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Der Israelit · 1892-08-18 · Heft 66 (18.8.1892) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 66 (18.8.1892)
Date
1892-08-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1262 eilen Freundlichkeit ernst zu meinen; sie wollen nur für ihr schändliches Treiben die eine Seite für sich gewinnen. Nicht in diese Falle zu gehen, davor warnt eine Predigt, die Rabbiner Dr. M. Horovitz in Frankfurt a. M. am vergangenen siebenten Pesachtage gehalten hat, und welche auf besoudern Wunsch unter dem Titel „Die Auferstehung" bei I. Kauffmann in Franks, a. M. im Druck erschienen ist. Anknüpfend an die Hastarah des Tages, weist der Vers, nach, was trotz des vielen Trennenden innerhalb der Judenheit eint, und daß zu hoffen ist, daß auch die dem Judenthum scheinbar abgestorbenen Theile zu einem großen Ganzen in treuer Bekennung zum ganzen Inhalt des Judenthums sich einst wieder mit den treugebliebenen Brüdern als auch innerlich nicht mehr getrennte Einheit zusammenfinden werden. — Der vor zwei Jahren erschienene und an dieser Stelle besprochene „Leitfaden für den Religions-Unterricht in der israelitischen Schule" von Distrikts-Rabbiner Nathan Bamberg er in Würzburg (Franks, a. M. I. Kauffmann) ist jetzt in zweiter Auflage erschienen. Daß so rasch eine neue Auflage nothwendig geworden, ist die beste Empfehlung dieses Buches. Der Werth desselben ist durch die Hinzufüguug eines Kapitels über die Speisegesetze wesentlich erhöht. Nur hätten wir zur Vermeidung von Mißverständnissen in Z 1. 3 dieses Kapitels statt „Schuppen" „lösbare Schuppen" gelesen. Auch das Nachwort zu diesem neuen Kapitel kann in seiner jetzigen Fassung Anlaß zu Jrrthümern geben. Wir nennen hier auch diese geringfügigeren Ausstellungen, weil im Uebrigen die Fassung dieser so hochwichtigen Vorschriften eine für den vorliegenden Zweck geradezu musterhafte ist. § 3. 5 wäre bei einer späteren Auflage als 8 2. 4 aufzuführen. Willkommen ist auch der neue Anhang, der einige deutsche Schulgebete und schöne Dichtungen enthält. Wenn die Vers, der Gedichte nicht genannt sind, so ist das sicherlich nur ein Versehen, welches wohl bei der nächsten Auflage gut gemacht werden wird. — In kritischen Worten wendet sich in einer kleinen Broschüre „Der Jude wird verbrannt" (Dresden 1392. Verlags-Magazin) William Schoppe, ein Christ, gegen die Verlogenheit der antisemitischen Sippe. Er weist nicht nur statistisch die Lügen von dem größten Prozentsatz jüdischer Betrüger zurück, er stellt auch mit überlegenem Sarkasmus, jene merkwürdige Speeies der „christlichen Liebe", wie die Antisemiten sie bethätigen, in das rechte Licht. Diese kleine Schrift, die nur 50 Ps. kostet, sei hiermit warm empfohlen. — Der Vers, der Schrift „Die Zukunft des Judenthums", welche den Juden, um den antisemitischen Wühlereien zu entgehen, den Rath giebt, das Judenthum, ohne sich täuschen zu lassen, aufzugeben, und zum „Urchristeuthum" zurückzukehren, meint es sicherlich gut. Wie verkehrt aber sein Rath ist, wie, abgesehen davon, daß die Juden sich selbst aufgäben, wollten sie das Judenthum abwerfen, der Begriff des „Urchristentums" ein vager sei, für den selbst die Christen sich nicht begeistern könnte«, wie gerade das Ideal, dem alle Menschen zustreben, das des Judenthums sei, Menschenliebe und Frieden auf Erden, und da? Streben danach gerade durch das Judeuthum gewährleistet sei, das weist Rabbiner Dr. L. Rosenthal zu Rogasen in seinem offenen Schreiben an den Vers, jener Schrift nach, das er „Ein jüdischer Egidy" betitelt und das im Verlag von I. Kauffmann in Franks, a. Ri. erschienen ist. Jeder wird mit Vergnügen diese kleine Schrift lesen. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 15. August. Das Berliner Eomitö für die Buschhoff-Sammluugeu hat heute eine Sitzung im Rathhause abgehalten. Äbg. Dr. Barth referirte über die bisherigen Ergebnisse der Sammlung. Danach sind bei dem Berliner Comite ea. 50,000 Mark eingegangen, während die von den anderen Comitö's, namentlich in Frankfurt a. M. und Köln gesammelten Beiträge sich auf etwa 30,000 Mark belaufen, sodaß im Ganzen ea. 80,000 Mark zusammengebracht sind. Einem Kuratorium, das sich in Köln gebildet hat, hat Buschhoff, der vollständig gebrochen und keiner Arbeit und Anstrengungen mehr fähig ist, die vollständige Verwaltung der für ihn zusammengekommenen Gelder überlassen. Das Berliner Comito hat nunmehr nach eingehender Debatte den Beschluß gefaßt, die Sammlungen zu schließen, von der Summe von 50,000 Mark zunächst 15,000 Mark für die übrigen in Lunten und Umgegend in Mitleidenschaft gezogenen jüdischen Familien zu verwenden und die dann noch verbleibenden ea. 35,000 Mark, sowie die etwa jetzt noch einlausendeu Gelder dem Kölner Kuratorium zur Verwaltung resp. weiteren Verwendung zu überweisen. — Türkei. Constantinopel, 2. Angust. Nach Nachrichten, die aus Salouichi hierher gelangt, spielte sich in Vodiua, einem au der im Bau begriffenen Eisenbahnlinie Salouichi-Monastir gelegenen Flecken, folgender Vorfall ab; In genannter Ortschaft lebte seit einigen Jahren ein aus Ungarn eiugewauderter Jude Namens Konn mit seiner Frau und Tochter, welcher ein Hotel errichtet hatte. Sein fünfzehnjähriges Töchterchen, ein Mädchen von auffallender Schönheit, hatte das Unglück das Wohlgefallen des Bey von Nizzia zu erregen, welcher wiederholt die Absicht ausgesprochen hatte, sie in seinem Harem aufzunehmen. Vor einigen Tagen erschien derselbe plötzlich im Hotel und lnd das Mädchen ein, mit ihm zu speisen; die junge Schöne jedoch, durch die kecken Blicke des Wüstlings erschreckt, floh und schloß sich in ein Zimmer ein. Nun machte der Bey einen solchen Lärm, daß die geängstigte Mutter zur Polizei sandte, allein die erschienenen Zapites zogen sich beim Anblick des gefürchteten Bey unter Bücklingen zurück. Hierauf verließ der Türke das Haus und feuerte auf die Mutter des Mädchens, welche er an einem Fenster erblickte, zwei Revolverschüsse ab, glücklicherweise ohne sie zu treffen. Das Thor des Hauses war unterdessen geschlossen worden, so daß der edle Bey unverrichteter Dinge abzieheu mußte. Kouu und seine Familie verließen, die Rache des Bey fürchtend, noch am selben Tage Vodina und die Frauen liegen infolge des ausgestaudeneu

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