Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 32 (1891)
- Issue
- Heft 94 (3.12.1891)
- Date
- 1891-12-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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U Lx£' feix 4.-'-—- «m Ia-rgms- // jVf 94. IsraelitIeschurun. Mstzüft rn FSrleruß 19. Sklstrs ul D. Zklrrs in Ws. f tattile ul ZHilk. HenLrat-Hrgan für das ortßodore Zudenthum. Begründet von Dr. Lehma»« in Mainz. WM- Ferusprechauschlutz unter Nr. 315 nach Darmstadt,-Frankfurt (Main), Bockenheim, Hanau, Wiesbaden, Offenbach (Main), Heidelberg und Mannheim. Donnerstag, de« S Dezember 5652 (1891). Die Th au- und Regenbitte. Mainz, 1. Dezember. dreimal täglich schalten wir in wenigen Tagen die ganze Winlerzeit hindurch bis zum 1. Tage des Frühlingsfestes in die Bitte um den Jahressegen, die um Thau und Regen mit den Worten ein: u»Vy t>3 „Segne unsrethalben unser Gott dieses Jahr und alle Arten seines Ertrags zum Guten und gieb Thau und Regen zum Segen aus die Fläche der Menschenerde, sättige uns von Deiner Güte und segne unser Jahr wie die guten Jahre, werde Du gesegnet o Ewiger, der die Jahre segnet. Eine ganze Fülle kostbarer, herzerhebender und Leben gestaltender Wahrheiten haben die Ordner unserer Gebete in diese wenigen Worte niedergelegt. — Wir hätten vielleicht eine Bitte um Thau und Regen mehr der Sommerals der Winterszeit angemessen gesunden. Wenn zur Sommerzeit die Erde in ihrem ganzen Pflanzenflor gehüllt erscheint, und jedes einzelne Gräschen und Hälmchen nach dem befruchtenden Naß lechzt, das ihm Leben und Gedeihen spenden möge, sollten wir die Bitte dafür wohl erwarten, nicht aber in der Zeit, in welcher die athmosphärischen Niederschläge ohnedies die stehende Regel bilden. Indem aber unsere Schemone Esre dieser naheliegenden Erwägung keine Rechnung trägt, regt sie schon durch die Zeit in welcher sie uns um Thau und Regen zu bitten lehrt, unser Nachdenken nach verschiedenen Seiten hin an. Wohl scheint in unseren Gegenden Regen und Thau mehr der Sommerzeit als der Winterzeit förderlich. Aber im Orient, in welchem augenblicklich die Regenzeit ist, entscheidet gerade in dieser Jahreszeit die Regenfülle oder der Regenmangel über Fruchtbarkeit und Mißwachs der ganzen Jahresernte. Im heiligen Lande speciell ist diese Jahreszeit mit ihren Niederschlägen und deren Bedeutsamkeit allgemein bekannt und anerkannt. Ob es aber am Platze ist, daß auch wir deßhalb jetzt um Thau und Regen bitten, weil er für das Land unserer Vergangenheit und unserer Zukunft von solcher Wichtigkeit ist? Indem unsere gerade für diese Zeit angeordnete Thau- und Regenbitte diese Frage stillschweigend bejaht, schürzt sie einen neuen Knoten in dem Bande, das die über das ganze Erdenrund Zerstreuten mit dem Lande ihrer Bestimmung unauflösbar verbindet. Es wird den Zerstreuten durch diese Bitte die Wahrheit nahe gelegt, wie aller Segen, den sie vom Himmel erflehen, in Zion seinen Ursprung hat. 'B by vi’» nn* ipi ipn by *rr »ton by aivn pao nn 'n tu d» 'v p'2 nnn by tw ponn bm vmrm .otnyn ny D”n nanan „Wie das gute Oel aus dem Haupte hinabduftet, wie Aharons Bart es ist, der htnabwallt soweit seine Gewänder reichen, so ist Hermons Thau, der auf Zions Berge fällt; denn dort hat Gott den Segen bestellt, Leben bis in die Ewigkeit." (Psalm 133. 2. 3.) Gerade an dem Bild des athmosphärischen Niederschlags wird uns hier die Wahrheit übermittelt, daß aller Lebenssegen von Zion ausgeht. Wie der Salbenduft vom hohepriesterlichen Haupte aus über den ganzen Körper sich erstreckt und noch den äußersten Kleidessaum durchdringt, so ist der Thau, der auf Hermon fällt, von Zions Bergen, diesem Urborn alles Lebens und Segens ausgegangen. In diesem Sinne ermahnt der folgende 134. Psalm die treuen Diener Gottes auch in dem nächtigen Geschick ihres Exils, die Hand zu diesem Nationalheiligthum einmüthig zu erheben, und diese Erhebung wird damit begründet: .p«i v'v» n»y si'Lv 'n -pna» „Es segnet dich Gott von Zion auS und gestaltet diesem Segen gemäß auch heute noch alle Waltungen im Himmel und auf Erden." (Ps. 134.3.)