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Der Israelit · 1892-07-11 · Heft 55 (11.7.1892) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 55 (11.7.1892)
Date
1892-07-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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XXXID. Jahrgang. M 55. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den II. Juli 5652 (1892). Um die Verhandlungen im Prozeh Buschhoff, soweit dieselben bis heute gediehen sind, noch in der vorliegenden Nummer zum Abdruck bringen zu können, wird in dem Versandt der Letzteren eine Verzögerung von einigen Stunden eintreten. _________Redaction des Israelit. IWW- Neu eingetretene Abonnenten erhalten die bis jetzt erschienenen Kapitel der beiden Erzählungen: „Der Günstling des Czaren" & „Die Familie y Agvillar" beide in Buchausgabe, zum Preise von zusammen Mk. 4.— franco nachgeltefert. — In der vorigen Belletrist. Beilage begann die angekündigte Erzählung „Fürstengunst" von S. Kohn. Die Expedition des Israelit. Leitender Artikel. Ein Mort Liber die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur und einige verwandte Bestrebungen, von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz.) III. Wäre die Thätigkeit der jüdischen Vereine für Geschichte und Literatur nur werthlos oder geringwerthig, so wäre es nicht geboten, deßhalb das Wort gegen sie zu nehmen. Vereine und Vorträge bilden einen angelegentlich gepflegten Sport unserer Zeit. Es gibt viele Leute, die ihren Sinn für Bildung durch Zugehörigkeit zu einer Anzahl von Vereinen und durch Anhören einer gewissen Zahl von Vorträgen allwinterlich bekunden zu müssen glauben. Wenn fachkundige, redliche Kenner der jüdischen Geschichte, diesem Bedürfnis durch Abhaltung von Vorträgen Rechnung tragen, so ist dagegen nichts zu sagen. Wie gering wir den dauernden Werth solcher Vereine und Vorträge auch veranschlagen, er mag immer noch größer sein, als wenn man die diesem Vortrag gewidmete Zeit in der gewöhnlichen Weise ausfüllen würde. Es haben ja auch schon Männer solchen Bestrebungen das Wort geredet, deren Begabung und religiöser Ernst wohl eine Garantie bieten mögen, daß der Erfolg doch ein besserer sein möge, als ihm hier prokognoscirt wird. Füglich entscheidet ja über den Werth oder Unwerth dieser und ähnlicher Bestrebungen doch die Persönlichkeit desjenigen, der sie in die Hand nimmt. Unsere Ausstellungen richten sich daher nicht gegen Vereine und Vorträge über jüdische Geschichte und Literatur an und für sich, sondern gegen die Vereine und Vorträge wie sie neuerdings vielfach angestrebt werden und bereits feste Gestalt angenommen haben. Wenn man zuerst den Glauben verbreitet, jüdische Geschichte und Literatur sei der gemeinsame Boden auf dem treue Anhänger und treulose Abtrünnige des Judenthums sich ungenirt bewegen könnten, ohne religiöse Differenzpunkte zu berühren und man benützt nun diesen naiven Glauben, um von diesem neutralen Gebiete aus den Kampf gegen das überlieferte Judenthum zu führen, wie das thatsächlich wiederholt in Schrift und Wort vorgekommen ist und vorkommt, so wird kein Redlicher in Abrede stellen können, daß hier eine große Gefahr für die Bekenner des orthodoxen Judenthums vorhanden ist. Wie man jüdische Geschichte und Literatur fälscht, verdreht, wie man unseren großen Vorbildern kleine und kleinliche Motive, Gesinnungen und Handlungen andichtet, um nur eine Folie für die Halbheit und Verkehrtheit einer zeitgemäß zugestutzten Mode-Religion zu haben, dafür liegen uns ja Muster in bändereichen Geschichtswerken vor. Nach diesen Mustern arbeitet nun ein großer Theil der bestehenden Vereine für jüdische Geschichte und Li-

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