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Der Israelit · 1891-11-19 · Heft 90 (19.11.1891) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 90 (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
– (sequence 25)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. Zweite Beilage,«M 90 a-s „Israelit & Iescharun" Die Synagoge zu Worms. (Mit Abbildung.) Bon 8. Rothschild, in Worms. Haben wir vor Knrzem unfern Lesern eine Beschreibung des alten ehrwürdigen Friedhofes der israelitischen Gemeinde Worms gegeben, so wollen wir heute versuchen, die Stätte zu beschreiben, die nicht minder durch den Zweck, dem. sie dient, als auch durch die Krone des Alters, mit welcher sie geschmückt ist, an die biblischen Worte erinnert : „Ziehe die Schuhe von Deinen Füßen, denn der Ort, auf welchem Du stehst, ist heiliger Boden." Mir meinen die Wormser Synagoge. Dieselbe besteht aus zwei Haupttheilen, dem romanischen Männerbau mit schönem Portale und dem gothischen Frauenbau. Die Männersynagoge, 1034 erbaut, ist jedenfalls nur die Erneuerung eines älteren Baues. Die Inschrift eines Steines: nsaff rwn p»r. inwi upjr ich my jnao w'r-r roten nutr PDS ’J’ep oy rvoir6 ]nan zur rechten Seite der heiligen Lade verkündet uns, daß Mar Jakob der Erbauer dieses Gotteshauses gewesen. Die Gemeinde ehrt noch heute das Andenken dieses edlen Mannes, indem sie seiner allsabbatlich in einem besonderen Gebete gedenkt. Die Frauensynagoge ließen, wie uns ein erst in jüngster Zeit eingefügter Stein über der Thüre zur alten Gemeindestube besagt, Rabi Meir, der Sohn von Joel aus der Familie der Ahroniden, sowie dessen Frau, mit Namen Jehudith, im Jahre 1213 erbauen. In dem Bürgeraufruhr des Jahres 1615 0£;\zk L—- wurde die Synagoge verwüstet, ebenso im Jahre 1689, wo sie von den Franzosen als Pferdestall benutzt wurde. Nach der Rückkehr der Bewohner diente sie als Scheuer und erst nach dem Frieden zu Ryswick (1697) wurde sie ihrer früheren Bestimmung wieder zurückgegeben. Wie das Aeußere der Synagoge uns an weit hinter uns liegende Zeiten erinnert, so auch die innere Einrichtung. Die kunstvoll gewölbte Decke wird von zwei kräftigen Säulen mit reich geschmückten Kelchkapitälen getragen. Sehr interessant ist heute noch der zum Dhorahvorlesen bestimmte „Almemor", dessen steinerner Untersatz ein charakteristisches Ornament des 17. Jahrhunderts zeigt. Wir,^sagen absichtlich „heute noch", denn in früheren Jahren soll dieser „Almemor" bedeutend größer gewesen : sein Wir haben, gelegentlich der Abhandlung über den hies. jüd. Friedhof besonders der Grabstätte des Rabbi Me'ir von Rothenburg (gestorben 1293) Erwähnung gethan, der zur Zeit Rudolfs von Habsburg in Ensisheim (Elsaß) in einem -' - •* - ’ - Thurme gefangen gehalten, dort starb und von einem Frankfurter Israeliten, Süßkind Wimpfen hierhergebracht und auf dem hiesigen Friedhofe beerdigt wurde. Während dieser Gefangenschaft soll Rabbi Me'ir eine Thorarolle geschrieben haben, die sich in der heiligen Lade der Synagoge befindet. Sowohl Pergament, als Schrift lassen sofort das hohe Alter des heiligen Gegenstandes erkennen, aus welchem dreimal im Jahre t mnoa ein Abschnitt beim Gottesdienste verlesen wird. Die Art und Weise, wie die Wormser Gemeinde in den Besitz

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