Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 54 (7.7.1892)
- Date
- 1892-07-07
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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1004 fand am 28. Marz statt. An demselben Tage, da in Deutschland der 300 jährige Geburtstag des Begründers der Volksschule, des Ministers der Didactik, Joh. Amos Comenius "gefeiert wurde, haben wir hier in öffentlicher Prüfung die Erfolge eines Unterrichts darzuthun versucht, der nach den Grundsätzen der Didaciica magna gelehrt und ertheilt wird. Wenn wir auch nie darauf Anspruch erhoben, eine streng deutsche Volksschule zu haben, so war es doch stets unser Ehrgeiz gewesen, bei einem streng jüdischen Geiste und einer wohlwollenden englischen Disziplin deuff'che Unterrichtsform auch für die hebräischen und arabischen Gegenstände zu haben. Es war stets unser Bestreben gewesen, vor allen Dingen die selbftthätige Denkkraft der Zöglinge zu üben, den Unterricht möglichst leicht und angenehm zu machen, und den Schülern keine blendende oder oberflächliche, sondern eine mehr gediegene Bildung als Vorbereitung für das Leben zu geben. Daß dieses von kompetenter Seite hier anerkannt wurde, dient uns ebenso zur Genugthuung als zum Sporn, in derselben Bahn fortzuschreiren, hoffend, daß wir in Zukunft von außen mehr Encuragement und hier weniger Hemmnisse erfahren. Die Prüfung, welche 4 Stunden von l1,^ bis 5 •/, Uhr Nachmittags dauerte, war durchaus keine zeremonielle, sondern eine ernste Untersuchung dessen, was die Zöglinge gelernt, und wie sie es gelernt hatten. Der österreischische Generalconsul führte auf mein Ersuchen den Vorsitz und leitete die Prüfung; während voller 4 Stunden verließ der Herr Generalconsul seinen Sin nicht, und mit gleichem Interesse und mit gleicher Ausdauer folgte der liebenswürdige englische Eonsul der Prüfung in den verschiedenen Gegenständen und examinirend die Schüler der 1. Klasse im Englischen. Der deutsche Consul, welcher in Begleitung seines Kanzlers Herrn Dr. Bägge kam, wohnte mit sichtlichem Vergnügen während l1/, Stunden der Prüfung bei und studirte eingehend den | Lehrstand. Das erhöhte Interesse, das Herr Tischenj dorf für unsere Anstalt an den Tag gelegt, ist umsomehr anzuerkennen, resp. zu würdigen, als derselbe bei ähnlichen Veranstaltungen in andern Anstalten sehrselten persönlich erscheint. Schach Jossuf, ein alter Freund unserer Schule, der jetzt zum Mufti Schafye avancirt ist, hat auch dieses Mal die oberen Klassen im Arabischen geprüft und hat ebenso wie der englische Consul, welcher ein Kenner der arabischen Sprache ist, sichtliches Vergnügen, als der Anschauungsunterricht in der arabischen Sprache repetirt wurde und die Zöglinge der 4. Klaffe mit Verständniß die Thierbilder beschrieben. Zur hohen Befriedigung gereichte es uns, dieses Mal auch die jüdische Gemeinde durch das Großrabbinat offiziell bei der Prüfung vertreten zu sehen. Der amtirende Ehacham Baschi, Herr Großrabbiner Eliaschar erwies uns die Ehre seiner Anwesenheit. Leider konnte der ehrwürdige Greis erst, nachdem der erste Theil der hebräischen Prüfung vorüber war erscheinen, und konnte wegen des plötzlich erfolgten Todes eines Ehacham nicht so lange bleiben, bis der Herr Generalconsul den zweiten Theil der hebräischen Prüfung an die Reihe brachte. Herr Eliaschar versprach uns indessen einen baldigen zweiten Besuch, bei welcher Gelegenheit er eine hebräische Prüfung selbst vornehmen wird. Die Thatsache, daß bte Schnle an Popularität bedeutend gewonnen, läßt uns hoffen, daß unser Wirkungskreis auch bald bedeutend größer werde. Nie zuvor haben wir ein ebenso zahlreiches wie distinguirtes Publikum in unserer Anstalt gesehen. Von den Anwesenden will ich nur noch erwähnen den in hoher Achtung stehenden Hrn. Dr. Schwarz der auf Besuch hier weilte, Rabbiner Ukilai, Ascher- Bär, der christliche Banguier Fratiger und Frau, und Herr Louis Unger. Ich darf sagen, daß die Prüfung mir eine Stunde der Freude war, welche, wie bekannt, ein Jahr voller Schmerzen aufwiegt. Ephraim Eohn. _M ri % eigen. Für beit folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich Eitterr LrhMrrg zum sofortigen Eintritt gesucht. W. Schiff Sohn, 4405) Gladenbach, Oberhessen. trüstigen Metzgerlehrliug zum sofortigen Eintritt sucht Moses Goldberger, 4413)_Rothenburg a. Tauber. /Line junge Dame sinder in einer kinderlosen, isr. Familie am Oberrhein, zur gründlichen Ausbildung im Haushalt, p. September oder October a. c. freundl. Aufnahme. Pensionspreis Mk. 400. Offerten unter M. 4410 an die Exped. dss. Bl. erbeten. Aür ein junges, hübsches Mädchen mit ca. 14,000 Mk. Vermögen, sus religiöser Familie, wird eine passende Parthie gesucht. Offerten unter Ar. 4424 an die Exped. dss. 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Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.