Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1892)
- Date
- 1892-02-18
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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284 dasselbe doch hinlänglich den Ruf, den sein jugendlicher Verfasser als gediegener, vielseitiger Kenner unserer min schon längst genoss. — Sofort die erste rDftrn, die ein Thema aus dem EDtycn Mfi behandelt, bekundet die Virtuosität des Verfassers in glänzender Weise. Die ny&n gipfelt in der Rechtfertigung eines von ntöw D’ und TW als absolut unhaltbar charakterisirten j’l des TW hat sechs scheinbar unanfechtbare Beweise gegen N"D"i vorgebracht und dessen. TD'??! pDD als erschüttert erklärt. Schon vorher hatte D’ die Ansicht des der folgte, als unbegreiflich bezeichnet, und demselben sogar den Vorwurf gemacht, daß er die Worte seines Vaters tP"N“i nicht recht verstanden. Ihnen schloß sich yenn’ ’JD an, der die Beweise des &7"i£n und & für erdrückend und die Entscheidung des N"D') für unhaltbar erklärte. Trotzalledem ist es dem Vers. in der 1 vorliegenden rnwi gelungen, N"D"n "Hü glänzend zu rechtfertigen. Die Routine, Belesenheil und der Scharfsinn, welche uns hier entgegentreten, lassen es aufrichtig bedauern, daß eine eingehende Würdigung der ganzen Abhandlung außerhalb des Rahmens dieser Blätter Iliegt. — jWir müssen auf das Werk selbst verweisen, das dem kundigen Leser eine Fülle von Belehrendem und Interessantem bietet. — Möge die Anerkennung, welche-^.dieser "erste Theil zweifelsohne bei allen Kennern finden wird, den Verf. veranlassen, recht bald die anderen Theile folgen zu lassen. Dt. Zwei Rosch-Hafchairah-Predigten von Rabbiner Dr. I. Rosenberg in Brandenburg a. H., 14 Seiten. Verlag vonKauffmann in Frankfurt a. M. Preis 50 Pfg. Die vorliegenden Reden zeichnen sich durch eine gute Disposition, eine kraftvolle Sprache und eine treffliche Verwerthnng des Bibelverses aus. Besonders die erste 'Rede spiegelt klar alle die ernsten und frohen Empfindungen wieder, die unsere Brust am '„Tage des Gerichtes" füllen. Wir können die Blätter zur Lektüre warm empfehlen. Der Erlös der Reden ist für die ausgewiesenen russischen Juden bestimmt. Es liegen uns fünf Predigten von Bezirks-Rabbiner Dr. Mayer in Bühl (Baden) vor, die er am Peßach, Schabuoth, Rosch Haschanah, Jom Kippur und Simchath Thora gehalten hat. Dieselben in populärer Sprache geschrieben, enthalten in gedrängter Kürze eine Fülle vortrefflicher Lehren und jüdischer Wahrheiten, die ihres guten Eindrucks auf den Lefer nicht verfehlen und gewiß die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer in Anspruch genommen haben. Wiscellen. Sabbat Hagadol. 8. Bekanntlich wird der Sabbat vor dem Pesachfeye als „Sabbat Hagadol" bezeichnet; woher kommt das? jDie Erklärung, daß der 10. Nissan vor der Erlösung aus der egyptischen Knechtschaft aus einen Sabbat fiel und dieser ein „großer Tag" war, weil sich an demselben'die Größe unserer Vorfahren, die furchtlos öffentlich das den Egypter» heilige Lamm zum Opfergebrauch einkauften, bethätigte, und das Wunder sich ereignete, daß keiner der Egypter sie kn ihrem Vorhaben störte «Tos. Sabb. 87 d, Tur 430 u. s. w.) ist midraschisch für die Predigt schön zu verwerthen, kann aber auf sachliche Richtigkeit keinen Anspruch machen. Denn schon Chok Jakob (Sch. Ar. 430) verneint die; Richtigkeit dieser Erklärung, da sich aus ihr Widersprüche gegen mnsere Halacha in Bezug auf das Wochenfest ergeben. jJm Talmud selbst findet diese Bezeichnung sich nicht. Eine Erklärung, die mir ein Freund mittheilte, daß dieser ^Sabbat seinen Namen von dem Worte ^run, das sich im Schlußsätze der Haftorah n:nyi finde, habe, kann ich nicht für richtig halten, da Sabbate wohl nach dem Anfangswort der Haftorah benannt werden: jnn, ‘DfO, roittf aber nicht nach ei,rem Worte mitten im Schlußvers. Zudem ist rD-iyi nicht allgemein als Haftorah für diesen Sabbat angenommen. Zwei Stellen in der von Gräber (1882) herausgegebenen Briefsammlung LuzzatoS führten mich auf eine Erklärung, die vielleicht die richtige sein dürfte. Im Brief Nr. CCL, an Zunz gerichtet, beschreibt L. ein in seinem Besitz befindliches Machsor Minhag Jtalia in welchem wir NOV w?run raff? "w> und ru#? mjJiaty }Vun habe, für den Sabbat vor Succoth ist »ich! die Bezeichnung }njn angewendet. Es gab also auch eiymal eine Zeit, da man den Sabbat vor dem Wochenfeste durch eine besondere Benennung ehrend auszeichnete. Wie kam dies? Mir scheint folgendes der Grund: Der erste Tag des Pesach wird in der Thora rottf genannt: DD7 □msc’ roffn mnoD (Lev. 23. 13.); in Bezug auf Schabuoth wird nuttf in dem Sinne von Woche gebraucht mriDD “ty roIP“ TUtiM (ibid. v. 16.) Man weiß wie gegen diese traditionelle Erklärung die Samaritaner polemisirten und wie die Nach klänge dieser Polemik sich in der Festsetzung des christlichen Oster- und Pfingstfestes auf einen Sonntag erhallen haben. Um der traditionellen Erklärung gerade dann eine Festigkeit zu geben, da dieselbe durch die Verhältnisse erschüttert werden könnte, nannte man die diesen beiden Feste vorangehenden Sabbate die großen, um daraus hinzuweisen, daß dieser Sabbat sich wohl vor dem darauf folgenden Festtag unterscheide, der wohl Sabbat genannt, oder in Bezug auf den einen das Wort in anderer Bedeutung angewandt wird, aber nicht der wirkliche Sabbat ist, welcher seiner Heiligkeit nach über dem Festtag steht. Die Benennung hat sich aber nur bei dem Pesachfest erhalten, vielleicht, weil dieses Fest mit seinen vielen Vorbereitungen die vorangehenden Tage bedeutender machte. V Werke und Artikel für die wissenschaftliche Beilage sind an den Unterzeichneten Redakteur, Dr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. zu senden. Verantwortliche Redaction für die „Wissenschaftliche Beilage": Dr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. Druck und Verlag der Job. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actirn-Gesellschaft in Mainz.