Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 10 (4.2.1892)
- Date
- 1892-02-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXXII. Jahrgang. Zweite Beilage ju M10 -es „Israelit." Leitender Artikel. UereK Schirah. Fortgesetzt von Liepman Philip Prins. (Der Lobgesung der Ströme.) Frankfurt a. M., 2. Februar. XXI. Wie sich der geehrte Leser noch erinnern wird, bemerkten wir in unserer jüngsten Abhandlung, daß von den vier Hauptflüssen, deren die Thora bei der Schöpfungsgeschichte erwähnt, nur ein Fluß es ist, der den Boden des heiligen Landes begrenzt, es ist nur der ms (Radix ms Früchte tragen), der wahre Fruchtbarkeit verbreitet, der im eigentlichsten Sinne Fruchtbare, und die ewige, nie versiegende reiche Fruchtbarkeit führt zum mn yy, dem Baume des wahren Lebens. Der ms wird auch durch den Namen ms bezeichnet (siehe Ezechiel I, 1. Comment.), was soviel als „Schon" bedeutet und ward, nach der Bemerkung unserer Weisen, diese Bezeichnung dem ms deßhalb beigelegt, weil er, direkt dem Paradiese entströmend, von jeher, in ältester Zeit „schon" bekannt war. Aber nur äußerst wenige Menschen nahen diesem Strome, versenken sich in'dessen Fluthen; die meisten wähnen, was nützt es seinem Laufe zu folgen, was bietet die Reise zum mnn yy, zumal sie mit nicht wenig Mühen verbunden ist, wer spricht von solchen Bestrebungen, sie werden mit einem höhnenden Achselzucken abgethan. Den mnn yy aufsuchen, sich nur hehrem, reinen, ewigen Leben weihen, in diesem Streben Ziel und Gipfelpunkt des Daseins suchen, ist ein Ideal, das von den Allerwenigsten verstanden, gewürdigt, um Anerkennung zu finden, um der Nachahmung und Nacheiferung werth gehalten zu werden. Sehr sinnreich sagen unsere alten Weisen: Man fragt den ms, der bekanntlich ruhig und lieblich in seinem Strombette dahtnfließt, -j^p v« .">r^, „warum wird deine Stimme gar nicht vernommen?" und seine Antwort lautet einfach und bescheiden: Z'irr 'J’n, „ich habe es nicht nöthig, tiin D'ymo ’»yo, meine Thaten, mein Wirken und Schaffen machen mich bekannt, ^verschaffen mir schon die entsprechende Anerkennung und den genügenden Lohn." Betrachten wir hingegen den erstgenannten Strom, der auch dem py entstammt, den pr®, so bietet sich von dem bisher Dargelegten das volle Gegentheil dar. Wohin wir unseren Blick wenden, in welchen Kreis des gesellschaftlichen Lebens wir blicken, überall begegnen wir unzähligen Menschen, welche dem Baum -ram, der ihrem sinnlichen Auge schmeichelt, ihr ganzes Streben weihen, ihm ihren ganzen Lebensdienst zuwenden, sich reiche Lebensmühen und vielfältige Daseinssorgen auferlegen, nicht etwa um das Leben zu fristen, mit dessen nöthigen Bedürfnissen sich zu versehen, sondern um in Fülle und Ueberfluß zu schwelgen, Gold und Silber zu kaufen, mit Perlen und kostbarem Geschmeide sich zu schmücken, deßhalb befahren sie den yitrs, nur um dem na®, dem Ausbreiten, dem Vermehren, dem Anhäufen zu fröhnen. Dieser pp® umgibt und umringt das Land r6’in,*) (dessen Grundwort ^rr sein dürfte.) Und dieses Land ist ihr Hoffen und Verlangen, ihr Sehnen, Streben und Haschen, amn dw ivh, denn dort ist das Gold zu finden. Täglich belehrt uns die Erfahrung, von welch' sittenverderbenden Einflüssen das unmäßige Streben nach Rcichthum und Ueberfluß begleitet ist; wie vielen Schaden hat es nicht schon angestiftet, wie viele Menschen, welche der Strömung des mit seinen tobenden und schäumenden Wellen und Wogen folgen, sind nicht derselben erlegen, wie viele Städte und Staaten dadurch zu Grunde gegangen! Sie ließen sich blenden von der glänzenden Außenseite, sie erachteten das Nichtige und Flüchtige, das Vergängliche und Hinfällige als das Wahre und Herrliche und beachteten nicht den eigentlichen Werth und Zweck des Lebens. Aber auch der pw® mit seinem Toben und Brausen vermag Segen zu verbreiten, und zwar dann, wenn die Begierde nach dem noro yy im py |j ihren Ursprung nimmt, in seinem geweihten Boden Wurzel schlägt, dort dieser Baum herrlich duftende Blüthen zeitigt, aiö N’nn pwi a.in, denn das Gold im Lande der Hoffnung und Sehnsucht hat seine edlen Zwecke. (2iv na-) nnwna.) /rrta Nim im 'Traa Nim »me Verwendet der Mensch das Gold im Leben, in seiner irdischen Wohnung, während seines Weilens auf Erden in guter, edler Weise, dann begleitet es ihn als treuen Genossen auch nach dem Tode in die Welt der Zukunft, zu dem göttlichen Richterthrone. -iriN an* mis Q“N. Wechsle nur einen Goldgulden, ruft imiN 'n im yd uns zu, udd n’üid no niN'SD HDD und ganze Fundgruben von Glück und Segen kannst du damit eröffnen. tmtpa ma: no^i Anm. des Correctors: Auch das gewöhnlich als Grundwort von m'in angenommene Zin läßt obige Deutung vollkommen zu; es ist das Land, welches Alle umkreisen, umtanzen, das Land, woraus die Augen Aller gerichtet und.