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Der Israelit · 1892-05-26 · Heft 42 (26.5.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 42 (26.5.1892)
Date
1892-05-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 42 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correfpondeuze». Deutschland. Berlin, 10. Mai. In der Leipziger „Neuen Dsch. Ztg." wird Herr Prof. Wagner wegen seiner bekannten Absage an die Judenhetzer als „konfuser Kathederheld" abgethan: „Ekel und Widerwillen ficht uns an, wenn so ein falscher Prophet jetzt behaupten will, daß wir ohne die Juden auch nicht besser wären. Aber was sind solche Charakterlosigkeiten im Vergleiche zu der sich immer mehr Bahn brechenden Ueberzeugung aller vernünftigen und ehrlichen Patrioten, daß die Judenfrage der Angelpunkt unserer gesammten sozialen Nothlage ist?" Zu diesen Patrioten gehören bekanntlich nicht nur die Herren v. Hammerstetn und Stöcker, sondern auch Herr von Rauchhaupt, der nach derselben Quelle in der Judenfrage noch weiter geht, als selbst — Stöcker! Magdeburg, 20. Mai. Herr Ahlwardt, der ja sein Geschäft in „Judenfltnten" im Umherziehen durch die Provinzen betreibt, hat dieser Tage auch hier bei einem Eintrittspreise von 30 Pfennigen seine Maare mit klingendem Erfolg vertrieben. Die Versammlung war von Tausenden besucht. Das Hauptkontingent stellten die Nationalliberalen. „Was bei diesem Zulaufe der Menge zu dem guten Freunde des Stöcker am meisten auffällt, das ist", so schreibt die „Volksztg.", „die außerordentlich rege Betheiligung der zumeist jüngeren Beamten, und nicht etwa der subalternen allein. Die Antisemiten renommiren ganz ungemein damit, daß das jüngere Beamtenthum zu den ersten „Vorkämpfern" des Antisemitismus zähle und in der stillen, aber systematischen Agitation (wie beispielsweise Verbreitung der Broschüre „Judenflinten") ganz Hervoragendes leiste." Dazu bemerkt das genannte Blatt: „Uns fällt daran gar nichts ans. Man vergegenwärtige sich doch, daß Anfangs der achtziger Jahre, als die großen Massen so klug und so anständig waren, dem Antisemitismus ablehnend gegenüberzustehen, Universitätslehrer, an der Spitze der biedere Herr von Treitschle, erklärten, sie würden dafür Sorge tragen, daß die akademische Jugend, aus der sich das Beamtenthum rekrutirt, im antisemitischen Sinne erzogen würde. Die Saat fängt jetzt an, aufzugehen, und alles „Abwinken" der einstigen Anttsemitenzüchter wird fruchtlos bleiben: Die Herren, die als Studenten ihre beste Zeit auf der Kneipe, auf dem Fechtboden, beim Friseur und der Himmel weiß mit welchen hohlen Vergnügungen verschwendeten, fürchten die Konkurrenz des akademisch gebildeten, jüdischen Beamten, sei er Affeffor, Richter rc., der als Student wirklich studirt hat, und der daher mehr weiß als sie. Nur darum sind ste Antisemiten, welche die „Ausschließung der Juden von den öffentlichen Aemtern" als edelsten Programm - Punkt ihrer politischen „Ueberzeugung" betrachten. Daß mit diesen Leuten der Stöcker und der Ahlwardt leichtes Spiel haben, versteht sich von selbst, so beschämend das auch für unsere öffentlichen Verhältnisse ist." Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Die jungczechische Parteileitung hat nachstehende Mittheilung an ihre Mitglieder versendet: „Auf Grund eines erneuerten Beschlusses wird die vertrauliche Information dahin ergänzt, daß das Executivcomitä sämmtlichen Parteimitgliedern empfiehlt, sich jeder Aeußerung zu Gunsten des Antisemitismus zu enthalten." Budapest, 17. Mai. Die Minister Cszaky und Szilagyi erklärten in der Klubsitzung der liberalen Partei, die Regierung werde demnächst eine Vorlage betreffs Einführung von bürgerl. Matrikeln für Kinder aus Mischehen einbrtngen. Die Gleichberechtigung der jüdischen Konfession werde im Eherecht vollkommen gewahrt werden. Chorin möge von der Einbringung des Antrages betreffend der Reception der jüdischen Konfession abstehen, da die Regierung sich die Initiative Vorbehalte. Der Klub begrüßte die Erklärung beifällig, viele verlangten völlige Verstaatlichung der Geburtsregister. Lemberg, 12. Mai. Wie die polnischen Blätter melden, hat Baron Hirsch seinen Vertraueusmann, Oberst Goldschmid mit der Umarbeitung des Organisations-Statuts für die Judenanstedlungen in Argentinien beauftragt, damit unter den Colonisten größere Disciplin eingeführt werde. Auch sollen die jüdischen Auswanderungs-Comites in Rußland, deren Constituirung erst auf Grund der Bewilligung der russischen Regierung zu folgen hat, angewiesen werden, fortan bei der Auswahl der Emigranten für die argentinischen Colonien strenger und bedachtsamer vorzugehen. Schweiz. Basel. min “löiyrj Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redacteur, Ihnen von einem wahrhaft erhebenden nai? aiy zu berichten, der mir gestern gelegentlich einer zufälligen Anwesenheit in Basel zutheil wurde. Herr Rabbiner Dr. Cohn hier nahm nach dem .iwv-Gebet in der für die Dauer des Umbaues

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