Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 53 (4.7.1892)
- Date
- 1892-07-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIII. Jahrgang. Jfg 53. Der Israelit. Tin Kentrat-Hrgari für das orthodoie Iud 'ntömn. Begründet von LZr Lehmann in Mainz. M 0 n t a g, den 4. Juli -3Ä52 (1892*. jUgp*" Neu eingetretene Abonnenten erhalten die bis jetzt erschienenen Kapitel der beiden Erzählungen: „Der Günstling des Czarcn" & „Die Familie y Aguillar" beide in Buchausgabe, zum Preise von zusammen Mk. 4.— franco nachgeliesert. Die Expedition des Israelit. BUr beginne» mit der nächsteil '.Uummev mit der BerösseilUichnng von — „Fürftengttttst" einer größeren Erzählung bon S. Kvhn, Bersnsser von Gabriel. 2Lir können unbedenklich die neueste Erzählung deS gefeierten Verfassers als eines der spannendsten Erzählungswerke, welches die uroderne Literatur hervorgebracht, bezeichnen und unsere gesch. Leser werden scholl llach wenigeil Kapiteln eifcmteu, das; lvir nicht zu viel behauptet haben. Ten Mittelpunkt derselben bildet der zraiserliche Oberhos- und Oberkriegssaktor Samson Wertheimer, der noch seht in der dankbaren Erinnerung seiner Glaubensgenossen und in einer zahlreichen Nachkommenschaft fortlebt. Alle Träger des illnstrelr Namens (Wertheimer, 20erlheinibcr, Edle von Weriheirnsteiir) in Tentschland, Oesterreich-Nngarn, Frankreich sind diesenl edlen Siannne entsprossen. Die Handlung des Romans ist innig mit den grosten, welterschätternden, geschichllichen Ereignissen verknüpft, welche das Schicksal der Helden beeinslllstt haben, das Auftreten historischer Persöiilichleiien, Kaiser Karl?, des Prinzen langen von Savoyen, der Erzherzogin Josefa, ri.?l. die Schilderung der politischen Kämpfe und diplomatischen Kabalen am Wiener Hose, verleihen dem Werke das höchste Interesse und nnschilderbaren Reiz. Es ist überreich an erschütternden Seene:: von höchster dramatischer 'Wirkung, die Lösung des wundersamen Räihsels, welches den Knoten der Erzählung bildet, ist ebenso überraschend als bel'riedigend. Der berühmte Verfasser hat mit seiner bestrickenden Erzählungskunst scheinbar Ungleichartiges zu einem harilionisch schönen Ganzen verschmolzen. Es erfüllt uns mit inniger Freude, diese Erzählung, die dem Besten, ivas S. Kohn geschrieben, würdig an die Seite gestellt werden kann, den geehrten Lesern unseres Blattes darbieten zu können. Leitender Artikel. Ein Wort über die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur und einige verwandte Bestrebungen, von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz.) II. Diejenigen, welche durch Pflege jüdischer Geschichte und Literatur die Gleichgilngkeit für alles Jüdische bannen und neues Interesse dafür wecken und erhalten zu können vermeinen, geben also das Vorhandensein der Mißstände zu, die sie beseitigen Redaktion des „Israelit". wollen. Sie müssen auch mväamm, daß es einmal Zeiten gab, in welchen dieses Interesse für jüdische Interessen vorhanden war und zwar so reichlich vorhanden war, daß ihnen diese Zeiten jedenfalls hinsichtlich dieses einen Punktes als ein Ideal vorschweben, dessen Erreichung sie eben anstrcben. Wem es nun ernstlich darum zu thun ist dieses Ziel zu erreichen, der müßte sich doch einmal uttlsehen, wie mati es in jenen Zeiten denn angefangen hat, ein solches Interesse sür unsere jüdischen Anliegen zu wecken. Und da finden wir im Grunde genommen nur eine einzige Veranstaltung, die sich allerdings in verschiedenen Formen mant-