Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 35 (2.5.1892)
- Date
- 1892-05-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIII. Jahrgang. ' M SS. Der Israelit. Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 2. Mai 5652 (1892). Leitender Artikel. Altjüdische Ethik und Pädagogik. Eine Betrachtung über die Symbolik des Omer-Opfers. Von Rabb. Alexander Fischer, Karlsburg (Siebenbürgen). Der sinaitischen Tradition zufolge hat das am 16. Nissan darzubringende Omeropfer in Gerste bestanden, also in einer der niedrigsten Getreidearten, „nvna ^ond", wie sie zur Darlegung ihrer symbolischen Bedeutsamkeit treffend von den Weisen bezeichnet wird. Daß Gerste zum Opfer geweiht wird, findet sich nur noch in einem anderen Falle, und zwar bei dem Opfer der Frau, die abgewichen war von dem Pfade der Sittenreinheit, bei der ntDiD nmo, Während aber das Opfer der Sota sich insbesondere dadurch charakterisirt, daß es als „nvp", als „grobes, noch mit Kleie vermengtes Mehl" dargebracht wird und ihm, wie bei der Mtncha des Sünders, (Levtt. 5, 11) „Oel und Weihrauch", die Symbole der Sittenreinheit des Darbringenden und der göttlichen Befriedigung, fernbleiben, gilt für das Omeropfer die es ausz ichnende Bestimmung, daß es, ob auch von Gerste gewonnen, doch nur als „hSd" nur als „seines Kernmehl" auf den Altar kommt, ja daß beim Sieben, wie in solchem Grade bei keinem anderen Opfer, eine ganz außerordentliche Sorgfalt daran zu wenden ist, um ein Mehl von besonderer Feinheit zu erzielen, wie es ihm auch nicht an Oel und Weihrauch fehlt.*) Während sonach das Opfer der Sota in allen Merkmalen auf „nona t>a»D", auf den Gott mißfälligen, „rohen, thterischen Sinnengenuß" hinweist, dem sie in sittlicher Entartung gefröhnt, stellt sich das Omeropfer durch die Veredelung des in primitivem Zustande nur als bso nana dienenden Gerstenmehls, dem dann noch Oel und Weihrauch beigefügt wird, als ein Opfer der 1) Sota 14 a und 15 a. „Heiligung und sittlichen Erhebung thierischen Sinnengenusses" dar, somit als eine Gott wohlgefällige Huldtgungsgabe menschenwürdiger Sittenretnheit und wahrer Gottesfurcht. Nun ist es uns erst recht begreiflich das sinnige Wort des Midraschweisen: nSp iviy nrao »nn hy rum pjn: nti *w iijru nra nr6 mojw «'•nt? yyyn b'bj n:m »ricSn a'bn run -iö>n my-i1? tbdö btn lrosm Ss’i inan bnan ny na'', runoa "isnno onijw pyu ann ’nya nsr y« : -idn’I injn;yi . bsy\ ntyoS Sa nw pnv m rva D»pS»n im , Ss-itP’ bw bwp p (*.“iöiy Dnwnnb ma*a hd ma;a .runon „Laß dir das Omergebot nicht als ein gering- „fügiges erscheinen, denn nichts als die Erfüllung „dieses Gebots war es, was ihnen in den Tagen „Gideons beigeftanden. Denn so wird es in der „Schrift berichtet: Und es kam Gideon in das Lager „Midjans, und siehe da, ein midjanitischer Mann „erzählte seinem Waffenbruder einen Traum. Er „sprach: Siehe, mir träumte, ein Gerstenbrod wälzte „sich im Lager Midjans und stieß so heftig an das „Zelt, daß dieses zusammenstürzte. „O", rief der „Gefährte erschrocken aus, „das ist nichts anderes „als das Schwert Gideons, des Sohnes Joas', „des israelitischen Mannes, Midjans ganzes Lager „hat Gott gegeben in seine Hand! Was hat damals „unsere Väter geschützt im Kampfe gegen ihre Feinde? „Was hat dem schwachen Israel den Sieg verliehen „über die mächtigen Midjaniter? Es war das „Gott geweihte Gerstenbrod des Omer!" — Denn um diesen Kampf richtig zu begreifen, braucht man nur an das ihn klar und deutlich bezeichnende Gotteswort zu denken, welches Israel zum ersten Male zur Bekämpfung Midjans zu den Waffen rief, an den Kampfruf: c\ri»n hn mau Jmyo nan ^y omSaja oaS lan onms ’a nnw tarvam Befehden sollt ihr die Midjaniter! ihr sollt sie schlagen! denn noch befehden sie euch mit denselben Ränken, die sie mit euch geübt in Betreff Peors." Baal Peor war nämlich, worauf schon der Name 2) Midr. Jalk. Emor.