Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1892)
- Date
- 1892-06-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIII. Jahrgang. M 51 Der Israelit. Ein Hentrak-Hrgan für das orthodoXe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehman» tn Mainz. Montag, den 27. Juni 5652 (1892). Da mit dem 1. Juli 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten WWM Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Wir beginnen mit dem nächsten Quartal mit der Veröffentlichung von -77—— „Fnrftenguust" ...-- - einer größeren Erzählung von S. Kvhn, Verfasser von Gabriel. Wir können unbedenklich die neueste Erzählung des gefeierten Verfassers als eines der spannendsten Erzühlungswerke, welches die moderne Literatur Hervorgehracht, bezeichnen und unsere gesch. Leser werden schon nach wenigen Kapiteln erkennen, daß wir nicht zu viel behauptet haben. Den Mittelpunkt derselben bildet der Kaiserliche Oberhos- und Oberkriegssaktor Samson Wertheimer, der noch jetzt in der dankbaren Erinnerung seiner Glaubensgenossen und in einer zahlreichen Nachkommenschaft fortlebt. Alle Träger des illustren Namens (Wertheimer, Weriheimber, Edle von Wertheimstein) in Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frankreich sind diesem edlen Stamme entsprochen. Die Handlung des Romans ist innig mit den großen, welterschütternben, geschichtlichen Ereignissen verknüpft, welche das Schicksal der Helden beeinflußt haben, das Auftreten historischer Persönlichkeiten, Kaiser Karls, des Prinzen Eugen von Savoyen, der Erzherzogin Josefa, u. A. die Schilderung der politischen Kämpfe und d'plomatischen Kabalen am Wiener Hose, verleihen dem Werke das höchste Interesse und unschilderbaren Reiz. Es ist überreich an erschütternden Scenen von höchster dramatischer Wirkung, die Lösung des wundersamen Räthsels, welches den Knoten der Erzählung bildet, ist ebenso überraschend als befriedigend. Der berühmte Verfasser hat mit seiner bestrickenden Erzählungskunst scheinbar Ungleichartiges zu einem harmonisch schönen Ganzen verschmolzen. Es erfüllt uns mit inniger Freude, diese Erzählung, die dem Besten, was S. Kohn geschrieben, würdig an die Seite gezu können. Redaetion des „Israelit". finde, daß dies nicht der Fall ist, erfüllt mich das von vornherein mit einer gewissen Voreingenommenheit gegen die neue Institution. Dieselbe steigert sich, wenn man sich die Kreise genauer ansieht, von welchen diese Bestrebungen ansgehen. Man soll zwar das Wahre von Jedem annehmen, aber nicht das Falsche, Halbe, Bedenkliche und geradezu Gefährliche. Für alles dieses muß man bei ruhiger Ueberlegung aber die diesen Vereinen zu Grunde liegende Tendenz, die von ihnen angestrebten Ziele und besonders die noch hinzukommenden äußeren Momente ansehen. Wer die Tagesgeschichte, die jüdische wie die außerjüdische, aufmerksam verfolgt, findet, wie die herrschenden, der Zeit ihr augenblickliches Gepräge verleihenden Ideen, durchschnittlich alle 20 Jahre stellt werden kann, den geehrten Lesern unseres Blattes darbieten Leitender Artikel. Ein Mort über die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur und einige verwandte Bestrebungen, von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmarin in Baden (Schweiz.) Wenn ich von neuen Versuchen und Veranstaltungen höre, welche innerhalb der zeitgenössischen Judenheit auftauchen, um derselben ihr Judenthum zu erhalten und zu fördern, so frage ich mich immer zuerst, wie unsere Altvordern wohl über die geplanten Einrichtungen und Verbesserungen gedacht hätten, ob sie bereits solche oder ähnliche Bestrebungen kannten und verwirklichten, und wo ich