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Der Israelit · 1891-11-19 · Heft 90 (19.11.1891) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 90 (19.11.1891)
Date
1891-11-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Ischen Glaubensgenossen, daß dieser Areopag, der die Creme der -Men Wohlthängkeit repräseutirt, mit gleichem Maaße messen. Geüigkeit und Wohllhätigteit auch nach dieser Richtung üben, auch eu unsern Brüdern helsend zur Seite treten wird. (Lebhafter Beifall.) Herr Isidore Loeb-Paris: M. H., ich habe um das Wort um den Antrag zu unterstützen. Herr Dr. Hildesheimer hat leicht besonders die Ansiedelung in Palästina betont. Ich muß e!>en. dag ich wenigstens ebenso sehr oder noch eher die Ansiedelung tlcin-Asien betonen mochte. Denn Klein-Asien hat große Stücke von :b, Palästina nicht. Nun, in. H., in der Frage der Ansiedelung Kein-Asien, Syrien und Palästina sind Gegengründe genug borden. Sie wissen aber, in allen diesen Fragen giebt es Gründe Gegengründe. Aus dem trefflichen Berichte des Herrn Franzos I! Sie ja gehört, wie in allen Ländern Gutes und Schlimmes lüetet. Man könnte ja absolut nichts unternehmen, wenn man die Gegengründe sich hielte. Die früheren Gegner der An- )elung in Klein-Asien und Palästina sind dennoch heute Meinung, daß man die Bewegung zu Gunsten dieser Anelung würdigen und unterstützen, oder doch wenigstens dazu nöthigen Vorstudien machen muß. Vorläufig handelt ich noch nicht um die direkte Einwanderung, es handelt sich nur die Vorstudien, und wir hoffen, daß das deutsche Central-Komitee en nöthigen Auslagen auch seinen Beitrag geben wird. Ich stelle privatim, nicht etwa im Namen der .Alliance Iaraelite, den mden Antrag: „Die Versammlung wolle beschließen, die Summe 30000 Francs von den durch das deutsche Central-Comitee genelten Geldern für Vorstudien zu einer Kolonisation in Kleinl, Syrien und Palästina zu verwenden".—Stellvertretender Vorder Herr Kommerzienrath Goldberger: M. H., der Antrag des n Loeb kann meines Dafürhaltens nur als ein Vorschlag behandelt en, den Sie dem geschäftsführenden Ausschuß zur Annahme ehlen. Da tut Laufe der heutigen Debatte ein einmüthigcr siuß über die Geldmittel nicht herbeigeführt werden konnte, scheint ir unmöglich, daß die Versammlung über die Kaffe des Deutschen ral-Komitees verfügt. Nach den schätzenswerthen Miltheilungen Herrn Dr. Hildesheimer und der warmen Befürwortung des n Loeb stehe ich persönlich der Sache sympathisch gegenüber. Wir en dieselbe in ernste Erwägung ziehen. Ich kann aber über einen ag, der eine bestimmte Fordernng enthält, um so weniger ablien lassen, als die Ansichten in unserem geschäftsführenden Ausschuß die prinzipielle Seite des Antrages auseinandergeheu. Ich würde Zerantwortlichkeit allein nicht übernehmen; es wäre auch ungerecht i diejenigen Mitglieder des Ausschusses, welche dagegen sind, igens zweifle ich nicht, daß wir für den Antrag des Herrn Loeb richtige Form finden und damit eine zufriedenstellende Erledigung : Frage herbeiführen werden. — Herr Dr. H. Hildesheimer: M. ch habe ein Moment bergessen. Es ist Gefahr im Verzüge. Es eit sich nicht nur um die Zukunft, sondern schon in der Gegent um die Erhaltung von Hunderttausenden Francs, die von chen Juden bereits jetzt in Palästina angelegt sind. Wer sich ansiedelt, kaust unkulrivirtes Land; während der Zeit der Kuling muß er in Rußland dem Erwerbe nachgehen. Die türkische :rung verlangt jetzt, daß alle sich Ankaufenden türkische Untern werden. M. H., die Leute tonnen aber unmöglich türkische cthanen werden, denn in demselben Moment werden sie aus and ausgewiesen, auf ihrem Grund und Boden in Palästina können sie aber noch nicht leben. So schwer es mir ist, dreist