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Der Israelit · 1892-01-04 · Heft 1 (4.1.1892) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 1 (4.1.1892)
Date
1892-01-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXIJI. Jahrgang. Beilage ju M 1 des „Israelit". Leitender Artikel. Gine auffallende Kaschi. Aus unserem Leserkreise ging uns zur Beantwortung der von Herrn Dr. Ba. in Nr. 98 aufgeworfcnen Raschifrage eine stattliche Reihe von Lösungsversuchcn zu. Wir sind hocherfreut daraus zu sehen, ein wie grotzes litterarisches Interesse allenthalben unter unseren Freunden herrscht; besonders da die uns über diesen Gegenstand zugekommenen Mittheilungen zum großen Theile von Geistesschärfe und hohem wissenschaftlichen Verständniß Zeugniß geben. So, um von Vielem nur Einiges zu ei wähnen, wird die auffallende Zwölfzahl der Hasmonäersöhne von Mehreren mit den 12 Fürsten aus dem Hause der Hasmonäer erklärt, Mathitja nebst seinen 5 Söhnen und den 6 Regenten bis auf Herodes; während ein Anderer in der Megilat Antiochus 2 verschiedene Mathitja zu finden glaubt, von denen jeder nach der betr. Megilah 5 Söhne gehabt habe, und ein Anderer wieder zu den 5 Söhnen des Mathtiija die 7 als Märtyrer bekannten Söhne der Hanna nimmt. Eine scharfsinnige Nmdeutung der Raschistelle ist jedoch gar nicht nöthig, der einfache Sinn der Stelle gibt auch hier das allein Richtige. Der von Berliner citirte oder ein ähnlicher Midrasch ist in der That Raschi's Quelle gewesen. Die schwierige Raschi lautet w-ern yn m mum HDD ny^xi. Auffallend ist hier: a. Die Zwölfzahl der Hasmonäersöhne. d. Wer ist dieser Elasar? e. Wo findet sich eine Stelle, aus der sich ergiebt, daß 12 Hasmonäer allein gegen Myriaden kämpften? Wir kennen nun 3 Belegstellen, durch welche sich diese Schwierigkeiten leicht lösen lassen. I. Die erwähnte Stelle des Midrasch Chanuka, die sich in Jellinek's Beth Hamidrasch I p. 135 findet. Es heißt dort: nn 'n wiD»n nnxi ’» yx J"2 pnv ->dn “1DN. '121 rp'OTl onn TD '121 D'£32ff 2"' 2"’ .'121 vn n'D’y rfix xnn dw PINL' 'i II. Eine Stelle gegen Ende der Erzählung, die sich im v'v' riNDN Abschnitt nayn Kap. 2 findet und in Jellineks Beth Hamidrasch Bd. I, Nr. 13 abgedruckt ist. 'ui nnxi ya 'n yx mox n®’ ^"x! idi nny '»a» 3"» u» 2"' *1:133 2"» en III. Eine Anmerkung des nnnn 220 Karlsruher Ausgabe S. 40 a, Lemberger Ausg. I S. 88, Warschauer Ausg. 1, S. 145 (73) b. . yny “)£*y oy»a nbim >pD3 naun raty isma t*h '2 jrxi ^"2y 2"’ ontr nyatsn pnn iya ‘31 (*.ni ’nxao J *) Unter den uns aus unserem Leserkreise zugekommenen ' In I wird erzählt: Ein Grieche wollte die Gattin des Elasar und Sohn des Hasmonai, Tochter des Hohepriesters Jochanan in Gegenwart ihres Vaters und Gatten entehren. Da sagte Jochanan: Ich und meine 3 Söhne und du Hasmonai und deine 7 Söhne wir sind 12, entsprechend den 12 Stämmen; sicher wird Gott durch uns ein Wunder thun. Elasar eröffnete dann den Kampf und tödtete den Griechen. Rabbi Jizchak bemerkt: Es waren 60 Myriaden feindliche Schaaren ihnen gegenüber, die auf wunderbare Weise besiegt wurden. In II wird ein ähnlicher Kampf der 12 Söhne des Hasmonai und Jochanan gegen viele Myriaden erzählt. Von 3 findet sich in unserm Sulath zum ersten Sabbat Chanuka nur das y*iy nipy cytp ohne die Erklärung von den 3 Söhnen Elasars und den 7 Söhnen Jochanans. Ein Midrasch, in welchem die Zwölfzahl, wie in I oder III erklärt wird, scheint Raschi Vorgelegen zu haben. Auch den Paitanim zum ersten und zweiten Sabbat Chanuka, besonders Salomo ben Jehuda und Menachem ben Machir müssen ganz ähnliche Midrachim wie bei I und II Vorgelegen haben. Die Piutim Salomo ben Jehuda's citirt Raschi öfters im Bibelcommeutar, wie Heidenheim uachweist, und Menachem ben Machir war ein Schüler Raschi's. Auch die Bemerkung Raschi's zu Djmnwa rn Sabbat 23 a hat ihre Quelle in den Erzählungen der I und II genannter Midraschim. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Breslau, 17 Dezember. Der letzte des ersten Lehrercollegiums am hiesigen jüd. theologischen Rabbinerseminar Herr B. Zuckermann — ist heute nach kurzer Krankheit (Influenza) gestorben. Derselbe war derzeitiger Vorsitzender des Lehrkörpers. Weilburg, 23. Dezember. Im Honoratioren- Zimmer eines hiesigen ersten Hotels wurde Herr- Lieutenant von R. von einigen Kameraden zu einem Kartenspiel aufgefordert. Der Herr that aber den Ausspruch: „Ich rühre die Karten nicht eher an, als bis „der Jud'" draußen ist." Der Jud' war ein Herr D., Kassirer des hiesigen Zweigvereins vom Rothen Kreuz, Inhaber mehrerer Orden, ein überall wohlgelittenes Mitglied der hiesigen Gesellschaft. Weder der milanwesende erste Garnisonsvorgesetzte, noch einer der Kameraden des Offiziers fanden sich zu einer Rüge veranlaßt; aber auch die anwesenden christlichen Freunde des Juden, von Lösungen erwähnt Herr M. L. Bamberg er in Aschafsenburg Stelle 1 und 3.

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