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Der Israelit · 1892-02-22 · Heft 15 (22.2.1892) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 15 (22.2.1892)
Date
1892-02-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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9Hngn»i«s 29d ziebung mit vollem Ernst gerecht zu werden bestrebt sein werden. Mit Hochachtung W. Langenbach. I. Hachenburger jun. H. Bo den heim, Ad. Trier, E. Trier, Carl Wolfs. Nachrichten erbitten an unseren Schriftführer Herrn I. Hachenburger j r., Rheinstraße. B. Berlin, 16. Febr. Der gestrigen Generalj Versammlung des Frauenvereins der israelitischen! Syuagogen-Gemeinde (Math Jisroel) schloß sich - eine erhebende Feier an, welche dem zehnjährigen j Bestehen des Vereins gewidmet war. Herr Dr. j Berliner, welcher dem Vereine seit seiner Grün-; düng als Syndicus zur Seite steht, hielt die Gej dächtnißrede, in welcher er dem Andenken der Bejj gründerin, der seligen Frau Dr. Henriette l Hildesheimer, und der anderen inzwischen da-! Hingeschiedenen Vorsteherinnen pietätsvolle Worte 4 weihte. Dann entrollte er mit Begeisterung das j Bild einer jüdis chen Frau, wie sie als echte Zionstochter ihren Pflichtenkreis von der altehrwürdigen Mutter, der , empfangen und sorgsam zu wahren habe. Tiefen Eindruck machte es aus die zahlreich versammelten Damen, als I hierauf der Redner an Beispielen aus der Ge- Z schichte des biblischen Alterthums und des jüdischen | Mittelalters zeigte, was eine jüdische Frau für die ] verschiedensten Ziele des geistig-religiösen Lebens leisten kann. Sehr intereffant waren die Mittheilungen über eine Römerin, Namens Pa ola, welche mit eigenen Händen einen Siddur für ihren Sohn,? Raschi's Commentare für ihren Gatten und Jesaja i Tranis halachische Entscheidungen für einen ihrer Verwandten geschrieben hat. Aus ihren Unteri schriften geht hervor, daß sie aus der Familie des j Verfassers des Aruch war und am Schluffe des j 13. Jahrhunderts gelebt hat. Hieran schloß sich die I beredte Mahnung, den Hochberuf der jüdischen f Frau stets fest im Auge zu behalten und die hei- ] ligen Ziele innerhalb des Vereins, der Gemeinde und des gesammten Judenthums unentwegt zu fördern. Mit einem in geistreicher Weise aus einem talmudischen Ausspruche entwickelten Segen schloß die fast einstündige Rede. Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer, der mit einigen Vertretern aus der Gemeindeverwaltung erschienen war, hob den mächtigen Eindruck, hervor den die Mahnrede hinterlassen, und reihte hieran seine Wünsche für den Verein, der unter dem Vorsitze der Frau Dr. Berliner in Genieinschaft mit den anderen Vorsteherinnen seine fromnie Thätigkeit entfaltet. Herr Cantor Olitzki sang hierauf das nttw, und, nachdem einige Erfrischungen gereicht waren, begann eine dramatische Vorstellung, welche von dem Rabbinats-Eandidaten T. Lewen st ein verfaßt, die Glaubenstreue der Juden in Rom aus dem Jahre 71 behandelt. Reicher Beifall belohnte den Dichter wie die Darsteller, und Alle waren von der ganzen Feier höchst befriedigt. /^Breslau, 18. Februar. Ein elendes antisemitisches Machwerk, versehen mit der Unterschrift eines Dr. Willibald Hentschel in Seiffersdorf, erregt zur Zeit in weiteren Kreisen der Provinz Aergerniß. Das ekelhafte Preßerzeugniß hatte u. A. auch seinen Weg in das „Freistädter Kreisblatt" gefunden. In demselben Blatte lesen wir nun eine Erwiderung des Herrn P a st o r H e ck e r t, deren Anfang wenigstens ich Ihnen mittheilen will. Sie beginnt: „In Nummer 9 dieses Blattes versucht ein Artikel „die Deutschsozialen in Neusalz u. s. w." für die deutschsoziale Partei Propaganda zu machen. Es liegt mir fern, über diese Partei und ihre Stellung mich hier näher zu äußern: nur möchte ich Herrn Dr. Hentschel fragen, ob er auch bedacht hat, daß er mit diesem Artikel christlichen Lesern ein großes Aergerniß bereitet hat. Wenn Herr Dr. H. auf Kosten der Bibel das heilige Gotteswort, welches der hiesigen christlichen Bevölkerung noch als ein unantastbares Heiligthum gilt, für das Wohl des Volkes wirken will, so dürfte ihm wenig Segen blühen. Der Artikel ist eine Verletzung Gottes und Seines heiligen Wortes . . ." Leider sind Männer, wie der Pastor Heckert unter den Geistlichen nicht allzuhäufig, bemerkt ein hiesiges Blatt. — lieber die Person des Herrn Dr. Hentschel ein andermal. Breslau, 21. Februar. Am kommenden Sonntag (tin n"i) feiert Herr Cantor u. Schächter Pttikowski in Trachenberg mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit, der Jubilar ist ein tüchtiger Kenner der hebräischen Sprache. Dem Schreiber dieses liegt gegenwärtig das Manuscript des ersten Theiles eines unter dem Titel n^sn bib D’T’em ü’J’t D'rjyn bi ,2pp' ib 'd rwn verfaßten Commentars zum Gebetbuche vor, der in leichtfaßlichem Hebräisch geschrieben, manches Interessante enthält. Herr P. erfreut sich in seiner zwar kleinen, aber Dank der bewährten Leitung des Vorstehers Herrn Kroner recht frommen Gemeinde allgemeiner Beliebtheit. — Möge es Herrn P. vergönnt sein, noch recht viele frohe Jahre an der Seite seiner Gattin zu verleben! Bremen, 18. Februar. Die Hamburger Meldung, die Regierung der Vereinigten Staaten habe die Einwanderung russischer Juden verboten, ist nach der „Wes.-Ztg." unzutreffend. Die nordamerikanische Regierung hat nur den Dampfergesellschaften bei der Annahme russisch-jüdischer Passagiere hinsichtlich des Gesundheitszustandes der

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