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Der Israelit · 1892-05-30 · Heft 43-44 (30.5.1892) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 43-44 (30.5.1892)
Date
1892-05-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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812 Reisender" documentirte, wurde er auf der Wache auf Staatskosten verpflegt und dann mit dem Nachmitttagszuge nach Hamburg weiter expedirt. Vergnügt bestieg der Auswanderer das Coupee, denn die Polizei hatte ihm noch einige Butterstollen mit auf den Weg gegeben. Jedenfalls gehört dieser zu den wenigen Sterblichen, die der Polizei auch im neuen Welttheil ein gutes Andenken bewahren werden. Schweiz. Aus der Schweiz, ro» ’Xjte. Der religiöse Leichtsinn, der in der Schweiz in einer erschreckenden Weise herrscht, wird einem manchmal, durch ganz kleine, unscheinbare Vorkommnisse nahe gelegt, von welchen ich Ihnen eins in Form beifolgenden Zettels mittheilen will. Solche Zettel verschickt einer unserer ehrwürdigen Herrn Rabbiner, wenn es sich um Zusammentrommlung eines Minjan für Abhaltung eines Jahrzeit handelt, was einen Haupttheil seiner amtlichen Funktionen absorbirt. Dieser Zettel ist mir heute am heiligen Sabbat zugegangen und ist von der Hand unseres Rabbiners geschrieben und unterzeichnet: Zum Fahrzeit-Gottesdienst auf heute, Samstag abends 8 Uhr u. morgen früh 8 Uhr erlaube ich mir, Sie hiermit höfltchst einzuladen. ... 28. Mai 92. Hochachtend Dr. . . . Einen solchen Zettel habe ich und eine Anzahl anderer Gemeindemitglieder, wie gesagt, heute erhalten. Ob ihn unser verehrter Herr Seelsorger heute geschrieben hat oder nicht, weiß ich nicht. Wer den betreffenden Herrn Dr. nur einigermaßen kennt, würde sich wundern, wenn er den Zettel nicht an dem Tage geschrieben hätte, dessen Datum er trägt. Wahrscheinlich wird unser Seelsorger auf Befragen es gar nicht in Abrede stellen, wenn er ihn geschrieben hat. Aber mit einer solchen Verletzung des Sabbat, Leute zu Minjan zu beordern, damit sie in einem jüdischen Gotteshaus für das Seelenheil eines verstorbenen, jüdischen Menschen beten sollen, das ist und bleibt aber doch ein Pfaffenftück, über das man selbst in Reformgemeinden den Kopf schüttelt, die Vereinzelten wenigstens, die noch einen haben. Briefkasten der Redaktion. .Herrn B. in Zürich. — Aus Ihrer etwas complicirten Darstellung entnehmen wir, daß in Ihrer Gemeinde ein Harmonium und ein gemischter Chor in der Synagoge functionirt. Es ist unter diesen Umständen jedenfalls die Möglichkeit ausgeschlossen, daß sich ein orthodoxer Rabbiner um diese Stelle bewirbt. Es ist dann selbstredend auch keine Aussicht vorhanden, daß die anderen Mißstände, die Sie betonen, wie die Schechita?c., eine Wendung zum Besseren nehmen. — Die starke Strömung innerhalb der Gemeinde, von der Sie bemerken, daß sie sich gegen diese Mißstände richtet, würde ihre Stärke am besten dadurch bekunden, daß sie nicht die Ankunft eines neues Rabbiners für Entfaltung ihrer Thätigkeit abwartete, sondern sofort in Action träte, um allen unjüdischen Firlefanz aus dem Gotteshause zu entfernen. Wochen - Kalender. Festes-Anfang 7 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr.) Mittwoch, 1. Juni, 6. Siwan. rnjOEH 'N Donnerstag, 2. Juni, 7. Siwan. nm N^2L>"l '2 Festes-Ausgang 9 Uhr — Min. (Mainzer Uhr.) Freitag," 3. Juni, 8. Siwan. DCiN Sabbat-Anfang 7 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 4. Juni, 9. Siwan. '2 'N p“)D ,8^5 Sabbat-Ausgang 9 Uhr — Min. (Mainzer Uhr.) In denjenigen Staaten, in welchen mitteleuropäische Zeit eingeführt ist (also bis jetzt in Baden, Bayern, Elsaß und Württemberg), ist die oben angegebene Zeit, abgesehen von der Umrechnung der Mainzer Uhr in die betreffende Ortszeit, um etwa 25 Minuten später zu berechnen. Mrrzetgerr. Für de« folgenden Theil ist die Redactio« nicht verantwortlich. 8.^Ü.I.WkI!1'siül..8i1b6?Muui'6n 8-7) Frankfurt a. M., Zeit 28, Israel. Cultusgegenstände. suiHe einen Jungen für niein Vieh- -O gefchaft. Warcus Hotttieö, 3638) Fulda. 0uche für ein Mädchen Stellung in j ^Haushälterin sucht Stelle, am liebsten einem D"’! n2ttf streng geschl. Manu-1 bei einem einzelnen älteren Herrn, fakt.-, Mollod. Weißwaaren-Geschäft.! Beste Referenzen stehen zu Diensten. I. Gans, Lehrer,! Offerten unter Nr. 3642 an die Erpeb. 3606) Niederanla. d. Bl. erbeten.

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