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Der Israelit · 1892-02-18 · Heft 14 (18.2.1892) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 14 (18.2.1892)
Date
1892-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIII. Jahr,«,,. M 14. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das VrtßodoXe Iudentkum. Begründet von Ilr Lehmann in Main;. Donnerstag, den 18. Februar 5652 (1892). Leitender Artikel. Zur Würdigung des SchulchnuAruch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). XII. .dkm nNism d’o^bm nrucn n^iy ntsns Wenn wir in einer milden Frühlingsnacht hinaustreten in die uns geheimnißvoll umrauschende, neuerstandcne Welt, über uns der Sternenhimmel, unter uns das Blüthenmeer, und zwischen beiden der von all' diesen überwältigenden Schönheiten betroffene Beschauer, der den Glanz nicht fassen kann, und der daher die Brust erleichtern möchte von Allem, was so ergreifend auf sie einstürmt, wenn es uns drängt, das, wovon das Herz so voll ist, nun auch in Worte zu kleiden und ihm den rechten, ungehemmten Ausdruck zu ermöglichen, dann — empfinden wir tiefer und nachhaltiger als sonst, die ganze Unzulänglichkeit jedes Wortes, die Armuth jeder Sprache, das Ungenügende alles dessen, wodurch ein bewegtes Herz seine Seligkeit mittheilen kann. Dann heben wir schweigend den Blick zu den leuchtenden Himmelskörpern, lautlos schweift das Auge von Blüthe zu Blüthe, von Schönheit zu Schönheit, und dieses Schweigen feiert lauter und eindringlicher Gottes Allmacht, als die lauteste Jubelhymne es vermöchte. — Jede wahrhaft innere Erregung, sie mag durch die uns umgebende Natur oder durch in uns selbst liegende Momente veranlaßt werden, raubt uns das Wort um so rascher und so sicherer, je tiefer gehend, je mächtiger sie ist. Die Sprache versagt gerade da, wo wir ihrer am meisten bedürfen. Wenn Josef seinen Brüdern entgegentritt und durch sein bloßes Dasein den jähen Abgrund einer längst begraben geglaubten Vergangenheit plötzlich aufdeckt, so können sie in ihrer Bestürzung nicht antworten. Wenn Aharon an dem Freudentage des ganzen Volkes seine beiden Söhne verliert, so — schweigt er. Wenn Elijahu sein irregeleitetes Volk wieder für die geächtete Wahrheit gewinnt und ihm den ganzen Abstand zwischen Gott und Götzen wirklich zum Bewußtsein gebracht hat, dann antwortet das Volk nicht mit einem einzigen Wort. Aber alle diese gehobenen, durch besondere Veranlassungen erzeugten Momente, halten keinen Vergleich mit dem Augenblick aus, in welchem in einer von der Höhe ihrer Lebensbestimmung gesunkenen Menschenseele wieder die Sehnsucht nach Gott erwacht und das Verlangen in ihr lebendig wird, die Höhe wieder zu gewinnen, die zur Leitung Gottes, zu seiner Gnade und Liebe führt, die sie in Leichtsinn und Jrrthum, in Abfall und Trotz eingebüßt hat und für immer zu verlieren, Gefahr lief. Für den Vorsatz nun alles einzusetzen, um das begangene Unrecht zu sühnen, alles, Leben. Vermögen, Lebensglück und Lebensfreude nun voll und ganz Gott allein hinzugeben, um diese höchsten Güter neu von ihm gewährt, nun in seinem Sinne, in seinem Dienste zu verwenden, für dieses Einsetzen der unverkürzten Menschenthat ist das bloße, gelobende Wort so unzulänglich schwach, wie es sich in den angedeuteten, besonderen Weihemomenten des Lebens erweist. — Diesem Umstand, dieser Seelenstimmung trägt Gottes Gesetz Rechnung, wenn es für solche Fälle das Wort zurücktreten und uns die That lehrt, mit der wir vor Gott hintreten sollen. Diese That ist das Opfer. Diesem Gedanken geben die einleitenden Sätze des 65. Psalms Ausdruck. nVsn ycty — tu -j^i p'xa 'n n^nn rron *jV nnN uypB uö iidj njiy nan — i«a' *ibo bi iny men nyatw -psn piß” anpni "inan ns?« — onsan .■^a’n t£Hp -pa „Dir ist Schweigen (sonst) das höchste Lob, aber Gott in Zijon wird dir jedes Gelübde erfüllen (durch die Opfer-That, in welche das vergeblich sonst nach einem Ausdruck ringende Schweigen sich kleidet) du hörst jedes Gebet, zu dir kann alles Fleisch kommen. (Auch als -iko, ohne den hohen Geistesflug, der zur Opferthat drängt, und schon

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