Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1892)
- Date
- 1892-01-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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105 Wege von Jerusalem nach Hebron dos einzige der Obhut der Juden anvertraute Monument sei. ES ist auch das einzige Grabmal des heiligen Landes, dessen Besuch Jedermann frei steht. An allen anderen Orten, wo der Fremde seine Neugier zu befriedigen wünscht, wird derselbe auf unerhörte Weise geschoren. Klmderley. Vor eiingcr Zeit fand Hierselbst eine anhergewöhnlich zahlreich besuchte Versanunlnng unter Vorsitz des Bürgermeisters statt, welche zum Zweck hatte, die Sympathie für die russischen Juden praktisch zu bethätigen. _ Anher dem Bürgermeister sprachen auf derselben fast nur noch Geistliche der englischen Hochkirche, der Dissidenten, der Katholiken und Inden. Tie ernsten und beredten Ansprachen hatten den erfreulichen Erfolg, dah für den russischen Unterstützungsfond sofort 5000 Mark durch Snbscription gezeichnet wurden, Jrrowrazlaw, 28. Dezember. Antisemitische Flugblätter werden, wie man der „Pos. Ztg." von hier schreibt, jetzt auch in polnischer Sprache verbreitet. Neapel, im Dezember. Bei den in diesem Monate hier stattgefundcnen Stadtrathswahlen ist auch der verehrte Vorsteher unserer kleinen Enltusgemeinde, Herr Pacisico (?HL') A s c a r e l l i, als Sieger ans der Wahlurne hervorgegangcn. Herr Ascarclli ist der erste Jude, dem bie hohe Ehre zu Theil ward, unter unseren Stadtvätern sitzen zu dürfen. Da hier nur wenige Juden leben, so verdankt Herr Ascarclli feine Wahl fast ausschließlich unterem christlichen Mitbürgern, die sich bei Aufstellung dieses Candidaten um dessen Eonfession gar nicht kümmerten, sondern in ihm nur den tüchtigen und wackern Bürger und den ehrlichen Geschäftsmann sahen. Aus dem Gouvernement Wilna wird folgender Vorfall gemeldet: Der im Dorfe Dukschte seßhafte Kaufmann Salo Zimmermann hat zwei bildhübsche Töchter, die schon seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit der dortigen Lebemänner erregten. Man stellte an Zintmermann das Ansuchen, seine Töchter raufen zu lassen, und als darselbe dieses Ansuchen zurückgewiesen hatte, verschwand das jüngere Mädchen plötzlich aus dem Hause. Die Nachforschungen, welche Zimmermann nach dem Verblieb seiner Tochter anstellte, blieben längere Zeit erfolglos. In Folge einer anonymen Anzeige gelangte Zimmermaun zur Kenntniß, seine Tochter befände sich im Hause einer Frau am äußersten Ende der Ortes. Mit Hilfe von Polizei-Organen drang man in das Haus der Frau und fand dort in einem Keller das mit einer eisernen Kette an die Wand geschmiedete Mädchen. ' Die Frau gab an, sie sei von Zimmermann dafür bezahlt worden, das Mädchen an der Kette zu halten, damit es den Russen nicht in die Hände falle. Obwohl! Zimmermann und dessen Tochter die Angabe der Frau als Verleumdung erklärten, die Tochter überdies depo- I uirte, sie sei gewaltsam zu dieser Frau gebracht worden, ' erklärte das Gericht noch am selben Tage Zimmermann der väterlichen Gewalt über sein Kind für verlustig.! Zimmermann wurde überdies verhaftet. Das Mädchen wurde Tags darauf nach griechisch-orientalischem RituS j getauft und wird nächster Tage die Frau eines russi- > scheu Beamten. Dem Kaufmann Zimmermann wird demnächst wegen angeblicher Mißhandlung seiner Tochter! der Prozeß gemacht werden. PI?*- E n ffi t g e n. -W» mr Für de» folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. ~m Die Lazarus Posen Wwe in Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstünde: Kk Chajim, Tass,Kronen, €hannkahlampcn, Besomimbiichsen, JSeder- Oegenstände, Pokale, Weinhnmpen etc. etc. und versendet ihre neuen, sehr vergrösserten Musterhefte nebst Preis-Cooranten gratis und trauko! 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