Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1892)
- Date
- 1892-01-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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144 und Rabbiner Dr. Carlebach, Lübeck. 2Vr Uhr war eS schon geworden, als man die sterbliche Hülle unseres so heiß geliebten Oberrabbiners in die Erde senkte lasare by rnr ufotn. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pretzburg Am 24. verschied dahier die Wittwe des ibid ans, Frau Chawa Leah Schreiber geb. Weis im Alter von 79 Jahren. Dieselbe lebte mit dem *ib'd zins 39 Jahre in glücklicher Ehe und ist dieselbe seit 20 Jahren Wittwe. Ihr ohne vorhergegangene Krankheit erfolgter Tod hat hier wie auch in der Umgebung allgemein Trauer und Theilnahme herorgerufen. Amerika. Philadelphia. Der vor Jahresfrist dahier gegründete Verein „Jewisli Alliance of America“ veröffentlicht feinen ersten Bericht über seine bisherige Thätigkeit. Derselbe, 32 Zweigvereine in den Vereinigten Staaten zählend, hat sich zur Hauptaufgabe gestellt, eingewanderten russischen Glaubensgenossen in den verschiedenen Theilen des Landes ein Unterkommen zu verschaffen; in 12 Plätzen wurden bereits 151 Personen untergebracht. In einigen gröberen Städten wurden Nachtschuleu und Arbeiterbureaus errichtet, Lesezimmer eingerichtet und Bibliotheken aufgestellt. Von den 2886 Dollars Einnahmen wurden 2605 Doll, für diese Zwecke verwendet. Präsident des Vereins ist Herr Simon Muhr und Secretär Herr Bernhard Harris. M a r o c c o. Mogador. Da das hiesige Judenviertel (Mallah), das schon etliche Jahrhunderte alt ist, denn es wurde noch von den ns D'isnu (spanischen Emigranten) angelegt, im Laufe der Zeit für unsere respektrble Gemeinde zu klein geworden ist, so hat der Sultan jetzt gestattet, daß dasselbe durch Neu- und Zubauten vergrößert werden darf, und erhielten die Juden schon die Erlaubniß, die dazu nöthigen Grundstücken von den Mohamedanern käuflich zu erwerben. > Vermischtes. < Gleiwitz, 7. Januar. Ein Ehrentag in des Wortes wahrster Bedeutung ist der 7. Januar für den Stadtverordnetenvorsteher Herrn Sanitätsrath Dr. Freund. Ein Vierteljahrhundert fungirt er heute als Stadtverordnetenvorsteher, nachdem er vorher 10 Jahre lang als stellvertretender Vorsitzender das Amt geführt hatte. Die Wiederwahl des Herrn Sanitätsrath Dr. Freund zum Vorsitzenden ist während der 25 Jahre fast immer einstimmig erfolgt. Daß ein Mann, der in solcher Weise das Vertrauen der Bürgerschaft genießt, an einem solchen Tage auch eine besondere Auszeichnung verdient, braucht wohl nicht erst besonders betont zu werden. Und eine Auszeichnung, und zwar die höchste die einem Bürger zu Theil werden kann, ist Herrn Sanitätsrath Dr. Freund auch tatsächlich zu Theil geworden. Es wurde vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen, ihn zum Ehrenbürger der Stadt Gleiwitz zu ernennen. Auch soll das Bildniß des Jubilars für alle Zeiten im Stadtveror dn e t e nsitz ungssaal e angebracht werden. Herr Sanitätsrath Dr. Freund ist auch Vorsitzender des Shnagogengemeindevorstandes des Regierungsbezirks Oppeln. Der Gemeinderath in Schifferstadt (daher. Pfalz) hat der jüdischen Gemeinde zum Bau einer Shnagoge M. 10000 geschenkt. Trier. Am Montag den 4. ri2E haben wir eine 7'n ntt’N zur letzten Ruhe bestattet, die es wohl verdient, daß ihr in diesen Blättern ein ehrendes Denkmal errichtet werde. Frau Herrmann Simon, geb. Earoline Bonem erlag nach einem mehrtägigen Krankenlager im kaum zurück gelegtem 59. Lebensjahre der tückischen Influenza. — Schlicht und einfach in Gottesfurcht und Frömmigkeit erzogen, blieb sie den ihr von ihren Eltern überkommenen religiösen Grundsätzen unentwegt treu. Sie ließ sich weder von den rauschenden Weltsreuden blenden, noch von den modernen Anschauungen über Fortschritt und Zeitgeist hinreißen. Ihr einziges Ergötzen war das Lesen jüdischer Schriften im Sinne des rechtgläubigen Judenthums. Mit wahrem, inneren Wohlbehagen lauschte sie den Worten der mm, so oft sie Gelegenheit hatte, solche zu vernehmen. Bei ihr war jedoch nttrysn N7x men s?. Denn sie übte die ms»*c mit einer minutiösen Pünktlichkeit. '“i HNT war der Grundzug ihres Lebens und Wirkens. Darum trug sie auch ihr langjähriges Leiden mit frommer Ergebung. Hier konnte man die beglückende Macht des Glaubens und der Gottseligkeit erblicken und bewundern. Pflichtvoll war sie als Gattin und Mutter °, mitleidig gegen Arme und Dürftige. Ihr Hans war den Hülfe Suchenden, ihre Hand den Nothleidenden stets offen. So lebte sie nruiDNa, bis sie am zweiten rDUD fi3E’, f*pc '2 sanft hinüberschlummerte "klP nmci PQ&' PDttf .□'CTiyn Die Betheiligung an ihrem Leichenbegängnisse war eine ihren Verdiensten würdige. Möge sie die Früchte ihrer Tugenden ernten C“"iy2! Ihr Andenken sei gesegnet! .tcn Rybnick, 18. Januar. Hierselbst starb Herr Samuel Schaffer, Vorsteher der hiesigen Gemeinde. Tie Beerdigung des allgemein geachteten Mannes fand unter Betheiligung der städtischen Behörden und weitester Kreise statt. Herr Rabb. Dr. Blumenthal-Ratibor sprach am Grabe. Briefkasten der Redaction. A. B. in Frankfurt a. M. Jüdische Metzger sind zur Lieferung von koscherem Fleisch durchaus nicht nothwendig, im Eegentheil ist eine Einrichtung, wonach der Verkauf unter Eontrolle im Gemeindescharrn erfolgt, der Jnstallirung jüdischer Metzger vielleicht vorznziehen. Eine derartige Einrichtung besteht seit Larrgenr in Fürth, wo man sich erst in jüngster Seit und nur sehr schwer entschloss einem jüdischen Metzger die Eoncession zu ertheilen.