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Der Israelit · 1891-12-24 · Heft 100 (24.12.1891) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 100 (24.12.1891)
Date
1891-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXIL J-Hrgmg. M 100« I Israelit... Jcschurun. Mschäst W Fördnm W. Gelltrs nd jSd. Kelim!»Mos. Se«Me m Ztzilr. Gwtrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehman« in Mainz. Feensprechattschlntz unter Nr- 315 nach Darmstadt, Frankfurt (Main), Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Donnerstag, de« 24. Dezember S6S2 (1891). Da mit dem 1. Januar 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten VWWM _ Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. by isopj dw (Eine Chanukkah-Betrach tung.) Von Rabbiner Dr. M. Jnng, Ung. Brod. Das Schabuothfest erinnert uns an die Offenbarung Gottes auf dem Berge Sinai, Chanukka an die Offenbarung Gottes in der Geschichte Israels. Schabuoth an die Offenbarung des Gottesgeistes, welcher Israel noch fremd war, Chanukka an die Offenbarung und kraftvolle Aeußerung des bereits in Herz und Gemüth der Juden wurzelnden Gottesgeistes. Jener Gottesgeist, der bei der Offenbarung auf dem Choreb der Aufnahme in die Gemüther erst entgegensah, welcher gleichsam die höchste Stufe bildete an jener Leiter der Vollkommenheit, an deren untersten Israel stand, tritt uns zur Z.it der Makkabäer mit elementarer Gewalt entgegen, ist lebendige kühne That, staunenerregende Wirklichkeit geworden. Dort eine Offenbarung des Gottesgeistes vor dem einen Volke Israel, hier eine Offenbarung des Gottesgeistes in Israel vor der ganzen Menschheit. Dort erringt der Gottesgeist einen Sieg über das thörichte Egyptenthum, hier über das schöne Menschenthum, den Hellenismus, den griechischen Geist. Auf jene Offenbarung folgt Abfall, weil die tiefe Kluft, welche zwischen dem Volke und dem geoffenbarten Gottesgeist gähnte, noch nicht überbrückt war; nach der Offenbarung zur Zeit der Makkabäer erstarkt das Judenthum und die jüdische Religöfität gewinnt an Tiefe und Innigkeit. Ja, Chanukka ist ein Offenbarungsfest ersten Ranges, eine glänzende Illustration des Prophetenwortes : ivdt mm on »a ^na naa „Nicht Heeresmacht, nicht Kraftentfaltung sichert den Menschen dauernden Bestand, sondern allein der göttliche Geist." Chanukka hat universale Bedeutung, während der geschichtliche Hintergrund der meisten Feste ein rein jüdischer, diese uns die Wundertaten Gottes vollbracht im Rahmen der jüdischen Geschichte vorsühren, verläßt Chanukka, dem Schabuothfeste gleich den engen Rahmen jüdischer Geschichte und tritt hinaus in die weiten Gefilde der Menschheitsgeschichte. Wäre der jüdische Geist zur Zeit der Makkabäer dem griechischen erlegen, die Gesammtmenschheit würde heute noch au den traurigen Folgen eines solchen Sieges kranken; ohne den Makkabäev-Sieg wäre der Menschengeist noch heute im Gewebe trauriger Jrrthümer und abgöttischen Glaubens befangen, noch heute stünde das Heidenthum in tausend Tempeln Europa's da und Altäre dampften vom Blute rauchender Menschenopfer. Mit vollstem Rechte rufen wir daher am Chanukka mit dem Psalmisten: cru ba 'i n« .rv6bn noro nDnw?v "dj »a D'Diwn ba lmnaiff „Alle Völker lobet Gott, alle Nationen preiset Ihn, denen dadurch, daß Seine Gnade mächtig über uns waltete, ist die wahre Erkenntniß GottcS in die Welt gedrungen, und darum ertöne ein Welten- Hallelujah!" Die Bedeutung der Chanukka-Gedenktage ist jedoch lange nicht erschöpft, so sie uns die Makkabäerzeit als eine glänzende Epoche unserer vergangenen Geschichte tn's Bewußtsein ruft; jene, mit der schrecklichsten Verfolgung eingeleitete und durch Gottes Hilfe und begeisterte Menschenthat mit dem glorreichsten Siege abgeschlossene Zeit soll uns vielmehr ein leuchtendes Vorbild sein, auf daß auch wir mit Glaubensstärke, Glaubenstreue und Heldenmuth des Geistes für die heiligen Jntereffen des Judenthums eintreten und kämpfen, und das Banner i

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