Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1892)
- Date
- 1892-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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/• mm. Sahr,«,«. M 16. Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 25 Februar 5652 (1892). Leitender Artikel. Zur Würdigung des SchulchanAruch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrman» in Baden (Schweiz). XIII. 'ts jtnn nonn nans -p *irwi mens ->v^ )\)nu ttr rrmsp pdid nans a"nNi Tom nana 3"nNi .irrtt'jn muopn ’Jdd nanai § 9. Einig e pflegen den Abschnitt vom Becken zu sagen, dann den Abschnitt vom Hinwegheben der Asche, den Abschnitt vom beständigen Opfer, denAbschnitt vom Näucheraltar, sodann den Abschnitt der Bestandtheile des Räucherwerks und seiner Herstellung. •jann nonn nansi -»van nana Die Paraschah vom Becken (II. B. M., 30, B. 17—21) ordnet die Herstellung eines mit Wasser gefüllten kupfernen Beckens im Gottesheiligthume an, aus welchem die Priester Hände und Füße waschen sollen, bevor sie ihren Dienst im Hetligthum verrichten. — Dasselbe war aus Metallspiegeln angefertigt, welche die Frauen für den Bau des Gotteszeltes gespendet hatten. (Das. Cap. 38, B. 8). Durch den bloßen Hinweis des Schulchan Aruch, diese auf Tempel und Priester beschränkten Sätze uns täglich auch heute noch zu vergegenwärtigen, wird uns die Frage nach der Bedeutung dieser Paraschah auch für unsere Zeit nahegelegt. — Was hier für Aharon und seinen Nachkommen, den Priestern, par excellence, gesagt ist, muß somit eine Anwendung auf das ganze „Reich von Priestern" haben, zu welchem Gott sein Volk bestimmt hat. Bevor es noch ein concretes, von Menschen errichtetes Heiligthum aus Erden gab, schon damals, als uns das Gesetz gereicht wurde, für welches erst später das ihm errichtete Heiligthum sich erheben sollte, hatten wir die Bestimmung erhalten, „ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk" zu sein. Dieser Priesterberuf überdauert alle Tempel, er bleibt uns ewig, wie das Gesetz Gottes, in dessen Trägerschaft unser Priesterthum aufgeht. Daß die ganze Erde das große Gottesheiltgthum ist, daß seine Herrlichkeit sich nicht auf den Tempelraum beschränkt, sondern die ganze Erde erfüllt, pNn 's 'n tpnp »np smp itqd, das ist ja der Himmelsruf, vor dem die Pfosten und Schwellen des Tempels lange vor seinen! eigentlichen Zusammenbruch erzitterten. (Jesajah, Cap. 6.) In der That ist diese aus dem Becken erfolgende Priesterweihe von Hand und Fuß, von jeder That und jedem Schritt, der sich im Tempelheiligthum für den Dienst Gottes vollzogen, das Vorbild für eine Institution geworden, mit welcher die Weisheit der Weisesten unserem ganzen Leben und Genießen auch außerhalb des Tempelheiligthums noch heute das Gepräge priesterlicher Weihe und Reinheit verleiht. Es ist die von König Salomo angeordnete Institution des Händewaschens vor dem Genuß von Brod und bei sonstigen Veranlassungen, oder richtiger, des Erhebens der menschlichen Hand, wie der Ausdruck D’T nV'tw lautet. Täglich nach dem Erwachen ist uns, abgesehen von den Rücksichten auf Gesundheit und Reinlichkeit, das Waschen der Hände eine Mahnung, sie und mit ihnen unser ganzes leibliches Wesen für ein Gott dienendes, thätiges Leben zu weihen. Die tägliche Vergegenwärtigung von -ira nana sichert dieser Handlung ihren symbolischen Charakter und schützt dieselbe, daß sie nicht zur gehaltlosen äußeren Förmlichkett herabsinkt. *) *) Beim jedesmaligen Eintritt in das Gottesheiligthum zum Zwecke der Dienstverrichtung mußten die Priester Hände und Füße waschen. Wir können das Gottesheiligthum, von dessen Herrlichkeit die ganze Erde voll ist, niemals während des ganzen uns beschiedenen Lebens verlassen. Deßhalb mag die Nachbildung jener Anordnung für das ganze Leben sich nur auf die Hand beschränken, die durch njnn HDTl von ihrem Hochziele abgelenkt werden kann, während der Fuß immer aus heiligem Boden bleibt.