostpr.), Jsaac Rosenthal in Wronke, Schlesinger, Lehrer a. D. in Mergentheim, Les. Levin in Bruchsal, Daniel Dreyfuß in Uffheim, Abraham Langer, Vorsänger in Hagenbach (Ob.-Elsaß), B. Schoemann, Lehrer in Dorstfeld, Oberndorfer, Lehrer in Archshofen. Wochen - Kalender. Freitag, 26. August, 3. Elul. Sabbat-Anfang 6 Uhr 20 Min. (Mainzer Uhr.» Samstag, 27. August, 4. Elul. Q’üDtJ'. Sabbat-Ausgang 7 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) In denjenigen Staaten, in welchen ntittelenropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg), ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Unnechnnng der Mainzer llhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. _j e i a sji. Jü_ Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. nriBTff billigst bei A. Goldschmidt, 5178) Hamb urg, Kohlhöfen 35. in tüchtiges Mädchen vom Lande aus feiner Familie, das die bürgerliche Küche versteht, sucht in einer größeren Stadt zum alsbaldigen Eintritt Stelle bei einer besseren, kleinen Herrschaft. Gest. Offerten 8ub 5164 an die Exped. dsS. Bl. Junges Mädchen, § mos., das in verschiedenen Branchen bereits conditionirte, jetzt noch in Stellung, sucht Engagement. Postlagernd Cassel JL. H. 5.

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