Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1892-05-12 · Heft 38 (12.5.1892) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 38 (12.5.1892)
Date
1892-05-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448218-2448255--34138-2482063
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXXIM. Jahrgang, /' M 38. Der Israelit. Ein Aenlrat-Grgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donner ft ag, den 12. Mai 5652 (1892). Leitender Artikel. Zur Sabbatheiligung. Von Rabb. Dr. Sänger. Die Reihe unserer Festtage wird im Abschnitt Zwn mit folgenden Worten eingeleitet.- »ja bx nm »mpo nm iNipn *i»k 'n hjnd mow ^>n»» nyiv dh nbx vnp. „Rede p den Kindern Israel und sage zu ihnen: Die Feste des Ewigen, die ihr verkünden sollt als heilige Berufung, das sind meine Feste." oi'ai n»yn D’ö» rwv na» wyn xb bi tnp nipta yna» na» *y»a»n Da»na»iD iiaa '"6 nt.. „Sechs Tage darf Arbeit verrichtet werden, aber am siebten Tage ist Sabbatfeier, heilige Berufung; keinerlei Arbeit dürft ihr verrichten; Sabbat ist dem Ewigen in allen Euren Wohnsitzen."' Also unsere Feste sind Feste Gottes und obenan steht der Sabbat als Gottes Sabbat. Nicht blos historische Feste, nicht blos Erntefeste, nicht bloße Ruhetage sind uns Sabbat- und Festtage; nicht eingesetzt durch historische Geschehnisse, die mit der Zeit verblassen und an Werth und Bedeutung verlieren; nicht eingesetzt durch örtliche Verhältnisse, die durch Ereignisse vollständig umgewandelt werden können: 'n nyio, ‘ib na», unsere Feste, unser Sabbat bleiben ewig, sie gelten in erster Linie unserem Gotte. Wir wissen, daß ungeachtet der deutlichen, klaren Worte der min hierüber das moderne Judenthum diese Fest- und Sabbat-Vorschrift nicht mehr anerkennt und diese Fest- und Ruhetage zu Werktagen degradirt hat. Und wie die Reformgemeinde Berlin am Anfang unseres Jahrhunderts öffentlich den Sabbat auf den Sonntag verlegt hat — es ist uns nicht bekannt, ob sie ihn Sabbat oder Sonntag benennt — so hat auch in letzterer Zeit, nicht blos in Amerika, sondern auch in Deutschland sich so manche Stimme der — Vernunft (?!) erhoben, den Sabbat zu verlegen. Es ist zwar nicht zu befürchten, daß Viele den Muth haben darin einzusttmmen. Aber leider haben nicht nur Viele, sondern eine Mehrheit der deutschen Juden den Muth, den Sabbat thatsächlich zu verleugnen, ihn zu einem Werktag zu stempeln. Daß mit dieser Entweihung des Sabbat der Zerfall des Judenthums Hand in Hand geht, läßt sich nicht in Abrede stellen. Und mit dem Zerfall des Judenthums schwindet in gleichem Matze der Glaube an Gott. Heute wagt es jeder unreife Kommis, sich mit seinem Atheismus zu brüsten. Und nun tritt eine neue Gefahr an das Judenthum heran, seinen na» noch mehr aufzugeben. Auf das Drängen der Beamten, wie auch der Arbeiter, sollen künftig die Geschäfts- und Arbeitsstunden an Sonn- und Feiertagen soviel wie möglich beschränkt werden. Für den gesetzestreuen Juden ist das eine neue Prüfung. Er soll künftig zwei Ruhetage in der Woche haben und soll bei diesen schweren Zeiten es doch ermöglichen, nicht nur zu bestehen, sondern auch vorwärts zu kommen. Sicherlich wird diese neue harte Prüfung keinen wahren Jehudi auch nur einen Moment beunruhigen, oder auch nur^den leisesten Gedanken in ihm wecken, den Sabbat möglicherweise nicht so streng zu halten. Für ihn bleiben unter allen Lagen, zu allen Zeiten der na» und bb\ gottesgeweihte Tage. Aber für die Lauen und Leichten, für die Zaghaften und Kleinmüthigen, die nicht durchdrungen und erfüllt sind von Gottvertrauen, die nicht unerschütterlich überzeugt sind von den 'i nyi» und dem '-6 na», die ängstlich auf das drohende Gespenst der Concurrenz blicken, die auch sonst mit scheelen Augen auf die Kunden anderer Geschäfte sehen: für diese stark vertretene Klasse von Geschäftsleuten ist das neue Gesetz ein harter Prüfstein. Wenn sie schon bis jetzt dte in der min vorgesehene Frage: Was werden wir am siebten Tage essen, wenn wir nichts verdienen; wie können wir im siebten Jahr essen, wenn wir nicht säen und ernten, so oft aufgeworfen haben und die Antwort Gottes, die Er

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.