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Der Israelit · 1891-12-24 · Heft 100 (24.12.1891) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 100 (24.12.1891)
Date
1891-12-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1880 Sie so im Stiche zu lassen, gestattet mir nicht mein Herz, ich fühle Mitleid mit ihr, und eine ssnderbare Sympathie zieht mich wie ein Magnet zu ihr hin. Ich fasse sie also wieder beim Schopfe, und ziehe sie weiter, auf Gott vertrauend, so lange wie ich es vermögen werde. ... Ich bitte Gott, daß fremde Leute wenigstens nicht vorbeifahren, damit sie mich und meine Mähre nicht auslachen sollen. Andere sollen wenigstens nicht wissen, was unter uns vorgeht, es soll zwischen uns ein Geheimniß bleiben. Still, schal Leider wurde mein Gebet nicht erhört; zum Unglücke kamen allerlei Leute herangefahren, Juden und Fremde. Jeder zeigte auf uns mit den Fingern, man machte Witze und lachte. . . . „Ha", rief einer, „wo haben Sie diese schmutzige Mähre aufgetrieben?" „He, He", schrie ein anderer, „was fesselt dich Jüngling so an diese Unglückselige? Geh lieber deiner Wege und laß sie laufen. Du bemühst dich umsonst, denn mit ihr wirst du dir keinen Rath schaffen. Weißt du nicht, daß sie schon aus der Ferne nach dem Abdeckerplatz riecht, daß sie ihre Zeit überlebt hat?" Und ein anderer von den Vorüberfahrenden ließ sich wieder folgendermaßen vernehmen: „Schwinge dich auf ihren Rücken und schlag darauf los, daß die Knochen krachen! Es schadet nicht! Dann wird sie die Füße rühren und schnell laufen!" „Am besten," meinte ein Anderer, „nimm' die Mähre auf die Schultern und trage sie." Gott allein weiß eS, waS in meinem Herzen vorging, als ich diese hämischen Bemerkungen anhören mußte. Unterdessen wurde es Nacht. Der Himmel wurde von schwarzen Wolken verhüllt, von Zeit zu Zeit blitzte es und die Mähre beharrte weiter in ihrer Halsstörrigkeit. Ich drängte; ich wollte irgend ein Nachtlager aufsuchen, ich strengte alle Kräfte an. aber hört! Zog ich etwas fester an, bäumte sie sich und schlug mit den Füßen auS! „Ha, ha", dachte ich mir, „so ist es gemeint, du stoßest um dich und willst mich gar schlagen! Also gute Nacht! Schlafe allein, wo du willst! Ich gehe fort, werde aller Leiden los, werde mir Schande ersparen und werde nicht mit dir zusammen dem Hohngelächter ausgesetzt sein! Bald aber nahmen meine Gedanken eine andere Richtung: Du zürnest und schlägst um dich? das ist sehr gut! Wahrscheinlich beginnst du zu fühlen, dich zu regen und wenn es sich so verhält, dann wirst du mit Gottes Hülfe Raison annehmen und wirst ganz anders werden! ... Ich streichelte zärtlich meine Schindmähre und sie schleppte sich langsam, langsam hinter mir bis zu einem dichten Walde. Hier sollten wir übernachten. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der Redaetion. D. in Schweich. Bitte um Ansichtsendung. Briefkasten der Expedition. L- F. in Siroka. fl. 2.— bis 1. Januar 1892 empfangen. PT Ä n { c i fl c n. -WA Für den folgenden Tbeil ist die Nedaction nickt verantwortlick. Die Sildvervaaven - JFttUt'iU Lazarus Posen We in Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: K* Chajim, Tass, Kronen, Channkahlampen, Besomimbnchsen, Seder* Gegenstände, Pokale, Weinhnmpen etc. etc. und versendet ihre neuen, sehr vergrösserten Musterhefte nebst Preis-Couranten gratis und lranko! (85 Verkaufs - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Paiais“. Unter den Linden 5, Hotel Bristol. /EJin braves, fleißiges, jüdisches Mäd- ^2, ch?n sucht eine Stelle als Gesellschafterin oder Wirthschafterin bet seinen, religiösen Leuten. Offerten unter B. R. 7739 beförd. die Exped. d. Bl. /Lin junger Mann, Isr. der seine 4jährige Lehrzeit in einem Manufacturmaaren Geschäft beendet hat, sucht per 1. April 1892 in Schlesw. Holst, anderweitige Stellung. Offerten an L. Thorner, b. I. Stern, 7777) Rendsburg. C\c9 suche für meinen Sohn, der die Metzgerei gründlich erlernte und schon als Geselle thätig war, eine passen de Stelle in einer Metzgerei, womöglich in einer Stadt. Off. unter H. G. 7742 an die Exp. dss. Bl. fötn junger Manu, 20 Jahre, militairfrei, sucht zum 1. April 1892 Stellung auf einem Comptoir, am liebsten in einem Bank- oder Gelreidegeschäfte. Gfl. Off. unter B. 7779 an die Exp' dss. Bl. ©©©©©©©©©© /Lin junger Man» aus guter Familie, ^2, welcher bereits die Colonialwaarengeschäfte in Hessen-Nassau u. Oberhessen mir Erfolg besuchte u. sich darüber ausweisen kann, findet dauernde Stellung. r\2W geschlossen. (7749 ß. Sternberg, Seifenfabrik, Weilburg a. d. Lahn. ©©©©©©©H©©©©

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