Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 59 (25.7.1892)
- Date
- 1892-07-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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tTHIII. Jahrgang. M SS Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmauu in Mainz. Montag, den SS. Juli SSSS (1892). Leitender Artikel. Kin vierhundertjähriges Iuöitäum. Mainz, 22. Juli. Wir leben unter dem Zeichen der Jubiläen. Wo vor einer abgerundeten, größeren oder geringeren Zahl von Jahren ein irgendwie bedeutsames Ereigniß sich vollzog, feiert unsere Zeit das Gedächtniß desselben, wenn die Stunde seines Eintritts im Wechsel der Jahre und Jahrhunderte wiederkehrt. Aber es sind säst ausschließlich heitere, erfreuliche Momente, Marksteine, welche einen Wendepunkt im Fortschritt der Menschheit bezeichnen, denen solche Feier gilt. Die dunklen Punkte seiner Geschichte, die Niederlagen, die es erlitten, feiert kein Volk. Ueber solche schwere Katastrophen geht unsere Zeit mit schweigsamem Ernst vorüber. Sie möchte solche Parthien, die sie am liebsten ausgemerzt aus der Reihe der Geschehnisse wünschte, nicht noch aufs Neue beleben und ihr Andenken immer wieder neu zum Bewußtsein bringen. Von dieser Etgenthümlichkeit macht der jüd. Stamm eine bemerkenswerthe Ausnahme. Er hat nicht nur seine Feiertage, welche die gehobenen Momente seiner Vergangenheit jeder Gegenwart in unverwelklicher Frische erhalten, sondern auch seine Fasttage, welche gerade seinen staatlichen Niedergang in den einzelnen Stadien, in welchen er sich vollzog, vor der Vergessenheit der späteren Generation schützen. So leben wir gerade augenblicklich in den drei' Wochen, zwischen dem Fasttag des vierten und fünften Monats, welche dem Gedächtniß der Eroberung und Zerstörung Jerusalems und der Einäscherung des Tempelheiligthums gewidmet sind. — Wenn uns in diesen Tagen der sinnige Väterbrauch mancherlei Entsagungen und Entbehrungen auferlegt, wenn die Trauer um unseren staatlichen Zusammensturz und unsere Zerstreuung in alle Länder der Erde uns am Tischoh-Be-Ab zu Boden zieht und wir in den Klageliedern Jeremias unseren Schmerz aushauchen, dann beschränkt sich dieser Schmerz nicht auf die große Katastrophe an und für sich, sondern gedenkt auch all der Leiden und des Elends, welche in späteren Jahrhunderten über die Häupter des zerstreuten jüdischen Stammes hingezogen sind. Unsere Ktnoth veröffentlichen die Drangsale der jüdischen Diaspora während der Kreuzzüge und zu anderen schweren Zeiten, denen die Gemeinden Mainz, Frankfurt, Worms, Speyer und andere erlegen sind. Wenn uns dieses Jahr der Tischoh-Be-Ab wieder in unseren Gotteshäusern versammelt, dann möchten wir daran erinnern, daß auf den Tag genau 400 Jahre verflossen sind, seitdem die schreckliche Ausweisung unserer Väter und Mütter aus Spanien erfolgt ist.*) — Vierhundert Jahre erscheinen in der jüdischen Geschichte wiederholt als ein Zeitabschnitt, der einen Wendepunkt in derselben bezeichnet. Als dem ersten Juden das thränenreiche Sklavenloos seiner Nachkommen, — sowie die Befreiung aus demselben und der Besitz des heiligen Landes verkündet wurde, kleidete sich diese göttliche Verheißung in die Worte: -Wissen sollst Du, daß Fremde Deine Nachkommen fein werden in einem Lande, das ihnen nicht gehört, man wird sie knechten und quälen vierhundert Jahre. Aber auch das Volk, dem sie dienen werden, richte ich, und nachher werden sie mit großer Errungenschaft ausziehen.- An demselben Tage schloß Gott mit Abraham ein Bündniß des Inhalts: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben vom Strome Mizrajimk bis zum großen Strom, dem Strome Perath" (1. B. M. XV. 13. 14. 18.) *) In seinem Commentar zu den Propheten bemerkt Don Jizchak Abarbanel (Jeremias 2 und Hosea 6): P22 -wn Dmrvn!?d 2p btu t©d -^p 2mbq pupt 282 'D HN’S’n Dl* PI’PIl D5»i D’tcnn tt6ttf02 183'w n?2jn2 mwnn D'Dt^n p iSn2 222 pm nra jn* i<b Nim 2ET8 0?B1T B22J . . . {12128.2 2I2L>2 PIT PUPI1 — PITPI pt 2L'8 jnriN Di’i DT2nn rutht?1? . . . noto nu 222O2 mn nvn D3J/2 . 2 82 D dt» ptpi dj’2 in onn: 12 •223D niS28 22D 'PI ni823 V2 183’