Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1892)
- Date
- 1892-02-25
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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für das ^örthodoxe AuderrthumÄ s<^/v> ose l 25 Feb L8S2 I lNr. I wv:&f«J wsasmasBG>: Inhalt: Bericht über die VII. Konferen; der isr. Lehrer und Kultusbeamten des Landrabbinatsbezirks Emden, welche am 25. und 26. August zu Emden staufand. — Die religiöse Bildung. Bon Jakob Stein—Raboldshausen. *© V o v i <J| t über die 7. Konferenz der isr. Lehrer und Kuktusbearnten des Landrabbinatsbezirks Kmden, welche am 26. und 26. August zu K-rnden stattfand. Erster Tag. Die siebente Jahresversammlung eröffnete der Vorsitzende, Hauptlehrer L e v h -Norden, um 4 Uhr mit passenden Begrützungsworteu, nach welchen er den Jahresbericht erstattete. In demselben wurde zunächst des Kaiserlichen Willens gedacht, wonach die Schule im Kampfe gegen Unglauben und Umsturz in die vorderste Reihe der Kämpfenden zu stellen sei. Dieser Auftrag an die Schule sei für den Lehrerftand ein Achlungsbeweis. Immer enger fessele auch uns die Dankbarkeit an unseren Herrscher. Wir alle suchen, dem Kaiser!. Willen gemäß, möglichst vollkommen unsere Aufgabe zu erfassen und ^mitzuwirken am großen Werke der Verbesserung sozialer Schäden. Auch unser Losungswort sei hier: Mit Gott für König und Vaterland. — Redner sagt, er brauche cs nicht zu betonen, daß wir somit der Erfüllung unserer Berufspflicht zugleich unsere religiösen Vorschriften gegen Vaterland und Herrscherhaus erfüllen. Der Vorsitzende erwähnte ferner, daß der Entwurf eines neuen Volksschulgesetzes auch für uns von großer Bedeutung sei. Sei das Gesetz auch wieder zurückgezogen worden, so kläre sich doch für die jüdischen öffentlichen Lehrer manches auf. Eine einstündige Audienz, welche zweien um das Wohl der Schule besorgten Rabbinern bei dem Herrn Ministerialdirektor Dr. Kügler in Berlin gewährt wurde, hatte den Erfolg, daß ihnen im Auftrag des Herrn Ministers der geistlichen rc. Angelegenheiten die Mittheilung gemacht wurde, die Königl. Staatsregierung denke nicht daran, die bestehenden jüdischen öffentlichen Schulen aufzuheben. Doch würden sie nach dem Gesetze mit ihrem ganzen Vermögen an die Lrtsgemeinde übergehen. Sollte letztere jemals die Aufhebung der jüdischen Schule beantragen, so würde sie an hoher Stelle kein Gehör finden. Des Wohlwollens der Kgl. Staatsregicrung, welche laut einer Ministerialversügung vom 10. Sept. 1890 U. III a 19010 — die Gleichstellung der jüdischen Lehrer unserer Provinz mit den christlichen Kollegen in der Gewährung von Dienstalterszulagen anordnet, wird vom Vorsitzenden ebenfalls gedacht. Das Hcrrheimer'sche Religionsbuch fei nach dem Beschlüsse der vorjährigen Konferenz von der gewählten Kommission geprüft worden. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden dem D. I. G. B. und dem Herrn Verleger mit der Bitte mitgethcilr, die 31. Auflage dieses Buches nach den von der Kommission ausgearbeitetcn Anordnungen und Vorschlägen erscheinen zu lassen. Der D. I. G. B. und der Verleger ertheilteu aber dahin Bescheid, daß eine solche Aenderung vorerst nicht in Aussicht genommen werden könne, da die Erben sich nicht dazu verstehen wollen, und das Buch auch dann nicht mehr Herrheimers R.-Buch wäre. Doch sei man mit einem Autor in Verbindung getreten, der die neue Auslage verbeffern werde. Tie weiteren Mittheilungen enthielten interne Angelegenheiten. Des verstorbenen Mitgliedes Lehrer Blumenthal wurde seitens des Vorsitzenden in warmen Worten gedacht und er forderte die Versammlung auf, zu Ehren desselben sich von den Sitzen zu erheben. (Geschieht). Zum Schlüsse machte der Vorsitzende die Mittheilung, daß der D. I. G. B. auch für die diesjährige Konferenz einenZuschuß von 50 M. bewilligt habe. Die Versammlung beauftragte ihn, an zuständiger Stelle dafür zu danken. Zu dem Referat „lieber Rabbinisches in der jüdischen Volksschule" erhält A p t-Emden das Wort. Der Referent beklagt die Unwissenheit in der jüdischen Literatur und die daraus resultirende Religionslosigkeit. Diesem Uebel könnte erfolgreich einigermaßen dadurch entgegengearbeitet werden, wenn das Rabbinische auch in der Schule größere Beachtung fände. Der spezifisch jüdische Unterricht erstreckt sich im aUgemeinen nur auf n'T’Sn u. tPEin. Ein Anfang zur Einführung iu's Rabbiuische könne damit gemacht werden, daß die Kinder in der sogen. Raschischrift derart geübt werden, daß ihnen die in den Gebetstücken beigedruckten rituellen Besiimmungen mundgerecht gemacht werden. Es folgen dann Stücke aus cm mSD u. D'N **n und Raschi. Ist es auch nur wenig, was die Schule darin bieten kann, so ist damit der Anfang zur Möglichkeit einer Fortbildung gegeben. Ebenso könnte ein systematischer Religionsunterricht und das weite Gebiet der Midraschim derart verwendet werden, daß das ethische Moment recht hervortrete; dadurch werde auch dem Verständniß der Predigt vorgearbeitet.