Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1892)
- Date
- 1892-01-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nt UUN^W^für dasV^< 33 Jahrgang. Montag, 4. Januar 5652 (1892). orthodoxe Iudenihum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. M 1. Fernsprechanschlntz unter Nr. 315. Leitender Artikel. Itückdlick. Mainz, den 3. Januar. Unter den Ereignissen des abgelaufenen Kalender- Jahres steht für die gesammte Judenheit, das traurige Schicksal unserer Brüder und Schwestern im russischen Reiche im Vordergründe alles Interesses, und wird es voraussichtlich während der nächsten Jahre noch bleiben müssen, wenn nicht durch Gottes allmächtige Fürsorge eine Wendung zum Besseren eintritt. Es ist Vieles in allen Ländern der Erde geschehen, um das thränenreiche Loos der Unglücklichen zu mildern, aber alle Anstrengungen zeigen sich nicht dem grenzenlosen Elend gewachsen, das hier zu bewältigen ist. — Die Gistsaat der Feinde unseres Volkes, ist in blutiger Weise im Osten Europas aufgegangen und zeigt den denkenden, besonnenen Elementen aller Länder, wohin diese Verhetzung führt. Diese allmählich mehr und mehr zum Durchbruch gelangende Erkenntniß ist das einzige Tröstliche in dieser betrübenden Erscheinung des auf die Neige gehenden Jahrhunderts. — In England zuerst haben sich die edelsten Männer aller höheren Klassen zu einem Protest gegen diese unsere Zeit schändende Barbarei erhoben, indem sie eine diesbezügliche Bitte an den Kaiser von Rußland richteten. Wenn auch ein unmittelbarer Erfolg dieses Vorgehens nicht constatirt werden kann, so bleibt dasselbe doch von unschätzbar hohem moralischen Werthe, dessen Bedeutsamkeit sich in verschiedener Weise kund gab. In Deutschland erfolgte die Bildung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, zu dessen Begründern die klangvollsten Namen aller Berufsarten zählen, der sich dann bald auch auf Oesterreich-! lngarn erstreckte, wo ihm die besten Elemente der höchsten Kreise mit thätigen Sympathien zur Seite stehen. Besser können diese schweren Verirrungen nicht gesühnt werden, als durch eine solche Reaktion, die sich innerhalb unserer christlichen Mitbürger selber gegen diese bedauerlichen Auswüchse geltend gemacht. Es ist dies ein erfreuliches Symptom von nicht zu unterschätzender Bedeutung, deren völlige Würdigung innerhalb der Judenheit zu wünschen ist. So erfreulich diese Bestrebungen sind, und so dankerfüllten Herzens wir sie auch begrüßen, so erhoffen wir dennoch eine durchgreifende Aenderung zum Besseren für diese betrübenden krankhaften Erscheinungen der Zeit, nur von Gottes Allmacht, der allein die Zeiten ändert und die Zeitverhältnisse wechselt. Bis dahin bleibt es unsere Pflicht, Trost in dem Bewußtsein zu finden, daß es die Verfolgten und die in ihrem Recht Verkürzten sind, denen Gott nahe ist. Wir lesen in der Sidra dieser Woche: ron na nti dhVn “dt "itrx nan pu n« □rvax apjr rm Tim in« mwb rtw nrx. „Sie redeten zu ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen geredet, da sah er die Wagen, die Joseph geschickt hatte ihn aufzunehmen, und der Geist ihres Vaters Jakob lebte wieder auf." (I. B. M. 46. 27.) Zu diesen Worten bemerkt Raschi: riDny nttnss »tbibo pmy rrn nca or6 ■wn "ionj fjdv rhut *wn m^yn n« nti ncwt? in: ntnBr&tf. „Er gab ihnen als Zeichen das mit, womit er sich beschäftigt hatte, als er sich von ihm trennte, nämlich das Capitel von Egla Arufa, das