zu erscheinen, ich muß die Bitte wagen, wohl zu erwägen, ob es sich gegenüber den großen Leistungen des Central-Komitces für andere Zweige des Hilfswerkes nicht vielleicht doch rechtfertigen läßt, hier sofort thätig einzugreifen. — Herr Geheimer Sanitätsrath Dr. Kristeller: Eine Central-Kaffe ist noch nicht da; aus diesem Grunde tonnen wir heute unmöglich Geld bewilligen. Aber, m, H., über den Antrag bloß zur Tagesordnung übergehen, das will mir auch nicht richtig scheinen. Die heutige Versammlung kann in so fern Stellung zur Sache nehmen, als wir dem geschäftsführenden Ausschuß empfehlen, die Angelegenheit sofort in ernste Untersuchung zu nehmen. Also ich schlage vor: wir empfehlen dem Central-Komitee die Untersuchung der Angelegenheit unter Berufung von Sachverständigen, auch des Herrn Dr. Hildesheimer, und im Falle die Begünstigung der Sache dis zur Höhe von 25000 Mart. Mein Antrag lautet: „Die Versammlung wünscht die sorgfältige Prüfung des von Herrn Loeb gestellten Antrags und je nach dem Ergebniß die Bewilligung der geforderten Mittel bis zur Höhe von 25000 Mark". — Herr Rechtsanwalt V res laue r-Bertin: M. H.. ich bin der Meinung, daß diese Versammlung heute einen Wunsch oder eine Bitte nicht ausfprechen soll und zwar aus folgenden Gründen: Ich kann nicht so mit dem Herzen über die Sache sprechen, wie der Herr, der sie in Vorschlag gebracht hat; der Herr lebt und webt für die Sache. Ich kann nur sprechen von dem Standpunkte des kühlen, ruhig erwägenden Prüfers. Der Kopf hat zu entscheiden, wenn das Herz den Wunsch hat. Deshalb müssen wir ruhig erwägen: dürfen wir, was uns heute zum ersten Riale vom Herzen so warm vorgetragen worden ist, unterstützen? Wir tonnen heute nur den Wunsch ausfprechen: der geschäftsführende Ausschuß möge sich mit der Prüfung dieser Frage beschäftigen. — Herr Dr. Simonse n-Kopenhagen: Wenn von der einen Seite hervorgehoben worden ist, daß die gemeinschaftliche Kaffe noch nicht vorhanden ist, so ist doch aber bis auf den heutigen Tag gehandelt worden und mutz weiter gehandelt werden, als ob eine gemeinschaftliche Kaffe vorhanden wäre. Die anderen Pläne ferner, Nordamerika, Argentinien, Brasilien sind weittragend, der Vertreter von Anierika sagte: vielleicht schließt Amerika seine Häfen: dem gegenüber müssen wir doch, wenn es sich nur darum handelt, daß ein Hindcrniß gehoben, Schwierigkeiten beseitigt werden sollen, uns sehr sympathisch zu der Sache stellen. — Herr Karl Emil Franzos (Berlin): M. H., ich bitte, dem Ausschuß, der seit Monaten schwere Fragen mit Gewissenhaftigkeit gelöst oder ihrer Lösung nahe gebracht hat, auch das Vertrauen zu schenken, daß er sorgsam prüfen und nach seinem Gewissen entscheiden wird, ohne eine bestimmte Richtschnur zu erhalten. — Herr Prof. Lazarus- Berlin: Wir sind keine Versammlung, die Geld bewilligt; das ist Sache des Ausschusses. Wir haben nur Gedanken auszui'prechen, die erwogen und ausgesührt werden. Dann möchte ich, um einem Gesichtspunkte zu begegnen, den Herr Rechtsanwalt Breslauer aufgestellt hat, nur bemerken: allerdings sollen die sachlichen Vorzüge mit dem Kopfe geprüft werden, aber auch der Kopf ist vertreten, wenn die Alliance Jsraöllte und Herr Baron v. Hirsch an diesen Fragen Theil nehmen. Deshalb, meine ich, genügt es, zu sagen: „Die Versammlung wünscht, daß der von Herrn Loeb gestellte Antrag von dem geschästsführenden Ausschuß geprüft werden soll und daß der geschäftssührende Ausschuß erwägen soll, ob es wünichenswerth ist, in Verbindung mit der Alliance Israßlite Universelle, der Anglo Iewish Association 'und Bacon v. Hirsch dem Anträge näher zu treten." — Herr Dr. Lieb er mann-Berlin: Es ist

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