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Der Israelit · 1892-06-16 · Heft 48 (16.6.1892) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 48 (16.6.1892)
Date
1892-06-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. M 48. S Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodoxeZudenLHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den IS. Juni 5652 (1892). Da mit dem 1. Juli 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen,, daß namentlich bet der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Ein stabiler Zug aus dem Leben des ersten Rabbiners. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmarrn in Baden (Schweiz.) (Zu ib rbv nariD.) So lange eine „Naturgeschichte des modernen Rabbinismus" noch immer ein frommer Wunsch ist, dürfen einige vergleichende Bemerkungen zwischen ihren Helden und den alten Rabbiner-Idealen nicht ohne jedes Interesse sein. So viele Species und Spielarten der moderne Rabbinismus auch aufzuweisen hat, Alte und Neue, Orthodoxe 8an8 phrase, Hyper-, Ultra-, Alt- und Neuorthodoxe, Halb-, Mittel- und Ganz-Fromme, Zahme und Wilde, Stabile und Reformer, Fortschrittler und Rückschrittler, alle Führer ihrer Fähnlein, alle Reiter ihrer Prinzipien haben sicher ein, wenn auch nur archäologisches Interesse daran, welcher Partei wohl der erste Rabbiner, um nt&o, Mosche, „unser Rabbiner" par excellence angehörte, als er seines Rabbineramtes noch waltete. Daß er noch als unmündiger Knabe vor die Alternative gestellt*), vor welche fein Berufsleben jeden Rabbiner einmal versetzt, nämlich zwischen blinkendem Gold und glühenden Kohlen zu wählen, sich wie ein orthodoxer Rabbiner für letztere und nicht für die goldene Mittelstraße entschied, wird die Anti-Orthodoxen noch nicht abhalten, ihn für sich zu reklamiren, weil es bekanntlich ein Engel war, der ihm die Hand geführt hat. Wenn von ihren Gegnern die Orthodoxen auch nicht als Engel verehrt werden, so zählen doch die Engel, iw lao», „die von ihrer Richtung niemals weichen", vermöge dieser ihrer Eigentümlichkeit und *) Vergl. V'Dp TD“) niöff DTP> mo. ihres blinden Gehorsams, mit dem sie ro maa nm yvvb kraftgerüstet ihres Herrn Gebot erfüllen, so ohne Zweifel unter die Orthodoxen, daß man sie vielleicht gerade deßhalb so vielfach leugnet, um sich nicht durch sie genirt zu fühlen. Man kann jedoch diesen Beweis ganz auf sich beruhen lassen, weil er sich nur auf eine rabbinische Ueberlieferung stützt, nach welcher diejenigen, die den Moses den Orthodoxen streitig machen möchten, sehr wenig fragen. Diese verlangen, daß wir uns auf zweifellos historischem Boden bewegen, und zumal in diesem Falle, der ja zur doppelten Vorsicht mahnt. Denn man braucht noch kein Conjekturalhistoriker von Fach zu sein, um hier eine verdächtige Tendenz zu wittern. Wissen wir doch von den alten Weisen des Talmud und Midrasch omm m ’Vrua, daß alle ihre Worte glühende Kohlen sind. Sie hatten also sicher ein tendenziöses Interesse daran, sie ihrem Vorbilde in den Mund zu legen, um ihn so mit sich selber zu indentificiren. Gingen sie darin doch so weit, daß sie jeden, dem sie ihre Anerkennung für einen trefflichen Ausspruch ausdrücken wollten, geradezu „Moses" nannten und ihn mit den Worten: „Mosche, du hast Treffliches gesprochen", feierten. Begeben wir uns also auf historischen Boden. In dem farbenreichen Gemälde von den Kundschaftern, welches unsere Sidra entrollt, hat sie uns in den letzten Strichen einen Zug verewigt, der in der Fülle des Belehrenden und Interessanten leicht Gefahr läuft, nicht in seiner vollen Bedeutsamkeit gewürdigt zu werden. Wir sehen den Führer mit vorwärts gewandtem Blick, das Herz von der Hoffnung schwellend, TD D^> ]m 1DN "1 “IDN IW DipOH btt TTO* D'JJDJ pD»a uk DD' 'j iy, in wenigen Tagen das von Gott verheißene Land zu erreichen. Aber sein Volk ziehts zurück nach Egypten und seinen Fleisch-

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