Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1892)
- Date
- 1892-02-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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m iä. XXXIII. Jahrgang. Der Israeli Eli! KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in D'iai.r;. Do,tnerftag, den II. Februar 3<k»2 (I8S2>. Leitender Artikel. Iur Mürdigung des SchulchanAruch. Voir Bezirks-Rabbiner II»'. Chrmaun in Baden (Schweiz). X. mcrs „Es ist gut, täglich jcn ns'is ju soll e n", lehrt der Schulchan Aruch. — War das zu jeder Zeit gut, wer will die Wohlthat ermessen, die es für unsere Zeit bedeuten würde, wenn die Wahrheiten, welche diese Paraschah lehrt, uns durch tägliche Vergegenwärtigung so geläufig würden, daß sie unser ganzes Denken und Handeln beherrschen! „O, daß wir durch Gottes Hand im Laude Mizrajim gestorben wären! Wo wir doch am Fleischtopfe saßen mibj Brod zur Sättigung hatten! Habt uns in die Wüste geführt, diese ganze Masse Hungers sterben zu lassen! „I ch bin hier!" sprach Gott zu Moscheh, „Ich lasse euch Brod vom Himmel regnen, das Volk gehe hinaus und sammle das tägliche Bedürfniß täglich, damit ich cs prüfe, ob es in meiner Lehre gehen werde oder nicht. Am sechsten Tage jedoch, wenn sie das Heimgebrachte bereiten werden, wird es das Doppelte dessen sein, was sie sonst Tag für Tag einsammeln. -Das ist das Brod, welches Gott euch zur Nahrung gegeben! Dies aber das Wort, welches Gott geboten, sammelt Jeder davon nach Bedürfniß seiner Nahrung: Nach Anzahl eurer Seelen nehmet Jeder für die Genossen seines Zeltes, Ein Maaß für jedes Haupt. — — — Da sammelten sie, der Eine viel, der Andere wenig. Als sie es jedoch in dem Maaß gemessen, halte der Vielsammlex nicht mehr, der Wenigsammler nicht weniger. Jeder hatte nach seinem Bedürfniß gesammelt. —-Keiner lasse davon zum Morgen übrig!-Einige ließen davon zum Morgen übrig, da hob es Würmer und faulte und Moscheh zürnte ihnen. So sammelten sie Morgen für Morgen, Jeder nach Bedürfnis; seiner Nahrung. Wenn die Sonne heiß wurde, so schmolz es. — Da am sechsten Tage war's, hatten sie doppelt Brod gesammelt, zwei Maaß für Jeden. Es kamen alle Fürsten der Gemeinde und erzählten es Moscheh. Er aber erwiederte ihnen, das ist's, was Gott gesprochen: Sabbatruhe, Gott heiliger Sabbat ist morgen! Was ihr backen wollet, backe heute, was ihr kochen wollt, kocht heute und alles Ueberbleibende bewahrt auf bis zum Morgen. Sie bewahrten es bis zum Morgen, wie Moscheh geboten. Es faulte nicht und kein Wurm war daran. Da sagte Moscheh: Esset es heute, denn Gott geweihter Sabbat ist heute, heute findet ihr es nicht auf dem Felde. Sechs Tage sollt ihr sammeln, aber am siebenten Tage ist Sabbat, an dem wird es nicht sein. Am siebenten Tage gingen doch einige von dem Volke, um zu sammeln, sie fanden aber nichts. Da sprach Gott zu Moscheh: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und Lehren zu hüten! Sehet doch, daß Gott euch den Sabbat gegeben, darum gibt er euch am sechsten Tage zweier Tage Brod. Bleibe Jeder an seiner stelle, keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage. So hielt denn das Volk Sabbat am siebenten Tage. — — — Das Manna aber aßen die Kinder Israels vierzig Jahre, bis sie zu bewohntem Lande kamen. Das Manna aßen fte', bis sie an die Grenze des gelobten Landes kamen." Greifen wir aus der Fülle dieser uns durch den Schulchan Aruch täglich nahegelegten Wahrheiten einige der bedeutsamsten heraus. Es galt nicht dem Brechen äußerer Fesseln, nicht dem Aufbau und der Rettung der Häuser aus Knechtschaft und Tod, sondern der Freimachung des Geistes und Gemüthes von den Fesseln der