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Der Israelit · 1891-12-28 · Heft 101 (28.12.1891) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 101 (28.12.1891)
Date
1891-12-28
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1908 doch endlich wieder. Leb' wohl, ich muß unbedingt gehen." Mit langsamen Schritten, trotz seiner Eile, ging Fürst Michail zur Thüre und drehte den Schlüssel. Afka eilte ihm nach und begleitete ihn bis zum Hausthore, indem er ihm, leise flüsternd, noch Allerlei von den Aussichten seiner Liebe erzählte. Ein Diener reichte den Pelz des Fürsten, Michail ging hinaus und bestieg seinen Wagen, während Afka sinnend stehen blieb und weltverloren in's Leere starrte, nicht beachtend, daß die Diener ihn erstaunt betrachteten. „Afka, Afka!" ries Michail von außen, „ruft den jungen Herrn!" Der kleine Kutscher warf die Zügel in das offene Wägelchen dem Fürsten zu und sprang in das Haus. „Nehmt einen Pelz!" rief der Pförtner dem Sohne seines Brodherrn zu. „Es ist noch warm" cntgegnete Afka und eilte in großen Sätzen zu dem Freunde. Fürst Michail deutete mit dem Finger in die Richtung der Langen und breiten Straße, an deren Beginn zwei Wagen sichtbar wurden, die einen Wettlauf miteinander zu veranstalten schienen; beide Roffelenker hieben auf die Pferde ein und mit rasender Schnelligkeit sausten die Wagen über die nicht gepflasterte Straße dahin. „Ist das nicht eines Eurer Gespanne?" frug der Fürst. „Gewiß, cs ist unsere Troika, auch die Schimmel erkenne ich, Allbarmherziger, was hat das zu bedeuten, Rosa, sieh doch nur, Rosa —!" Mit verzweiflungsvollem Blick hatte sich Jakow vornübergebeugt und starrte den Wagen entgegen, die mit donnerndem Getöse immer näher kamen. In die äußerste Ecke der Troika war ein junfles Mädchen furchtsam hitteingedrückt, sein Gesicht mit den Händen verdeckend; das leichte großräderige Jagdwägelchetl daneben wurde von einem kräftigen Jüngling gelenkt, der mit der einen Hand seine beiden feurigen Pferde sicher dirigirte und sein Fahrzeug immer in gleicher Höhe mit dem Dreigespann hielt, während er mit der andern Hand der jungen Dame Kußhände zuwars. Auch hörte Afka, daß er ihr allerlei Worte zurief, deren Sinn indessen bei dieser Entfernung und dem Geraffel der Räder nicht zu verftcheu war. Jetzt waren die beiden bis zu dem Horwitz'schen Hause gelangt, mit einem einzigen, klüftigen Ruck brachte der Kutscher das Dreigespann zum Stehen, während der Jagdwagen in schnellem Tempo vorüberfuhr. Sein Lenker grüßte noch einmal lächelnd zu dem Mädchen hinüber und sanfte von dannen. Zitternd, halbtodt vor Angst wurde die junge Dame von den Dienern, die schaarenweise aus dem Hause gekommen waren, aus dem Wagen gehoben. „Rosa, bei Gottes Erbarmen bitd ich Dich, sage mir, was ist geschehen?" rief Afka in jammervollem Tone. „Lass' uns in's Haus gehen," hauchte sie, und kaum im Stande sich auf den Füßen zu erhalten, ergriff sie seinen Arm. Nur um die Geliebte bemüht, hatte Afka vollständig vergessen, daß Fürst Michail noch neben ihm stand. Michail lächelte; er wußte die Stimmung seines Freundes zu gut zu schätzen, als daß er diese Nichtbeachtung übel vermerkt hätte; auch war er taktvoll genug gewesen, sich mit seiner Hilfeleistung nicht vorzudrängen, da ja Afka Kraft genug besaß, das ihm so theure Mädchen zu geleiten. Jetzt schritt er den beiden nach und sich vor der jungen Dame verneigend, flüsterte er dem Freunde in's Ohr: „Weißt Du, wer es war, der sie verfolgte? Es war Iwan Alexandrowitsch Oststone, der Günstling des Czaren." (Fortsetzung folgt.) Die Fortsetzung der Erzählung „Die Schindmähre" folgt in Nr. 1 des neuen Jahrgangs. Wochen - Kalender. Donnerstag, 31. Dezember, 30. Kislew. n""H 'n er. Freitag, 1. Januar, 1. Thebet. nwT? '2 Dr. Sabbat-Anfang 3 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr.) Samstag, 2. Januar. 2. Thebet. rD?on 'n Sabbat-Ausgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr.) ohl hat jede Hausfrau den berechtigten Wunsch, während des Festes so wenig häusliche Arbeiten wie irgend möglich zu haben und dennoch die Tafel mit den wohlschmeckendsten Gerichten zu zieren. Zur Erleichterung dieser Bestrebungen gestatten wir uns, den geehrten Hausfrauen den Rath zu ertheilen, mit dem Backen der Mondamin- Sandtorten schon jetzt zu beginnen; denn es ist eine Thatsache, daß Mondamin-Sandtorten, welche acht Tage vor dem Gebrauch gebacken und in Blechdosen aufbewahrt werden, in Feinheit des Geschmacks bedeutend gewinnen. Mondaniin-Sandtorten sind in vielen Familien zu einem ganz unentbehrlichen Gebäck geworden, und daß dies mit Recht der Fall ist, beweist die abermalige Prämiirung mit der „Goldenen Medaille", welche die Herren kroven & Polson (Fabrikanten des Mondamin) auf der Kochkunst-Ausstellung in Hannover im vorigen Monat erhalten haben. Allerdings galt diese Prämiirung nicht allein den Sandtorten aus Mondamin, sondern auch der allgemeinen Verwendbarkeit und Vorzüglichkeit dieses Artikels. Die Puddings, Flammries und sonstigen Speisen, welche mit Mondamin hergestellt werden können, wie auch besten Vortrefslichkeit mit Milch gekocht, — als ein Nahrungsmittel für Kinder und Kranke — sind wohl bekannt, verdienen jedoch noch bester bekannt zu werden. Für heute genügt es, nochmals auf die Mondamin-Sandtorten hinzuweisen, da diese wahrend der Saison besonders am Platze sind. Alles weitere über Mondamin beliebe man aus dem Annoncentheil unseres Blattes zu ersehen.

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