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Der Israelit · 1892-05-19 · Heft 40 (19.5.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 40 (19.5.1892)
Date
1892-05-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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751 Jahrhundert stand er an der Spitze unserer Religionsgemeinde, welche das Andenken dieses Mannes stets heilig halten wird. Daß er auch in politischer Beziehung stets auf seinem Posten war, das schilderte am Grabe Herr Stadtrath Heußer mit bewegten Worten, der bewegten Zeit von 1870/71 gedenkend, wo Tillmann sich um die Pflege der verwundeten Krieger in unserer Stadt die schönsten Verdienste erwarb. Ermetzhofen, in Mittelfranken. Zu dem Artikel: „Aus Unterfranken" in der letzten Nummer Ihres gesch. Bl. betr. den Sofer Meier Schapiro, lheite Ihnen folgendes mit: Durch jenen Artikel aufmerksam gemacht, ging ich sofort zu einigen hies. Gemeindegliedern, denen genannter Schapiro neue Mesusos geliefert und wie mir gesagt wurde, auch selbst mit nma angeschlagen hatte, um dieselben szu untersuchen. Die sechs Mesusos, die er verkauft und selbst angeschlagen hatte, enthielten nichts als — ein leeres Stückchen Pergament, auf dem außen „hw“ angeschrieben war; nicht eine einzige war beschrieben. Meier Schapiro hat kurz vor D’-ns 14 Tage hier „gearbeitet" und zwar auffallend billig, was nach den Mtttheilungen in der letzten Nr. Ihres Bl.: „Aus Unterftanken" jetzt leicht erklärlich ist. Aus Unterfranken, iw Mai.^Jm Anschlüsse an den Artikel aus Unterfranken in Nr. 38 d. Bl. betreffend den ivD M. Schapiro, gestatte mir die Mittheilung, daß mir am vergangenen Freitag ein Herr Fl. aus N. ein paar neue iH'vn zur Durchsicht überbrachte, welche von Schapiro auf vieles Zureden hin gekauft waren. Fl. wollte sie nicht früher benützen, bis sie von einem bekannten ibid durchgesehen und für -iko erklärt wären. Als ich erwähnte nun zu Gesicht bekam, zeigte schon das Aeußere d’Vidd, indem dieselben nicht jdvid und tiifyt “?riN iipv, sondern aus mehreren Stücken zusammegesetzt waren, ferner waren die alt und eine entschieden ^db. Um nun zur Hauptsache zu kommen, fand ich, daß die rrnrvn der V^’Dn von Stückchen alter nfrxo und in einer erschreckenden Combination von Rohheit, Betrug und Pietätlosigkeit aus zusammengeschnittenen r>mv bestanden und durch das Nähen und Beschneiden der D’na sogar die owpn mo» öfters durchstochen und zerschnitten waren. Zur gefl. Ueberzeugung sende etn Stück der erwähnten nnrvn, welche von einer nwv herrührte, bei.*) Um nun diesen gewissenlosen Menschen, der seit einiger Zeit in Bayern, hauptsächlich aber in Baden und Württemberg sein betrügerisches Handwerk treibt, zu entlarven, wäre es meines Erachtens ein löbliches Werk, Circulare zu drucken und an alle Herren Lehrer und Cultusgemeinden *) DaS Stück lag dem Briefe deS Herrn Correspondenten bei, dessen Schilderung dasselbe leider genau entspricht. Red. zu schicken. Auf diese Weise würde sicher dem Treiben des gewissenlosen Schwindlers ein Ende gemacht. Abgesehen von dem großen ^ibod, daß über solche stets rboib rma gemacht wird, so haben die Käufer solcher yb'vn ihr Geld, vielfach roto nvn-Geld, an einen Unwürdigen ersten Grades vergeudet. I. O. tbid. Dessau, 17. Mai. Bei Gelegenheit einer Audienz, welche Se. Hoheit der Herzog den Herren Landes-Raddiner Dr. Weihe und Commerztenrath H. Sonnenthal aus Defian in Ballenstedt am 15. Mai d. I. zu ertheilen die Gnade hatte, haben Höchstderselde feine Mißbilligung über die antisemitischen Agitationen und Versammlungen geäußert und zugleich die Erwartung ausgesprochen, daß die seit jeher in Eintracht lebende Bürgerschaft Dessaus diesen den Klassenhaß erzeugenden Bestrebungen sernbleibe« werde. Hannover, 17. Mai. Dr. Morris deJonge theilt der „Wes. Ztg." mit, er habe seine Stellung als Redakteur der „Hannov. Post" schon vor einigen Wochen gekündigt, weil er zu der Ueberzeugung gelangt sei, daß die Behandlung, die der Judenfrage seitens der antisemitischen Parteien und insbesondere seitens der antisemitischen Presse zu Theil wird, unchristlich und deßhalb sittlich verwerflich sei. Was wird die „Kreuzztg." jetzt zu ihrem Schützling sagen? > Vermischtes. < Frankfurt a. M. Der seit mehr als 70 Jahren bestehende Verein zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen in Frankfurt a. M. veröffentlicht seinen 46. Bericht über die Jahre 1890 und 1891. Die Bereinsgeschäfte haben sich seit dem letzten Berichte bedeutend vermehrt; außer dem Vorsitzenden und dem Sekretär sind nunmehr regelmäßig drei weitere Vorstandsmitglieder in den Montags und Donnerstags von 9—11 Uhr stattfindenden Sitzungen zur Erledigung der laufenden Geschäfte anwesend. Im Jahre 1891 wurden 70 weiße, 120 ArbeitS- und 140 Flanellhemden, 90 Buckskinanzüge, 50 Sommeranzüge, 70 Arbeitshosen, 40 gestrickte Jacken, 115 Unterhosen, 80 Paar Stiefel, u. s. w. verabfolgt. An Geschenken gingen 1890 Mk. 2676, 1891 Mk. 2970 ein. Die Mitgliederbeiträge beliefen sich auf Mark 2618 und Mark 2973, die Zinsen auf Mk. 5860 und Mk. 5665. Dagegen wurden für Vereinszwecke ausgegeben Mk. 16,134 und Mk. 12,477. Die Zahl der unterstützten Lehrlinge hat sich von 66 auf 73 gehoben, hiervon sind von hier 17, aus anderen Orten 56. Zu Darlehen an Meister wurden Mk. 3090, zur Unterstützung von Gesellen Mk. 310 verwendet. Die Generalversammlung des Vereins wird am 23. Mai im Vereinslokale, Fischerfeldftraße 5, abgehalten werden. Budapest, 2. Mai. Der ungarische israelitische Handwerks- und Ackerbauverein hielt gestern seine 50. ordentliche Generalversammlung. Dieselbe war besonders

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