Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 36 (5.5.1892)
- Date
- 1892-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIII. Jahrgang. . r'- . ■ L/ M 36. Der Israelit. Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 5. Mai 5652 (1892). Leitender Artikel Alljüdische Ethik und Pädagogik. Eine Betrachtung über die Symbolik des Omer-Opfers. Von Rabb. Alexander Fischer, Karlsburg (Siebenbürgen). (Fortsetzung.) Zu der Charakteristik des Feuers als Sinnbild für die Thora sagt Rabba bar bar Chana: oim wo nan hd N^n wo min nan nnh V« nun nm t)N »w p^n u»k tpn no "lD'b 'n (l.»rrva i'o”pnD „Fürwahr", ruft der Prophet, „so sind meine Worte wie das Feuer, ist der Spruch desEw'gen!" Inwiefern ist hier das Gotteswort mit dem Feuer verglichen? Wie Feuer sich nicht von selbst eutzündet, sondern nur durch Berührung zweier Gegenstände miteinander, so hat auch Thorakenntniß keinen Bestand, wenn sie nicht durch gemeinsame Forschung, durch Berührung der Geister, durch Austausch der Gedanken gepflegt und gefördert wird. — Findet in diesem Sinne das Bild des Feuers schon auf die Thorakenntniß Anwendung, um so treffender, däucht uns, stellt sie die Thora liebe dar. Wieso erwacht die Thoraliebe im kindlichen Gemüth? Von selbst kann vieles Feuer sicherlich nicht sich entzünden. Da ist aber zunächst das fromme Elternhaus ein Heiligchum, auf dessen Altären, erwärmend und belehrend, das heilige Feuer der Gotteshuldigung glüht, woran sich in des Kindes Herzen die Liebe zu Gott, die Liebe zur Thora, die Liebe zum väterlichen Glauben entzünden kann. Dabet achten fürsorgende, auf eine gedeihliche Erziehung, auf eine gute Geistes¬ und Herzensbildung ihres Kindes bedachte Eltern, insbesondere auf die bei demselben zu Tage tretenden Charaktereigenschaften. Und zeigt sich das Kind starrsinnig und ungefügig, so leiten sie es nach dem von den Propheten dargestellten Beispiel mit jenen beiden Stäben, deren einer „Dyu", der andere „□nam" heißt, mit dem Stab der Milde und mit dem Stabe des Ernstes, so leiten sie es bald mit Milde, bald mit Ernst, bald mit Nachsicht, bald mit Strenge zum Guten und Edlen,2) wie auch beim Omer mit Rohrstäben und jungen Reisern die Körner aus den Aehren gebracht wurden, mit Rücksicht auf die junge, noch zarte Frucht, damit sie nicht zerdrückt werde. Es ist der erste Schritt auf dem Wege der jüdischen Jugenderziehung, auf dem Wege der Ausbildung des Kindes zu einem echten und rechten Jehudi. Im zweiten Stadium der Jugenderziehung soll aber diese Liebe zu Gott und dem väterlichen Glauben sich wesentlich vertiefen. Nicht nnr soll das Kind im Elternhaus das heilige Feuer auf Gottes Altären glühen sehen, nicht nur soll an dem frommen Beispiel, an der heiligen Flamme begeisterter Gotteshuldigung, die es im Elternhaus wahrnimmt, sich des Kindes Gemüth erwärmen und Liebe zu Gott und Glauben in seinem Herzen sich entzünden, nicht nur des Kindes Gemüth, auch des Kindes Geist soll eingeführt werden in das Heiligthum, und dazu ist der Kreis des Elternhauses zu eng, das Kind bleibt nicht für die Dauer eingeschlossen in diesen engen Kreis, wie auch die Omerfrucht nicht für die Dauer von dem engen Rohr umschloffen blieb, mijo i m n d r, des Kindes Geist soll nun gleichsam ausgebreitet werden im Heiligthum, soll in jene weit sich ausdehnenden Hallen des Hetligthums eingeführt werden, welche die Schule ihm eröffnet, soll eingeführt werden in die verschiedenen Wissensgebiete der Glaubenslehre und der allgemeinen Bildung, wonpn nn nramoan nn 'n nsTi, wo der Geist der Weisheit und des Verständnisses, der Geist der Erkenntniß und der Gottesfurcht, Tarawa nnm, wo die Luftströmung jüdischen Geisteslebens ihn umweht und zur Erkenntniß all der hohen Aufgaben führt, die der Jehudi im Leben zu erfüllen hat. — 2) Vergl. }U @an$. 24 a ’"N2t7 n"n V5N ayu 722217 n"n 17N D’72in. 1) Toanith 7 a.