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Der Israelit · 1892-08-08 · Heft 63 (8.8.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 63 (8.8.1892)
Date
1892-08-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Inhalt: Die Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. Aus Stadt und Land: Altena. Wittlich. — Büchermarkt. Sn® •O A R Q BrthodoLe MuderrthumM ■OM OSE S vf>- 8. Aug 1892 ] INr. L Die Versammlung des Vereins jüd. Lehrer in der Provinz Hannover Die Versammlung, die schwach besucht war (30 Mitglieder), verhandelte zum erstenmal zwei Tage. Eine recht rege und lebhafte über zwei Stunden dauernde Debatte veranlaßten die von Herrn Seminardirektor Dr. Kroner verfaßten und der Versammlung vorgelegten Uebersetzungsbücher der leMab für die Mittel- und Oberstufe. Die Versammlung kommt zum Beschluß, daß das Uebersetzungswerk einem seit langer Zeit bestehenden Bedürfnisse abhelfe, große Vortheile besitze und zur Einführung sehr empfehlenswert sei. Kollege Speyer-Hannover hält einen Vortrag über das Thema: „Wie gestaltet sich der jüdische Geschichtsunterricht in der Praxis der Volksschule?" Der Vortragende führte etwa folgendes aus: Sein Bortrag solle eine Erörterung der theoretischen Grundsätze, die von Herrn Landrabbiner Dr. Guttmann im vorigen Jahre gegeben wurden, bezüglich ihrer Anwendung in der Praxis sein. Für eine gesunde Praxis fehle noch die sichere Basis; man sei sich noch immer nicht ganz klar, ob der Gegenstand für sich allein oder in Verbindung mit einem anderen zu treiben sei, und ferner fehle eine fest bestimmte Unterrichtszeit. Vortragender verlangt, man solle einen bestimmten Theil der für biblische Geschichte festgesetzten Zeit der jüdischen Geschichte zutheilen- Einen nennenswerthen Schaden würde das für die erstere kaum bilden. Denn eine Reihe von biblischen Geschichten sei ohne Nachtheil auszulaffen, so eine Anzahl von Geschichten der Richter- und Königszeit, andere könnten in größerer Kürze gegeben werden, beispielsweise die Geschichte Simsons, Davids Flucht u. a. m. Auch in den evangelischen Schulen sei der biblische Geschichtsstoff stark zusammengedrängt, ohne den Erfolg zu beeinträchtigen. Die evangelischen Kinder wüßten häufig sogar mehr biblische Geschichte als die unsrigen, obwohl sie noch den großen Stoff des Neuen Testaments zu bewältigen hätten. Die „Allgem. Bestimmungen" verlangten sogar noch große Theile der KirchenAeschichte. Der Referent verlangt, etwa ein Drittel der für die biblische Geschichte angesetzten Zeit solle der jüdischen Geschichte gewidmet werden. In der Praxis ließe sich dieser Vorschlag so verwirklichen, daß die der" jüdischen Geschichte zugewendete Zeit an das Ende geschoben, dem Gegenstände also etwa 15 bis 18 Stunden gewidmet würden. Nicht zum wenigsten sei aber die jüdische Geschichte neben der biblischen bis heute so stiefmütterlich davongekommen, weil für die letztere fast allgemein keine methodische Vertheilung vorgenommen worden sei. Man habe darauf los unterrichtet, möglichst in jeder Stunde eine Geschichte in der Ausdehnung wie der vorhandene Leitfaden sie gerade bot, ohne Maß und Ziel, und so sei für die jüdische Geschichte keine Zeit geblieben, oft der Stoff der biblischen Geschichte selbst nicht bewältigt worden. Wolle man ein Resultat erzielen, so müffe ein Lehrplan für die biblische Geschichte aufgestellt werden, der unwichtige Geschichten ignorirt, bei anderen eine wohlthätige Kürze voraussetzt und so die Anfügung von im ganzen 24 bis 30 jüdischen Geschichten ermöglicht. Diese Geschichten will Referent auf die Jahre der Oberstufe vertheilt wiffen, so daß am Ende des Jahres soviel Stunden anzusetzen wären, als zur Durchnahme von 8 bis 10 Geschichten nötig seien, also höchstens 16 Stunden, das sind 6 bis 8 Schulwochen. In der angegebenen Zahl von Geschichten fei dem Volksschüler eine ausreichende Darstellung der jüdischen Geschichte zu geben. Der Stoff solle möglichst um bedeutende Persönlichkeiten gruppirt werden. Das Ziel dieses Unterrichts müffe sein, Liebe und Begeisterung sür's Judenthum zu erregen, dasselbe in seinen heutigen Verhältniffen verstehen zu lernen und namentlich gegenüber den heute beliebten feindlichen Angriffen den Kindern eine Vertheidigungswaffe in die Hand zu geben. Die methodische Behandlung unterliege im allgemeinen den Grundsätzen der Weltgeschichte. Zu beachten sei besonders folgendes: Die Darstellung sei kurz, ohne dabei in trocknen Ton zu verfallen. Unbedingtes Erforderniß sei der freie Vortrag des Lehrers, ohne den die Kinderherzen nicht zu erwärmen wären. Zur Erhöhung des Interesses empfehle es sich, mitunter intereffante Steven aus den Quellenschriften vorzulesen, zu welchem Zwecke sich das Quellenbuch von Spanier recht gut eigne. Die bekannten Hilfsmittel für diesen Gegenstand hätten alle mehr oder minder große Mängel in Rücksicht ihrer Zweckmäßigkeit für die Volksschule, am passendsten von allen sei noch Sondheimer. Bei einem Gegenstände aber, der

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