Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 96 (10.12.1891)
- Date
- 1891-12-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXII. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 96 -es „Israelit & Ieschurun" Zeitnugsnachrichte» und Correspoudeuzen. Deutschland. Hamburg, 3. Dezember. Wir erhalten folgende Zuschrift: Wie Ihnen gewiß bekannt sein wird, hat sich vor 6 Monaten das Unterzeichnete ComitL gebildet, um den russischen Juden die nöthige Kleidung bei ihrer Auswanderung mit auf den Weg zu geben. Trotzdem wir von vielen Seiten in wahrhaft anerkennenswerther Weise unterstützt worden sind, können wir doch bei weitem nicht alle Wünsche, ja selbst nicht die nothwendigsten befriedigen, weil die genügenden Vorräthe (wir haben bereits fast achttausend Menschen eingekleidet) fehlen. Wir erlauben uns nun mit der Höst. Bitte an Sie heran zu treten, in Ihrer werthen Zeitung für unsere Sache in der Weise zu wirken, daß Sie die allgemeine Aufmerksamkeit unserer Glaubensgenossen auf unsere Bemühungen Hinweisen, und bemerken wir, daß wir jede, selbst die kleinste Sendung mit Dank annehmen. Dieselben sind an das Bekleidungs-Comits für russische Juden, Hamburg, Eatharinenstr. 36 zu richten. (Wir schließen uns der Bitte des verehrlichen Comitss auf das Innigste an. Red.) Gydtkrrhuen, 3. Dezember. Heute fand die festliche Einweihung des Barackenbaues zur Aufnahme der aus Rußland auswandernden bezw. ausgewkesenen Juden statt, zu welchem Zwecke von dem Haupt-Grenz-Comits in Königsberg Einladungen an die Spitzen der Behörden erlassen worden waren. Herr Dr. Ba m berg e r aus Königsberg hielt die Einweihungsrede und beleuchtete zunächst den Zweck und die Veranlassung des Baues, der morgen seiner Bestimmung, armen, aus Rußland hier eintreffenden Juden auf kurze Zeit ein Obdach zu gewähren und die Hungrigen mit Speise und Trank zu erquicken, übergeben werden soll. Der Bau der Baracken, sagte er, sei erst im September begonnen, aber rasch gefördert worden. Die reichen Mittel, welche Frau Baronesse Mathilde von Rothschild gespendet, hätten das Comits, an welches täglich mehr oder minder große Anforderungen gestellt wurden, in die Lage versetzt, nun planmäßiger zu verfahren und die Juden gegen die Ausbeutungen gewissenloser Menschen zu schützen. Aber nicht nur allein dieser edlen Dame, sondern auch Allen, die den Bau haben fördern helfen, gebühre großer Dank für das selbstlose, allgemeine Interesse, welches diesem Werke der reinen Nächstenliebe ausnahmslos dargebracht worden sei. Zum Schluffe gedachte der Redner der Bestrebungen des Kaisers Wilhelm für das Wohl des Volkes. Die Baracke ist durchweg aus Holz mit doppelten Wänden aufgeführt, enthält 2 große Säle mit je 62 eiserner Bettstellen mit Strohsack und wollener Decke. Zwischen beiden Schlafsälen, denen der eine zur Beherbergung der Männer, der andere zu der der Frauen und Kinder dienen soll, liegt eine helle und saubere Küche nebst verschließbarer Speisekammer. An den Frauensaal stößt daS Krankenzimmer. Die WasserleimngS- und Heizvorrichtungen sind vortrefflich und die erforderlichen Geschirre, Becher rc. sind in ausgiebiger Weise vorhanden. Ein Comptoir und eine Stube für den Aufsichtsbeamten dienen zur Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten. Nachdem sich die Versammelten einstimmig anerkennend über den Bau ausgesprochen hatten, vereinigten ste sich zu einem kleinen Imbiß. Bet demselben gedachte der Vertreter des Stallupöner Kreises, der Landrath Hoffman», noch einmal der Spenderin der Mittel, Frau Baronesse Mathilde von Rothschild, und stellte den Versammelten anheim, ein Telegramm an die Dame zu richten. Der Antrag fand allgemeinen Anklang und wurde auch sofort erledigt. Wen« kalte Stürme über die Ebene gehen und auf den Dächern Schnee liegt, werden die armen Juden, welche eine rücksichtslose Politik aus ihrer Heimath treibt, die Wohlthat der neuen Einrichtung dankbar emfinden. A«S Mittelfranken, im Dezember. Wenn ich Sie ergebenst ersuche, folgender Zuschrift Raum zu geben, so hat es den Zweck eine unserer heiligen Pflichten in Erinnerung zu bringen. Es hat nämlich Jeder die Pflicht die rwra alle 3 bis 4 Jahre nachzusehen oder Nachsehen zu lassen "n j?dd nwe notoi o-2vi ,n" "vv niv) "Hsn i»D njn mv *piy 'jn^tcn roSi. Man hat darauf zu achten, daß kein Buchstabe zerrissen oder verlöscht ist. Schreiber dier Zeilen hat die Beobachtung gemacht, daß in Thor- und Thüreingängen, wo die mw Kapsel am Stein befestigt ist, auch nicht eine von fünf solcher nmo, nao war und müssen in aller erster Linie solche rnnv-Kapseln nach genanntem Zeitraum geöffnet und nachgesehen werden. Unsere Weisen legen dieser Pflicht eine ganz besondere Bedeutung bei, indem sie dieselben mit den Pflichten von Zizis und Tesillin zusammenstellend lehren, daß Jeder, der Tefiüin an Haupt und Arm trägt, Zizis an seinem Gewände hat und