Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 42 (26.5.1892)
- Date
- 1892-05-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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788 Schivelbeirr, 17. Mai. Der Kantor und Lehrer G rodd eck feierte hier das Fest seiner fünfzigjährigen Amtsthätigkeit in der hiesigen jüdischen Gemeinde. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde überreichte dem Jubilar eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschadresse und auch der Bürgermeister Herr Palleske gratulirte dem Jubilar im Namen der königlichen Regierung zu Cöslin und der Stadtverwaltung, wobei er ihm die vom Kaiser verliehene Auszeichnung einhändigte. Mittags um 1 Uhr fand in der festlich geschmückten herrlichen Synagoge ein Festgottesdienst statt, welchen Herr Cantor Sarasohn aus Stettin leitete. Griechenland. Korfu, im Mai. Die jüdischen Feiertage hier, sind Dank den von unserer Regierung ergriffenen energischen Maßregeln, ganz ruhig vorübergegangen und unsere Gemeinde konnte in vollster Sicherheit das Peßachfest feiern. Zwar hatte man ursprünglich gefürchtet, daß der griechische Pöbel seine Osterfeiertage, die Heuer mit den jüdischen zusammentrafen, dazu benützen werde, um mit den Juden ein Sträußchen anzubinden. Da derselbe aber wußte, daß er diesmal nicht nur die Behörden, sondern auch die Bürger schüft gegen sich haben werde, so verhielt er sich schön ruhig. Ferner hat unser verehrter Ober-Rabbiner in seiner Sabbat- Hagodol-Predigt schon darauf hingewiesen, wie vortreffliche Vorsichtsmaßregeln die Behörden bereits ergriffen haben und forderte er uns daher auf, dem P.ßachfeste mit Ruhe und Sicherheit entgegenzugehen. vr n'rvbw nmn. Stehen in jedem Zeitalter böse und gewissenlose Menschen gegen uns auf, um uns zu vernichten, so läßt der Allmächtige zu gleicher Zeit wieder edle und mitfühlende Menschen erstehen, die uns in Schutz nehmen. So hat eben jetzt der berühmte griechische Schriftsteller Dr. Zaviziano ein Werk in Druck gegeben, in dem er das Märchen vom rituellen Morde auf seine Grunlosigkeit zurückzuführen versuchen wird. Da nun unter den Völkern des Orients die Griechen leider die fanatischsten Apostel und Verbreiter des genannten Märchens sind, (sie hatten bei der bekannten Affaire von Damascus und dann später auch bei ähnlichen solcher Beschuldigungen in Salonichi und Smyrna und in neuester Zeit auch in Port Said ihre Hand im Spiele), so darf man nun hoffen, daß die Arbeit ihres Mitnationalen und Glaubensbruders Zaviziano ihnen endlich doch einmal die Augen öffnen und sie das Thörichte ihrer Behauptung erkennen lassen wird. Obwohl die griechische Armee nur wenige Israeliten in ihrer Mitte zählt, so werden dieselben doch stets zu den hohen jüdischen Feiertagen vom Kriegsminifterium beurlaubt, damit sie ihre Festtage in jüdischen Gemeinden verleben können. Auch Heuer wurden die jüdischen Soldaten hier, dann in Arta, Vola rc., für die ganze Zeit des Peßachfestes beurlaubt. England. London, 15. Mai. In der heute stattgefundenen General-Versammlung der Mitglieder der New Dalston Synagogue wurde Herr Leopold L ö w e n st c i n aus Frankfurt a. M. (Schwiegersohn des Directors Dr. Hirsch) zum Präsidenten und Herr Joseph Maier aus Hamburg (Schwiegersohn des sei. R. Scckel Zimmer y'; zu Fürth) zum Vrce-Präsidenten der Gemeinde erwählt. Vermischtes. Neapel. Der Ball, welcher zur Feier des Geburtstages des Königs gegeben wurde, wurde vom Kronprinzen mit der Gemahlin des Generals Otiolenghi eröffnet. General Ottolenghi ist der erste Jude, welcher die höchste Stelle in der italienischen Armee erreichte; derselbe ist bekanntlich auch der militärische Chef des Kronprinzen. Als trauriges Zeichen der Zeit verdient ein Vorfall Erwähnung, der aus Kletzko (Provinz Posen) berichtet wird: In dem genannten Städtchen war es seit undenklichen Zeiten üblich, daß jüdische Bürger ihren christlichen Mitbürgern zu dem Passahfeste einige Pfd. Mazzoth zum Präsent machten. In diesem Jahr ist diese Gabe znrückgewiesen worden, weil in den Mazzen „Ehristenblnt" enthalten sei. So ist die traurige Saat des Antisemitismus leider auch im Osten der Monarchie aufgegangen. dr 2 2 3 n 1 1 } n i i n n n * 1 n n 2 d □ □ D 2 1 1 P E> D n n tü n Die Buchstaben der obenstehenden Figur sollen so geordnet werden, daß sich wagerecht folgende Wörter ergeben. 1) Ein Buchstabe. 2) Ein Prophet. H) Eine Stadt des Königs von Edom. 4) Ein Enkel des Königs Sauls. 5) Ein Fest. 6) Eine Frau Esaw's 7) Ein Enkel Jacobs. 8) Vater eines jüdischen Königs. 9) Ein Buchstabe. Die Mitte wagerecht und senkrecht ergeben dassebe Wort. Egelsbach. E. Agulnik. Die Einsender richtiger Auflösungen können sich ans unserem Verlage ein Werk answählen.