Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 13 (15.2.1892)
- Date
- 1892-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIII. Jahrgang. M 13. Israelit. Ein Gentrat-Grgan für das orthodo.re Iudenthmn. Begründet von Dp. Lehmann in Mainz. Montag, den IS. Februar 5652 (1892). Leitender Artikel. Zur Würdigung des SchulchanAruch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). XI. .rvnmn m»y Zu dem „Brod vom Himmel", welches pn'v lehrt, gehört „die Thora vom Himmel", wie sie in den „Zehn Aussprüchen" uns täglich neu vorgeführt wird. Wenn es eine Wahrheit ist, pn mm ruro, daß die Thora nur für solche gegeben ist, die, wie die Väter in der Wüste vom Manna, heiter und glücklich heute leben, wenn sie auch nicht wissen, was der morgige Tag ihnen bringen wird, so ist die Umkehrung dieses Satzes nicht minder wahr, mmn none6 vhx p ruru *6, daß diesem Himmelsbrod nur derjenige mit freudiger Zuversicht entgegensehen darf, der auch das Gesetz seines Lebens vom Himmel gereicht weiß. Daß dieses Gesetz, für das wir leben und leiden, wirklich das Wort des lebendigen Gottes, der Wille unseres himmlischen Vaters ist, daß er am Sinai sich aus seiner Höhe zu uns herabgelassen und mit uns gesprochen, daß ein ganzes Volk ihm zugejauchzt und gelobt hat: „Alles, was Gott gesprochen, wollen wir erfüllen und hören"; das ist und bleibt doch die Thatsache, mit der wir stehen und fallen, auf die allein der Lebensberuf jedes Einzelnen und die welthistorische Mission der jüdischen Gesammtheit sich gründet. Alles dreht sich um die Erkenntniß und Anerkenntniß der Wahrheit: onznn -2 nN -qyi daß Gott alle diese Worte wirklich zu uns gesprochen hat. — Deßhalb hatte der scheidende Führer keine Mahnung uns dringender ans Herz zu legen, als: omm m roiwi p ind iDten pn Dnjmm 7m m» ^2 122^0 niD’ pi yyy ltn -wn .22N2 'N '2 '3©^ moy "IffN DV .732 »J2^1 732^ „Nur hüte dich und hüte deine Seele sehr, daß du die Dinge nicht vergissest, die deine Augen gesehen haben, damit sie nicht weichen aus deinem Herzen alle Tage deines Lebens und thue sie kund deinen Kindern und Kindeskindern — den Tag, an dem du standest vor Gott, deinem Gott, am Horeb." In der That giebt es kein historisches Faktum, das uns so wohl verbrieft, so beglaubt und über allen Zweifel erhaben dasteht, als eben m noyo '3'O, die Offenbarung Gottes an Israel am Sinai, für welches 600,000 Männer mit ihren Frauen und Kindern als Zeugen dastanden und für alle Zeit dastehen. Wenn Jemand die Existenz und die Thaten z. B. eines Alexander, eines Cäsar oder Eolumbus in Zweifel ziehen oder gar in Abrede stellen wollte, so würden wir ihm mit Recht jedes historische Verständniß und noch einiges andere absprechen. Und doch halten die Beweise und Zeugen für die Großthaten, die sich an das Leben dieser Helden knüpfen, keinen Vergleich mit den Bürgen und Garanten für die Offenbarung Gottes an Israel aus, welche die vom Horeb bis in die fernsten Zeiten und Zonen reichende, lebendige Kette bildet, deren äußerste Glieder wir selber repräsentiren. Noch lauter und eindringlicher als wir selber tritt aber unsere ganze Umgebung, ohne es zu wollen, als Zeugen für die Offenbarung des Gotteswortes am Sinai ein. nw» niT qvüw '3'O lew N2p3 naV. Vom Sinai und dem Kleinod, das er uns gebracht, datirt doch der ganze Haß und Wahn, den unsere Feinde uns seit Jahrtausenden bis auf den heutigen Tag entgegenbringen. Daß wir nun einmal von Gott dazu ausersehen sind, seine Wahrheit zu besitzen und sie durch alle Zeiten zu tragen, hat den Neid und das Vorurtheil aller derer geweckt, die uns diese Priorität nicht verzeihen können. Sie zehren von unseren geistigen Gütern, sie eignen sich die hehren Errungenschaften unseres Gottesgeistcs an, sie pflücken eine herrliche Blüthe nach der anderen von unserem Lebensbaume und ver-