Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 98 (17.12.1891)
- Date
- 1891-12-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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l \z J '/- XXXXL ZahrgM». ^§S8. Israelit ««d Jeschumn. Mftzüst W Mtzrruß ftz. «kW M M. -kdkis!s Alls. «kllkiik m Ztzlir. Kentrat-Hrgan für das orthodore Iudeuthum. Begründet von Dr. Lehman« in Mainz. XF** Ferusprechanschlutz unter Nr. 315 nach Darmstadt, Frankfurt (Main), Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, "M> Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Donnerstag, de« 17. Dezember 5652 (1891). Da mit dem 1. Januar 1892 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Die Thau- und Rrgenditte. Mainz, 15. Dezember. (Schluß.) Die Anschauung, welche in jedem Thau- und Regentropfen ein Gnadengeschenk des Himmels erblickt, macht die Bitte um Thau und Regen zu einer Anerkennung und Huldigung Gottes, als Lenker unseres Geschicks, wie sie selten sonst in dieser Unmittelbarkeit zum Ausdruck gelangt. Wie jeder Edelstein, erlangt auch diese Perle unserer Gebete die volle Würdigung erst durch ihre Fassung, als welche, n'iwn wo, die Bitte um den Jahressegen sich darstellt. n«n ru&n m 'n 't u’ty *p2 nrwian td nxi. „Segne Gott uns er Gott unserethalben dieses Jahr und alle Arten seines Ertrages zumGuten!" „Zum Guten!" Welcher ergreifenden Wahrheit giebt doch diese Klausel Ausdruck und wie hat sie sich in das ganze Denken und Fühlen ihrer Beter so tief hineingelebt, daß sie eine stehende Redensart im täglichen Leben und Verkehren geworden ist. Von ihr durchdrungen gedenkt der jüdische Mensch alles was er erhofft und ersehnt, alles was er besitzt und ihn erfreut, „zu Gutem". Er zählt „zu Gutem" seine Lebensjahre, er sieht „zu Gutem" seine Kinder aufblühen, er gedenkt jeden Plan, jedes Vorhaben „zu Gutem" auszusühren, er steht jeder Zeit und ihren Geschehnissen „zu Gutem" entgegen. Ob sie wohl eine Ahnung davon haben, diejenigen, welche uns als Krämerseelen verleumden und uns den Schachergeist andichten, daß der Jude den Segen deS Jahres und aller seiner Erträgnisse sich vom Himmel erbittet, nicht um zu besitzen, nicht um zu genießen, sondern um Edles und GuteS damit thun zu können, „zum Guten"!? Nicht der Besitz, die edle Verwendung des Besitzes zum Guten, macht ihm den Segen erst zum Segen, er erbittet den Segen des Himmels, um mit der Gewährung dieser Bitte selber zum Segen seiner Umgebung zu werden. Ohne diese Möglichkeit macht der Segen stolz und der Besitz hart und schlecht. Leben wir doch in einer Zeit, deren jüngsten Geschehnisse nachdrücklicher als je uns darauf Hinweisen, wie die reichste Fülle zum Schlechten führt, wenn nicht von dieser Anschauung durchdrungene Besitzer darüber schalten und walten. Sie glauben in dem bloßen Besitz und Genuß das Glück des Lebens gewinnen zu können, erlisten, erraffen Geld und Ehre, steigen von Stufe zu Stufe, täuschen eine ganze Welt durch ihren geflissentlich zur Schau getragenen äußeren Glanz, wecken den Neid ihrer Umgebung durch die Macht ihres Einflusses, und in ihrer sozialen Stellung blicken sie von ihrer Höhe verächtlich auf alle edlen Regungen des rein Göttlichen und Menschlichen hernieder und enden — mit einer Kugel durch den Kopf! Ein flüchtiger Blick auf die Segensgüter lehrt doch, daß sie vielfach ihren Besitzern nicht zum Guten gereichen. Sie sollten von Gott geweihte Mittel sein, um nun mit doppelter und dreifacher Hingebung den göttlichen Willen zu erfüllen, und gerade sie sind es, welche von dieser Pflichtthat abziehen und zu unzähligen Versuchungen führen, denen nur einige Widerstand leisten. Unser sittliches „ Soll", leidet öfter und am empfindlichsten durch unser materielles „Haben". Sinnig deutet die Weisheit unserer Weisen die ersten Worte des Priestersegens pn«n 'n pw: Es segne dich Gott und er behüte dich: pp'ivr» p pn*n poon p p-o\ Es segne dich Gott mit Vermögen, und er hüte