Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1892)
- Date
- 1892-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIII. Jahrgang. GERMANIA JUDAICA Kölner Bibliothek aor n.grhlrlitr da. deoteebea Mntan —r M SS. Der Israelit. Ein KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudentstum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 30. Juni 5652 (1892). Da mit dem 1. Juli 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Wir beginnen mit dem nächsten Quartal mit der Veröffentlichung von -i-„Fürftengunst" einer größeren Erzählung von S. Kuhn, Verfasser von Gabriel. Wir tonnen unbedenklich die neueste Erzählung des gefeierten Verfassers als eines der spannendsten Erzählungswerke, welches die moderne Literatur hervorgebracht, bezeichnen und unsere gesch. Leser werden schon nach wenigen Kapiteln erkennen, daß wir nicht zu viel behauptet haben. Den Mittelpunkt derselben bildet der Kaiserliche Oberhos- und Oberkriegssaktor Samson Wertheimer, der noch jetzt in der dankbaren Erinnerung seiner Glanbensgenossen und in einer zahlreichen Nachkommenschaft sortlebt. Alle Träger des illnstrcn NamenZ (Wcrthrimer, Werthnmber, Edle von Wertheimstein) in Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frankreich sind diesem edlen Stamme entsprossen. Die Handlung des Romans ist innig mit den großen, welterschiitternden, geschichtlichen Ereignissen verknüpft, welche das Schicksal der Helden beeinflußt haben, das Auftreten historischer Persönlichkeiten, Kaiser Karls, des Prinzen Engen von Savoyen, der Erzherzogin Josefa, u. A. die Schilderung der politischen Kämpfe und diplomatischen Kabalen am Wiener Hofe, verleihen dem Werke das höchste Interesse und unschilderbaren Reiz. Es ist überreich an erschütternden Scenen von höchster dramatischer Wirkung, die Lösung des wundersamen Räthsels, welches den Knoten der Erzählung bildet, ist ebenso überraschend als befriedigend. Der berühmte Verfasser hat mit seiner bestrickenden Erzählungsknnst scheinbar Ungleichartiges zu einem harmonisch schönen Ganzen verschmolzen. Es erfüllt uns mit inniger Freude, diese Erzählung, die dem Besten, ivas S. Kohn geschrieben, würdig an die Seite gestellt werden kann, den geehrten Lesern unseres Blattes darbieten zu können. Redaetion des „Israelit". Leitender Artikel. „Des Königs Straße." Von Rabbiner Dr. H. Sänger. Als unser Volk am Ende seines Wüstenzugcs bis zu den Grenzvölkern des Landes Kenaan vorgedrungen war yiYD „Da schickte Israel Boten zu Sichon, dem Könige von Emori und ließ ihm sagen: no >ö nrwj xV cnaai n*wa nöJ *jsnNa mayx -nayj w ny “j^ •fpon -ina. „Laß mich durch dein Land ziehen! wir wollen nicht abbiegen auf Felder und Weinberge; wir wollen nicht trinken Wasser aus den Brunnen; wir wollen auf des Königs Straße gehen, bis daß wir dein Gebiet überschritten haben!" Wenn wir aus unserem Lebenswege, bet unserem Zuge in unser Land, auf Hindernisse stoßen, die uns den Weg versperren, so sollen wir suchen, auf gütlichem Wege, durch gütliche Mittel diese Hindernisse zu entfernen. Zuerst bittet unser Volk um die Erlaubniß, auf dem Wege des Königs ziehen zu dürfen; verspricht dann, sich streng an die von ihm selbst gestellten Bedingungen zu halten, Feld und Weinberg nicht zu betreten, das Brunnenwasser, das in jenen Ländern oft sehr spärlich, nicht zu trinken. Das ist das Bild und die Bedingungen unseres Lebensweges. Zu unserem Ziele, in unser Land sollen und müssen wir zu gelangen suchen. Aber unsere Bahn führt häufig durch fremdes Gebiet. Wir